Seite:Johann Nikolaus Schwendlers zuverlässiger Bericht von der gegenwärtigen Verfassung der Universität Marburg.pdf/9

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
= ( 5 ) =

bereits keiner andern in Deutschland an Ruhm etwas nach. Ja, es schiene, als wenn die mehreste Provinzen von Europa es gleichsam mit einander verabredet, und sich vereinigt hätten, zur Erkenntlichkeit für die von solchem Musensitz, sowohl an gelehrten Wercken, als auch an geschickten Schülern, erhaltene viele Vorteile, von Zeit zu Zeit einige von ihren Landsleuten an Marburg abzugeben, welche theis Lernende, teils Lehrende dessen Ruhm allgemein zu machen helffen sollten.  Denn auf solche Weise wurden im sechzehnden Jahrhundert zu Lehrern unter andern daselbst abgegeben aus   Frankreich der berühmte Gottesgelehrte, Francisc. Lambertus, aus Avignon, welcher durch seine Schriften sich großen Namen erworben hat. Aus[...]

Von aus-
ländischen
Lehrern
daselbst um 16. Seculo.
A3
vilegien versehen. Dahin rechnet man fürnemlich das Forum privilegiatum, vermöge dessen, absonderlich in causis civilibus, die Studenten und alle unter der Unversität stehende Personenm nach dem Exempel der Cerlricorum, anderswo, als vor dem Protector, weder belangt werden, noch sich, wenn sie auch wolten, belangen lassen können. Dieses gehet so weit, daß ein anderer, z.F. ein Bürger, den ich vor seinem Stadt-Gericht belangt habe, seinesweges daselebst, sondern nur vor meinem Foro academico seine wider mich habende Gegenfrage anzustellen befugt ist. Ferner gehöret hierher die Freyheit von Zoll, Accis und allen bürgerlichen Abgaben; Ingleichen die Jagdgerechtigkeit in einem nahe bey der Stadt gelegenen und 7. Stunde im Umfang habenden District.