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171 (6.) Aber nicht lange darnach wurde für sie die Flucht des Aristobulus aus Rom eine Quelle von neuen Wirren, da der Flüchtling aufs neue viele Juden zu einem Aufstand organisierte, von welchen die einen sich nur nach einer Umwälzung sehnten, die anderen aber von einer alten Anhänglichkeit an ihn sich leiten ließen. Vor allem besetzte er Alexandrium und suchte seine Befestigungen wieder herzustellen. Er musste sich aber auf die Kunde, dass Gabinius unter den Befehlen des Sisenna, Antonius und Servilius ein Heer gegen ihn aufgeboten habe, auf Machärus zurückziehen. Auf diesem Marsche schaffte er sich auch den zum Schlagen unfähigen Menschentross vom Halse 172 und ließ nur die Schwerbewaffneten in der Zahl von 8000 mitziehen, darunter auch den Unterfeldherrn Peitholaus aus Jerusalem, der mit 1000 Mann zu ihm übergegangen war. Da aber die Römer dem Aristobulus schon auf der Ferse waren, kam es früher zu einer Schlacht, in welcher die Leute des Aristobulus sich im heldenmüthigsten Kämpfe lange Zeit behaupteten, bis sie endlich, von den Römern überwältigt, mit 5000 Leichen die Walstatt deckten. Bei 2000 gelang es, eine Anhöhe im Rücken zu gewinnen, während sich die letzten 1000 Mann mit Aristobul durch die römischen Schlachtreihen durchschlagen und auf Machärus werfen. 173 Hier lagerte der König die erste Nacht unter den Ruinen und wiegte sich noch immer in der Hoffnung, falls ihn der Feind nur ein wenig verschnaufen ließe, ein zweites Heer zusammenzubringen. Die Veste setzte er zur Noth in Stand. Doch fielen die Römer zu schnell über ihn her, und so konnte er sich mit fast übermenschlicher Anstrengung nur während zweier Tage halten, ward gefangen genommen und mit seinem Sohne Antigonus, der mit ihm aus Rom geflohen war, in Ketten zu Gabinius gebracht, von Gabinius aber wieder nach Rom geschickt. 174 Den Vater ließ nun der Senat wieder in Haft setzen, die Kinder dagegen konnten nach Judäa zurückkehren, weil Gabinius in einem Schreiben dem Senate mitgetheilt hatte, dass er das Letztere der Gattin des Aristobulus als Gegenleistung für die Uebergabe der Festungen zugesagt habe.

175 (7.) Als sich dann Gabinius anschickte, gegen die Parther zu Felde zu ziehen, kam ihm gerade Ptolemäus in die Quere, da er seinetwegen vom Euphrat wieder zurückkehren musste, um ihn wieder auf den ägyptischen Thron zu bringen. Auf diesem Zuge nun fand er in Hyrkan und Antipater in jeder Beziehung treffliche Stützen, indem namentlich Antipater sowohl Geldmittel als Waffen und Proviant, wie auch Hilfstruppen herbeischaffte und außerdem die ägyptischen Juden, welche die Pässe von Pelusium zu bewachen hatten, beredete,

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 43. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/043&oldid=- (Version vom 17.8.2016)