Seite:Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven.pdf/33

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die Soldaten, die nach Vertreibung der Gothen die Stadt Septe[1] besetzt hatten, über die Meerenge [von Gibraltar] gegangen waren und jenes Kastell nach hartem Kampf erobert hatten, legten sie an dem folgenden Tage, einem Sonntag, die Waffen ab, um nicht den heiligen Tag durch Kampf zu beflecken. Diese Gelegenheit ergriffen die Gegner, um plötzlich einen Überfall zu machen; sie schlossen das Heer zu Lande und zu Wasser ein und hieben die waffen- und machtlose Menge bis auf den letzten Mann nieder.

43. Bald darauf ereilte auch den König die wohlverdiente Strafe. Er wurde im Palast von einem Menschen verwundet, der schon lange sich wahnsinnig gestellt hatte, um den König zu täuschen. So gelang es ihm, sich seinem Opfer zu nähern, und er durchbohrte den Fürsten, der sofort zu Boden sank und unter dem Schwert des Mörders seine unwürdige Seele aushauchte. Während sein Blut in Strömen floß, soll er seine Umgebung beschworen haben, man möchte ja nicht den Mörder umbringen, denn an ihm werde nur das Recht der Vergeltung geübt, da er vor der Thronbesteigung im Zorn seinen Herzog erschlagen habe.

44. Im 23. Jahre der Herrschaft Justinians wurde nach der Ermordung des Theudes der Herzog desselben, Theudischus König der Gothen. Er regierte ein Jahr und drei Monate (548. 49.). Er hatte durch offenkundigen Ehebruch mehrere Edle entehrt und sich dadurch den tödlichen Haß Vieler zugezogen. Deshalb wurde er von einer Schaar Verschworener zu Hispalis[2] beim Mahl überfallen und erschlagen.

45. Im 24. Jahre der Herrschaft Justinians wurde nach dem Tode des Theudischus Agila König und regierte fünf Jahre (549–554). Derselbe zog gegen die Stadt Corduba zu Felde. Als er aus Verachtung des katholischen

  1. Ceuta.
  2. Sevilla.