Seite:Hogarth erklärt von Lichtenberg (Kottenkamp Stuttgart 1840).pdf/79

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

bezeugt, wie wenig man sich hier um Erleuchtung bekümmert habe; daß es aber obendrein die Uhrlichter sind, bezeugt dieses auch, zugleich mit für die Zeit. Wirklich kann aber auch die eigentliche Zeit für die Werke der Dämmerung sowohl, als der Finsterniß füglich ohne alle Uhr gefunden werden; oder will man sich ja ihrer dabei bedienen, so wird es wenigstens die seyn, da man weder Uhrzeiger noch Uhr sieht. –

Die junge Dame ist also freilich sehr – sehr müde. Sie beweist dieses durch einige Manieren, in denen in der That nicht viel Adel ist, oder ist ja welcher darin, so ist er wenigstens sehr – sehr neugebacken; sie reckt sich ein wenig oder droht, wie man in einigen Gegenden sagt, dem Herrn Gemahl mit dem Hörner-Zeichen. Gesund ist sie gewiß, vielleicht allzugesund. Selbst der schläfrige Blick ist nicht ohne Kraft, und verräth, so wie die ganze Stellung, Ueberfluß an allem, woran ihr armer Abgebrannter so großen Mangel leidet. Es scheint, sie hat ein wenig auf dem Stuhle geschlafen, und wird, wenn die Conversation zwischen ihr und dem Liebsten mit der Lebhaftigkeit fortgesetzt wird, mit der sie angefangen hat, vermuthlich bald wieder schlafen. – Was das leere Döschen, oder das leere Etui in ihrer Hand bedeutet, ist nicht so ganz leicht zu sagen. Wäre ein Spiegelchen im Deckel, so hätte die Sache, und zwar sehr zu ihrer Ehre, keine Schwierigkeit. Sie wäre nämlich alsdann vermuthlich beim Erwachen sogleich einer der ersten Pflichten, ich meine der Pflicht der Selbstprüfung nachgekommen, und daß das Gesichtchen diesen Morgensegen gut bestanden habe, erhellte alsdann deutlich aus der ruhigen Dehnung, die sogleich darauf erfolgt.

Sie hat das Frühstück vor sich. Es ist, wie man sieht, und wie es nach einer solchen Ehestands-Nacht nicht anders möglich war, einpersönig. – O wäre es doch die Dame nur auch! Man vergäbe ihr vielleicht alsdann, bei einem solchen Manne, wohl noch eine Nacht, wie die vergangene. Allein bei solchen Rockfalten, die gar nicht mehr so brechen wollen, wie an dem Hochzeitstage, und leider! wegen der Knospe zu Wilhelms des Eroberers Stammbaum, nicht mehr so brechen können; – mit denen noch, bis an den frühen Morgen auf