Seite:Keyserling Wellen.pdf/109

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alle diese Männer nicht? Warum saßen sie da still in ihre Mäntel gehüllt, die Hutkrempen auf die Gesichter niedergebogen wie dunkele, fremde Traumgestalten? Da beugte sich Hans zu ihr nieder, drückte ihre Hand und fragte: „Wie geht es?“ „Gut,“ erwiderte sie und lächelte, es sollte niemand wissen, daß sie sich fürchtete, aber der Händedruck, die ruhige, freundliche Stimme taten ihr gut, gaben ihr ein wenig Sicherheit wieder. Und Hans, als fühlte er das, sprach weiter, fragte Wardein: „Fahren wir dort zu den Butten hinüber?“ „Ja, ja, zu den Butten,“ brummte Wardein, „die liegen dort unten im Sande.“ „Aha,“ meinte Hans, „die wühlen sich dort in den Sand ein und warten auf ihre Beute, die flachen Luder.“ Die Burschen auf der Ruderbank begannen laut und rauh über die Butten zu lachen, Doralice lachte auch mit. Die Nacht war schwül, Mathies wurde es beim Rudern zu heiß, er wollte sich die Jacke ausziehen. Hans erbot sich für ihn zu rudern und nun standen sie auf, gingen im Boot hin und her wie in einer Stube, Mathies zog sich die Jacke aus, stand in Hemdsärmeln da, stützte den einen Fuß auf den Bootsrand, spuckte in das Meer und pfiff leise vor sich hin. Und wie sie sich alle um sie her so ruhig und gewohnt

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Eduard von Keyserling: Wellen. S. Fischer, Berlin 1920, Seite 109. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Keyserling_Wellen.pdf/109&oldid=- (Version vom 1.8.2018)