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Die Dienerin hinter ihrem Lager breitet ihr Gewand aus, um auch etwas von dem Golde zu erhaschen. Amor kniet am Fussende des Lagers und prüft eins der Goldstücke.

Leinwand; h. 1,30; br. 1,82½. – Schon im Inv. 1722 (A 53) als van Dyck; und so wieder bei H.; ja so noch in dem neuesten Werke über den Meister von Jules Guiffrey: A. v. Dyck, sa vie et son oeuvre, Paris 1882. Hier sogar (bei p. 144) ein Lichtdruck nach dem Bilde. – Indessen gehört keine sonderliche Kennerschaft dazu, um zu bemerken, dass von van Dyck unmöglich diese glatt-italisirende Formensprache und Malweise, diese kalt-buntschillernde Farbengebung der Gewänder und diese Ornamentik der Bettstelle herrühren können, dass alles dieses vielmehr auf eine spätere Zeit hindeutet. Dies erkannte schon das Inventar von 1754, welches das Bild (II, 297) nur der Schule des van Dyck zuschrieb. Ebenso der „Catalogue“ von 1765 und das Abrégé von „1782.“ – Von wem das in seiner Art tüchtige Bild herrührt, ist noch eine offene Frage. – Phot. Braun X, 22 und Phot. Ges.

Maria mit dem Kinde als Himmelskönigin. 1040. (1068.) J 2.

Maria thront, gekrönt, von vorn gesehen, in goldenem Himmelslicht. Mit ihrer Rechten hält sie den kleinen Heiland, der nackt auf ihren Knieen steht. In ihrer Linken ruht das Scepter.

Leinwand; h. 1,22; br. 0,97. – 1741 durch Riedel aus Wien. H. – Inv. 1754, II 85. – Die Originalität dieses Bildes ist zuerst von Bode (bei v. Zahn a. a. O. S. 203) bestritten worden. – Auch wir vermögen nicht, die gediegene und zarte Hand des van Dyck, sondern nur die Hand eines beliebigen, schwächeren Rubens-Schülers in ihm zu erkennen. – Gestochen als van Dyck 1812 von H. A. Riedel. – Phot. Ges.

Der Versucher vor Christus. 1041. (1087.) P 7.

Kniestück. Der Heiland steht mit abwehrend erhobener Linken, nach links gewandt, unter dem Felsenhange. Vor ihm neigt sich, nach rechts gewandt, der Versucher, welcher ihm die Schätze anbietet, die er im Schurze trägt.

Eichenholz; h. 0,21; br. 0,16. – Inv. 1722, B 575. – Schon bei H. nicht als Original van Dyck’s.

Bildniss eines Geharnischten mit dem Commandostabe. 1042. (1085.) 51 c.

Kniestück nach rechts in grossem grauen Steinmedaillon, über welches der Commandostab hervorragt. Der schwarzhaarige Feldherr trägt über seiner Eisenrüstung eine rote Brustschärpe und einen anschliessenden weissen Kragen.

Leinwand; h. 1,14; br. 0,83. – Inv. 1722, A 273. – Schon damals nur als „Manier“ van Dyck’s. Bei H. als „nach van Dyck.“

Bildniss eines Geharnischten. 1043. (1082.) M 1.

Brustbild ohne Hände nach links auf graubraunem Grunde. Ueber seiner blanken Stahlrüstung trägt der gelblich-blasse, schwarzhaarige Krieger einen herabfallenden weissen Faltenkragen, um den Hals ein kleines rotes Band.

Leinwand; h. 0,63½; br. 0,50. – Inv. 1754, II 778. – Hier und noch bei H. als Original des van Dyck. Nach Bode (bei v. Zahn VI, S. 203) nicht von van

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 338. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/370&oldid=- (Version vom 14.3.2017)