Seite:Johann Nikolaus Schwendlers zuverlässiger Bericht von der gegenwärtigen Verfassung der Universität Marburg.pdf/13

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und offenherzig fürzustellen, bekannt genug ist, bedienet sich in der Zuschrift über seinen Teutschen Lucianus, an den Schwedischen General-Major, Landgrafen Friedrich zu Eschwegen, folgender Ausdrückungen: „Eur. hochfürstl. Gn. werden sich gnädig erinnern an die Zeit, da Sie zu Marburg studirten, und Eur. Hochfürstl. Gn. ältester Herr Bruder einstmals Ihro Hochfürstl. Gn. Herzog Ernst August zu Braunschweig-Lüneburg, Herrn Landgraf Ludwigen und dem Herrn Landgrafen Georgen dem Jüngern die Visite gaben, daß damals fünf Fürsten, neun Grafen, neben vielen Edelleuten auf einmal zu mir ins Auditorium Philosphicum kommen, und haben mich für einen guten Kerle gehalten.“

Menge der academischen Promotionen. Von der Mange derer, die ehemals hier studiret haben, zeuget auch dasjenige, was man aus den Jahrbüchern der hiesigen Universität in Ansehung der daselbst geschehenen Promotionen weiß. Denn es sind von dem Jahr 1527. bis 1653. in der theologischen Facultät 38, in der Juristischen 267. und in der Medicinischen 67. zu Doctors, in der philophischen Facultät aber 1516. zu Magisters ernennt worden, deren Anzahl sich ohnfehlbar noch weit höher würde belauffen haben, wenn nicht der 30. jährige Krieg und andere Schicksale, so diese Universität in ihrem erstern Jahrhundert gehabt, dazwischen gekommen wären.

So sahe demnach die Unversität Marburg in vorigen Zeiten aus.