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dem Sohne des Hystaspes, herstamme. 477 Dabei schmähte sie weidlich auf die gemeine Herkunft der Schwester des Herodes und seiner Frauen, die sämmtlich ohne Rücksicht auf Adel bloß nach ihrer Wohlgestalt vom König ausgesucht worden waren. Es waren dies ihrer viele, da den Juden nach ihrer Vätersitte mehrere Frauen zu heiraten gestattet ist, und der König auch in der That sein Auge auf mehrere geworfen hatte. Natürlich waren sie alle der Glaphyra wegen ihrer Großsprecherei und Schimpferei spinnefeind.

478 (3.) Auch Aristobulus brachte durch sein persönliches Verhalten die eigene Schwiegermutter Salome gegen sich auf, nachdem sie ohnehin schon von früher her wegen der Schmähungen der Glaphyra in übelster Stimmung sich befand. Er hielt nämlich seiner Frau fortwährend ihre niedrige Geburt vor, warum denn gerade er ein gewöhnliches Mädchen zur Frau habe bekommen müssen, während sein Bruder Alexander eine Königstochter habe freien können. 479 Das meldete wieder mit Thränen in den Augen die Tochter Salomes ihrer Mutter mit dem Beifügen, dass die Familie des Alexander auch gegen die Mütter der übrigen Brüder wiederholt die Drohung ausgesprochen hätte, sie mit den Mägden am Webstuhl arbeiten zu lassen, wenn die Prinzen einmal Herren des Thrones wären, die Brüder aber zu Dorfschreibern zu machen, was eine spöttische Anspielung an deren sorgfältige Ausbildung sein sollte. Auf das hin konnte Salome ihren Zorn nicht mehr bemeistern und hinterbrachte alles dem Herodes, bei dem sie in diesem Falle schon darum vollen Glauben finden musste, weil sie ja gegen den eigenen Schwiegersohn auftrat. 480 Noch eine andere Kabale lief mitunter, die dem Grimm des Königs neue Nahrung gab. Er hatte nämlich vernommen, dass die zwei Brüder in einemfort nach ihrer Mutter schrieen und ihren Tod unter Verwünschungen gegen Herodes bejammerten, ja dass sie sogar jedesmal, wenn Herodes eines von den Kleidern der Mariamne an die jüngeren Frauen verschenkte, die Drohung fallen ließen, die Frauen des Königs würden in Bälde an Stelle der königlichen Prachtgewänder härene Kleider anziehen müssen.

481 (4.) Obwohl nun der König aus diesen Gründen die Haltung der jungen Leute mit Misstrauen beobachtete, so ließ er doch die Hoffnung auf ihre Besserung nicht gänzlich fahren. So beschied er sie bei einer Gelegenheit, da er sich gerade nach Rom einzuschiffen gedachte, zu sich, um zunächst mit einigen wenigen Drohungen den König hervorzukehren, dann aber desto länger das Vaterherz in eindringlichen Mahnungen auszuschütten. Er forderte sie zur Liebe gegen ihre Brüder auf und gewährte ihnen Verzeihung für das Geschehene unter der Be-

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/101&oldid=- (Version vom 1.8.2018)