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von 1835, der einzige zugleich, auf dessen Titelblatt er seinen Namen setzte, so viele neue Bilder verzeichnete, dass er noch heute als ältestes Zeugniss für das Vorhandensein mancher Bilder in der Dresdener Galerie angeführt werden muss. Der Staatsminister B. von Lindenau, welcher 1830 die Generaldirection der Museen übernahm[1] und sich die grössten Verdienste um die Neuordnung ihrer Verwaltung erwarb, hatte nämlich 1834 eine Durchsicht des „Vorrates“ angeordnet; und bei dieser Gelegenheit wurden viel vorzügliche entweder bisher noch nie beachtete oder inzwischen nach und nach erworbene, zum Teil auch wohl in Schlössern und öffentlichen Gebäuden versteckt gewesene Gemälde an’s Licht gezogen und der Galerie überwiesen. Unter dem Staatsminister von Lindenau wurde 1836 auch die Galerie-Commission „behufs der genaueren Untersuchung des Zustandes der Gemäldegalerie und der Erörterung der geeigneten Mittel zur Abstellung der sich vorfindenden Uebelstände“ eingesetzt. Ihre ersten Mitglieder waren, ausser dem Galeriedirector Matthäi, als Maler die Professoren Hartmann und Vogel von Vogelstein, als Kenner der bekannte Kunstforscher J. G. von Quandt und der nachmalige Oberhofmarschall Hermann Frhr. von Friesen. In späteren Jahren, als Staatsmittel für Gemäldeankäufe flüssig gemacht wurden, fiel dieser Galerie-Commission, deren Mitgliederzahl allmählich erhöht wurde, neben der Mitbeaufsichtigung der Restaurationsarbeiten noch die Teilnahme an den Bildererwerbungen zu.

Nach Matthäi’s Tode wurde Julius Schnorr von Carolsfeld (geb. zu Leipzig 1794) zugleich als Director der Kgl. Kunstakademie und als Director der Kgl. Gemäldegalerie nach Dresden berufen. Im Jahre 1846 übernahm er beide Aemter; und jetzt erst begann die dritte Periode der Dresdener Galerie sich zu kräftigem neuen Leben, zu dem das vorhergehende Jahrzehnt freilich schon den Grund gelegt hatte, zu entfalten. Ein Neubau hatte sich längst als unabweisbar notwendig herausgestellt. Derselbe wurde nach längeren Beratungen dem damaligen Director der Dresdener Bauschule, Prof. Gottfried Semper,


  1. Vgl. H. Freiherr von Friesen: „Ein Beitrag zur Geschichte der Dresdener Gemäldgalerie“ im „Neuen Archiv für Sächs. Geschichte“ etc. I. (Dresden 1880) S. 316–333.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/51&oldid=- (Version vom 1.8.2018)