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Eine Strasse mit Kirchen und Klöstern. 1664. (1632.) 8 a.

Die gotische Hauptkirche liegt rechts im Mittelgrunde. Links vorn ein Heiligenbild im Schatten eines Baumes, im Mittelgrunde ein Kloster und ein Kirchturm. Rechts vorn ein Priester mit der Monstranz unter purpurnem, von Chorknaben getragenem Baldachin.

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Bezeichnet halblinks unten am Stein:

Eichenholz; h. 0,32½; br. 0,43½. – Inv. 1722, A 412.

Meindert Hobbema.

Geb. 1638 zu Amsterdam (Oud Holland I, 1883, p. 181–185), gestorben daselbst am 7. Dec. 1709. Schüler des Jac. v. Ruisdael, aber selbständig weiterentwickelt. Thätig zu Amsterdam.

Weg zwischen Hütten unter Bäumen. 1665. (1563.) 13 a.

Zu beiden Seiten des Bildes liegen Hütten am Waldrande unter Bäumen. Zwischen ihnen führt der gelbe Sandweg gerade in der Mitte bildeinwärts. Auf ihm unter anderen ein Mann in roter Jacke. Halbbedeckter Himmel mit hell von rechts beleuchteten Wolken. Bez. l. u.:

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Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,41½. – 1874 im Kunsthandel aus einer Privatsammlung in Amsterdam. – Die Echtheit ist weder unbestritten noch unbestreitbar; doch halten wir die Unechtheit nicht für erwiesen. Die Bezeichnung zeigt die bekannte Handschrift Hobbema’s. Ist das Bild nicht, was wir anzunehmen geneigt sind, eine echte, flüchtige Arbeit des Meisters, so könnte es nur sammt seiner gleichzeitigen Inschrift eine raffinirte moderne Fälschung sein. Dies anzunehmen sehen wir jedoch bis jetzt keinen genügenden Grund. – Phot. Braun X, 35.

Jan Weenix.

Geb. um 1640 zu Amsterdam, gest. daselbst den 20. September 1719. Schüler seines Vaters Giovanni Battista Weenix. Thätig zeitweise in Utrecht, zeitweise im Schlosse Bensberg bei Düsseldorf für den Kurfürsten Joh. Wilhelm von der Pfalz, hauptsächlich aber in Amsterdam.

Da durch das von Bredius aufgefundene Testament seines Vaters feststeht, dass er um 1640 geboren ist, so muss seine eigene Angabe vom 7. October 1679 (Oud Holland IV, p. 300), an dem er aus Anlass seiner Verheiratung erklärte, 30 Jahre alt zu sein, entweder irrig niedergeschrieben sein oder auf der Absicht des Künstlers beruhen, sich jünger zu machen, als er war.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 530. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/562&oldid=- (Version vom 1.8.2018)