Seite:Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven.pdf/46

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Unternehmen auf und vernichtete die Balearischen Inseln, die zur Tarraconensischen Provinz gehören. Darauf zerstörte er Carthago Spartaria[1], wandte sich mit allen Vandalen gegen Baetica, zerstörte Hispalis und gab es nach großem Blutvergießen preis. Als er im Vertrauen auf seine königliche Gewalt unehrerbietig die Hände gegen die Basilika des Vincenz, des Schutzpatrons selbiger Stadt, erhob, wurde er auf göttlichen Befehl auf dem Marktplatz von einem Teufel erfaßt und fiel todt um.

74. Im Jahre 428 folgte Geiserich seinem Bruder Gunderich und regierte 40 Jahre.[2] Er wurde aus einem katholischen Christen ein Abtrünniger und soll sich zuerst zu der Arianischen Irrlehre bekannt haben. Vom Gestade der Provinz Baetica verließ er mit allen Vadalen, mit Kind und Kegel, Spanien und fuhr hinüber nach Mauritanien und Afrika. Der jüngere Valentinian (III. 425–455), Kaiser des Westens, der zum Kampf gegen ihn zu schwach war, bewilligte ihm den Frieden und überließ den Vandalen gutwillig einen Theil Afrikas, nachdem er sich von Geiserich einen Eid hatte schwören lassen, er werde nicht weiter vorgehen.

75. Jener aber, dessen Freundschaftsbetheuerungen man Glauben geschenkt hatte, brach den Eid und nahm durch Hinterlist Karthago weg. Durch verschiedene Arten von Foltern preßte er den Bürgern alle ihre Schätze ab und nahm sie für sich. Dann verwüstete er Sizilien, belagerte Panormus, verbreitete die Seuche der arianischen Lehre über ganz Afrika, trieb die Priester aus ihren Kirchen, machte eine große Zahl von ihnen zu Märtyrern und überlieferte, nach der Prophezeihung Daniels, die Kirchen der Heiligen

  1. Kartagena.
  2. 49 Jahre.