Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/518

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E. Die Amsterdamer Schule.

Gillis d’Hondecoeter (auch Hondecoutre).

Geb. zu Antwerpen; gest. im September 1638 zu Amsterdam. Urkundlich, nach Bredius, nur in Amsterdam, zwischen 1615 und 1638, sowie vorübergehend, als Trauzeuge, 1637 in Delft nachweisbar. Der Meister gehört zu den Vermittlern zwischen vlämischer und holländischer Kunst. Er war der Vater des Federviehmalers Gijsbert d’Hondecoeter, der Grossvater Melchior d’Hondecoeter’s.

Der Dorfweg. 1540. (966.) 14 a.

Links vorn an hohem Baume der Dorfweg mit einer Kuhheerde. Rechts vorn ein Sumpf mit einem gebrochenen Baumstamme.

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 486.jpg

Rechts im Mittelgrunde ein Kirchturm hinter sonnenbeschienenen Häusern und Bäumen. Bez. u. r.:

Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,46½. – 1741 erworben (Inventar-Nummer 2717). Bei H. (mir frageweise) dem Guilliam de Heusch gegeben, der jedoch als Schüler Jan Both’s einer verschiedenen Richtung folgte, auch ein anderes Monogramm hatte. Die Folgerungen, die von Riegel (Beiträge II, S. 372) aus unserem Bilde für de Heusch gezogen werden, gehen daher von einer falschen Voraussetzung aus. Bode hatte schon 1873 (bei v. Zahn VI S. 193) darauf aufmerksam gemacht, dass kein anderer als Gillis d’Hondecoeter der Urheber des Bildes sei. Man vergleiche z. B. dessen genau so bezeichnetes, von 1618 datirtes Bild in Cassel; auch eine Handzeichnung des Meisters im Dresdener Cabinet trägt das gleiche Monogramm.

Cornelis Janssens van Ceulen (auch Janson, Jonson).

Geb. 1594 zu London (Bredius, Neueste Nachrichten); gest. um 1664 zu Amsterdam oder zu Utrecht. Er arbeitete längere Zeit in England (1618–1643), wo er sich durch van Dyck beeinflussen liess; 1643 in Middelburg, 1646 in Amsterdam, 1647 im Haag, später wieder in Amsterdam, wo er noch 1662 lebte, während seine Wittwe 1664 in Utrecht erwähnt wird.

Ein Herr mit Handschuhen in der Hand. 1541. (1308.) M 3.

Kniestück nach rechts auf grünlichgrauem Grunde. Der Herr, dessen braune Locken auf seine Schultern herabfallen, trägt einen schwarzen Anzug mit reichem weissen Unterzeug. Die linke Hand stemmt

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 486. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/518&oldid=- (Version vom 1.8.2018)