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Der Evangelist Lucas. 359. (584.) 5 a.

Halbfigur nach links. Der Evangelist sitzt an einem Tische, auf dem vor ihm das Bild steht, an dem er malt. Das kahle kurzbärtige Haupt stützt er mit der Rechten; in der Linken hält er Pinsel und Palette.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,70½. − 1746 aus Modena. Gegenstück zu den beiden vorigen und dem folgenden. − Vergl. die Bemerkungen zu N. 357.

Der Evangelist Johannes. 360. (585.) 5 c.

Halbfigur nach links. Der bartlose Apostel sitzt über sein Buch gebeugt. Mit der Rechten umfasst er seinen Adler, der eine Feder in den Klauen hält.

Leinwand; h. 0,87; br. 0,69½. − 1746 aus Modena. Gegenstück zu den drei vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu N. 357.

Kephalos an der Leiche der Prokris. 361. (577.) F 2.

Nach der griechischen Fabel (Ovid’s Metamorphosen, VII, 835–865) hatte Kephalos seine im Gebüsch versteckte Geliebte Prokris, die ihm aus Eifersucht heimlich auf die Jagd gefolgt war, sie für ein Wild haltend, getötet. Rechts liegt ihre Leiche, deren Brust vom Pfeil durchbohrt ist, halb aufrecht an einem Felsen. Links sitzt Kephalos verzweifelnd auf einem Steine, hält seine Hände über’s Knie gefaltet und lässt seine Blicke klagend gen Himmel schweifen, wo ein kleiner weinender Amor flattert.

Leinwand; h. 2,07; br. 2,54. – 1744 durch Le Leu und Rigaud aus Paris. Vormals in der Sammlung Carignan, in welche es gleichzeitig mit N. 364 aus dem Nachlasse des Cardinals Mazarin gelangt war. Gemalt hatte Guercino es (nach Malvasia II. p. 374) 1644 im Auftrage des Marchese Cornelio Bentivoglio für die Königin von Frankreich (Anna von Oesterreich). Diese schenkte es dem Cardinal Mazarin. Vgl. die Bemerkungen zu N. 364, welches nachträglich als Gegenstück gemalt wurde. − Gest. von L. L’Empereur ☼ II. 22.

Semiramis. 362. (579.) F 2.

Kniestück. Semiramis sitzt in blutrotem Kleide. mit der Krone im aufgelösten goldnen Haare, das eine neben ihr stehende Magd kämmt, links an ihrem Tische, wendet sich nach rechte um, wo der Bote, welcher den Ausbruch des Aufruhrs zu Babylon meldet, in der offenen Thüre steht, und erhebt, entsetzt über die Nachricht, ihre Hände. Mit der Linken hält sie zugleich noch ihr Haar.

Leinwand; h. 1,32[WS 1]; br. 1,77. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Nach Malvasia (II, p. 374) 1645 für den Cardinal Comaro gemalt; „una Semiramide quando ebbe la nova della presa di Babilonia.“ – Phot. Braun XII. 10 u. Phot. Ges.

Diana. 363. (578.) F 2.

Kniestück nach rechts. Rechts unten in der Landschaft ein Bergschloss. Die Göttin trägt einen orangenen Chiton, eine violette Chlamys und den Halbmond auf dem Haupte. Die

Anmerkungen (Wikisource)

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Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 146. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/178&oldid=- (Version vom 11.5.2018)