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Seite:Hultsch - Griechische und römische metrologie, 1882.djvu/26

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4 EINLEITUNG. §1,2.

  2. Aus den gegebenen Andeutungen über das Gebiet der Metro- logie ergiebt sich zugleich die Einteilung und Anordnung des Stoffes. Das vorliegende Handbuch hat zur hauptsächlichen Aufgabe, einen Umriß der griechischen und römischen Metrologie zu bieten. Es ver- steht sich, daß die Behandlung nicht etwa in der Weise getrennt wer- den darf, daß zuerst die griechische Metrologie für sich und dann die römische abgethan werde. Beide Völker haben in allem, was Masse und Münzen betrifft, vielfachen Wechseleinfluss auf einander ausgeübt. Erst waren es die Römer, die ihr Mass und Gewicht nach dem grie- chischen bildeten, und später fühlten die griechischen Maße und be- sonders die Münzen den Einfluss der römischen Weltherrschaft. Dem- nach ist der Einteilungsgrund in den eben besprochenen Hauptarten der Masse zu suchen. Wir behandeln also in dem ersten Teile die Längen- und Flächenmaße nebst den Hohlmaßen, die zwar ihre feste Bestimmung erst durch das Gewicht erlangten, aber als Masse der räum- lichen Ausdehnung nicht von den vorhergenannten getrennt werden durften. Dann folgen im zweiten Teile die Gewichte, im dritten die Münzen. Beide lassen sich zwar im Gange der Untersuchung nicht trennen, denn unsere Kenntnis des griechischen Gewichts beruht fast ausschliesslich auf den Münzen und auch das römische läßt sich nur durch diese sicher feststellen; allein in der Darstellung müssen sie der Übersichtlichkeit wegen geschieden werden, woraus zugleich der Vor- teil hervorgeht, daß bei den Gewichten vorzüglich auf die Darlegung des Systems Rücksicht genommen, dieses also bei der ohnedies um- fänglicheren Darstellung des Münzwesens als bekannt vorausgesetzt werden kann. Innerhalb der einzelnen Teile gehen, der Zeitfolge ent- sprechend, die Griechen den Römern voran, wenngleich bei der Untersuchung hin und wieder die griechischen Maße erst auf Grund- lage der römischen, über die wir meist besser unterrichtet sind, fest- gestellt werden konnten.

  So findet sich in den ersten drei Teilen das Allgemeingültige, gewissermassen die κοινή der griechischen und römischen Maße ver- einigt. Dies war bei den Griechen das attische System, welches daher fast ausschliesslich berücksichtigt worden ist. Nur in dem Abschnitte über das Münzwesen war mit den Anfängen der Münzprägung, da diese eine griechische Erfindung ist, zu beginnen und demnach ein Abschnitt über Kleinasien und die Darstellung der äginäischen Währung, welche vor Solon auch in Athen galt, vorauszuschicken.

  Dagegen wurde alles, was nur beschränkte Geltung gehabt hat,

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Hultsch: Griechische und römische Metrologie. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1882, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Hultsch_-_Griechische_und_r%C3%B6mische_metrologie,_1882.djvu/26&oldid=- (Version vom 7.1.2025)