Seite:Johann Nikolaus Schwendlers zuverlässiger Bericht von der gegenwärtigen Verfassung der Universität Marburg.pdf/16

From Wikisource
Jump to navigation Jump to search
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Einigkeit der Religionen daselbst. Weil es zu Eurer Excellenz Absicht eben nicht dient, zu wissen, wie, und was für theologische Collegia gelesen werden: so habe mich auch nicht darnach erkundiget. Hingegen kann ich nicht ganz unberühret lassen, wie diese Facultät, welche bekanntermassen blos evangelisch refomirt ist, nicht nur unter sich selbst sehr einig, sondern auch von allem gehäßigen Eyfer gegen die evangelisch Lutherische, deren die meiste hiesiger Bürger sind, entfernt sey. Von diesem ihren löblichen Exempel mag es gutentheils mit herkommen, warum man auch unter ihren sowohl, als der andern Herren Prediger Zuhörern dergleichen Untugend so wenig und selten antrift, daß mancher sich wohl lange Zeit hier aufhält, ohne zu verspüren, daß zweyerley Religionen hier beysammen seyn.

Catholischer Gottesdienst in der Nähe.So wird auch den Herren Catholicken, an denen es unter den hiesigen Hern Studenten niemalen fehelt, und welche gar nahe von hier, in den an der Stadt-Marburgischen Grenze liegenden Churmaynzischen Oertern, ihren Gottesdienst abzuwarten Gelegenheit haben, nicht das geringste in den Weg gelgegt.


Juristen-Facultät.Daß die Juristen-Facultät und mit ihr diese ganze hohe Schul vor einiger Zeit ihren so verehrenswürdigen, als berühmten Vicecanzlar, Joh. Friedrich Hombergk zu Vach verlohren habe, und daß solche ansehnliche Stelle ohnlängst mit allgemeinem Beyfall in der Person des Herrn Regierungsraths, Johann Georg Estors, wieder besetzt worden,