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Seite:Karl Friedrich Heinrich Marx Konrad Victor Schneider und die Katarrhe 1873.pdf/7

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Karl Friedrich Heinrich Marx: Konrad Victor Schneider und die Katarrhe

Die Notizen in den literarhistorischen Büchern sind so dürftig, dass man nur erfährt ; K. V. Schneider wäre zu Bitterfeld in Sachsen 1614 geboren, und, 66 Jahre alt, als Professor der Medicin[1]) 1680 zu Wittenberg gestorben.

Aus seinen eigenen hie und da sich findenden Mittheilungen erfuhr ich, dass sein Vater in Wittenberg 30 Jahre lang als Beamter[2]) lebte, dass er selbst im Jahre 1660 schon über 20 Jahre die Medicin ausübte und öffentlich lehrte[3], und dass ihm besonders obląg die ärztlichen Schriften der Griechen sowie der Araber zu erläutern, und etwaige deshalb entstehende Streitigkeiten zu schlichten[4]).

Er sagt, dass er, 25 Jahre alt, 1639, Professor geworden, sich’s habe angelegen seyn lassen[5]), zwar das Alte zu ehren, das Neue aber nicht zu vernachlässigen. Allmälig jedoch wären ihm solche Zweifel an

  1. Auf einem Schwarzkunstblatte von Chr. Romstedt wird er in einem Medallion, von Eichenlaub umgeben, als Leibarzt des Churfürsten von Sachsen angegeben. Auch findet sich dieser Titel in dem Buche de Nova gravissimorum Morborum curatione. Francof. 1672. 4. mit den Worten: Sereniss. Electoris Saxoniae Medicus.
  2. In der Widmung des ersten Buchs de Catarrh, an seinen Fürsten: Pater meus Electorali Quaesturae, quae hic est, triginta annos praefuit.
  3. In der Vorrede zum ersten Buche de Catarrh.: Ego Medicinam profiteor et publice professus sum viginti annos et amplius.
  4. In der Widmung des ersten Buchs de Catarrh. : Officii mei est Graecorum et Arabum medicorum scripta (talem provinciam nunc mihi in hac Academia injungunt Majorum Instituta) interpretari, ac si qua lis exoritur, sopire ac inter eos pacem conciliare.
  5. So theilt er mit in der Widmung seines Werks De Morbis Capitis vom Jahr 1669 an die Magnaten Ungarn’s. Er schreibt : Triginta anni sunt, ut Domini mei jussu profiteri hie Medicinam coepi. Ego illis Graecorum, Arabumque Hippocratis ac Avicennae magisteriis imbutus, tradebam praecepta, ad quae et recentium autorum consensus semper inclinaverat. Abhorrebam et ab immemoratis rebus et ab iis quoque opinionibus, quae sine gente erant. Tandem animus fluctuabat, rebus dubitabilibus ipsi occurentibus. Nec mirum, dies, aetas, labor, experimenta sunt optimi magistri. Retractabam omnia aliisqus oculis et mente rursus contemplabar. Nihil trahebar veterum autoritate. Deus, dator veri, dexter mihi ac praesens aliud quasi aspiraverat ingenium.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Friedrich Heinrich Marx: Konrad Victor Schneider und die Katarrhe. Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen 1873, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Friedrich_Heinrich_Marx_Konrad_Victor_Schneider_und_die_Katarrhe_1873.pdf/7&oldid=- (Version vom 31.5.2025)