Seite:Hogarth erklärt von Lichtenberg (Kottenkamp Stuttgart 1840).pdf/536

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einige Rollen Manuscripte irgendwo gefaßt, die nun ebenfalls das Weite suchen. Drei davon liegen schon größtentheils auf der Erde, denen eine vierte so eben folgen will, und diese scheint er noch klemmen zu wollen. Es ist zwar hier nichts zu zerbrechen, aber es sieht nicht gut aus, und am Ende muß alles wieder aufgenommen werden. Diese kleine Unordnung ist für den neugierigen Zuschauer von unendlichem Werth. Hier erfahren wir auf einmal, wem der vieleckige Ellbogen gehört. Auf einer der Rollen liest man die Worte: Being a new scheme for paying the Depts oft he Nation by T. L. now a prisoner in the Fleeet. Es ist nämlich der zweite, erklärende Theil des Titels des Werks: „Das ist, Neuer Vorschlag, die National-Schuld zu bezahlen, von T. L., gegenwärtig Gefangenem im Fleet; also von einem Autor, der seine eigenen Schulden nicht bezahlen kann. Der Einfall hat sich so berühmt gemacht, wie der von der Spinnenwebe über der Armenbüchse, vermuthlich, weil er, wie jener, eben so deutlich ist, als treffend. Auch sind die Schwachheiten, gegen die er gerichtet ist, gleich gemein. Andern die Hülfe zu versagen, die er ohne Schaden hätte leisten können, ist dem Menschen so gewöhnlich, als ihnen in der Noth mit Verhaltungs-Regeln aufzuwarten, die den Geber selbst zum Bankrot geführt haben. Es soll wirklich damals ein solcher Herr L. vorhanden gewesen sein. Dieses wundert mich nicht; mit andern Anfangsbuchstaben existiren ihrer immer welche; und nun gar mit andern Projekten! O da ist kein Land und keine Fakultät von ihnen frei: mutato nomine de Te u. s. w.

Dort hinten an der Mauer sitzt wirklich schon mutato nomine ein anderer, ich meine ein halbverkohlter Alchymist, der ein Töpfchen nicht bloß zum Besten der Nation, sondern des ganzen menschlichen Geschlechts auf dem Feuer hat. Die philosophische Ruhe in des Mannes Gesicht und ganzer Stellung hat wirklich etwas sehr Gefälliges; man sieht, er hat warten gelernt, eine Kunst, die auch bei keinem Geschäfte in der Welt so nöthig ist, als beim Goldmachen. Daß er nichts von allein dem hört oder sieht, was um ihn herum vorgeht, hat er mit allen den Menschen gemein, die eigentlich durch Sehen und Hören unsterblich geworden sind. Die Freundschaft zwischen dem Manne und seinem Ofen ist