Seite:Keyserling Wellen.pdf/118

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klang abweisend, fast feindselig. Sie nahm es Hilmar jetzt übel, daß er ihr dort im Boot so willkommen gewesen war. Hilmar lehnte sich in seinen Stuhl zurück und rauchte. Aber Hans lachte. „Sehen Sie, so macht es meine Frau immer, wenn ihr etwas sehr gefällt, dann darf nicht gesprochen werden, das ist dann heilig und kein anderer darf es berühren. Nun, nun, gib uns Tee.“

Doralice schenkte die Tassen voll. Der heiße Dampf und der starke Duft des Tees schien die Müdigkeit noch schwerer zu machen, alle schwiegen wieder eine Weile. Endlich seufzte Hans und sagte: „Immerhin ist es schade, daß man nach einer solchen Nacht eine Art Katzenjammer hat, den Katzenjammer der Weite. Das Land erscheint einem unerträglich eng. Dann ist es schon besser, seine Höhle dunkel zu machen und sich darin zu verkriechen.“

„Naturgesetz dieses Ab und Zu der Gefühle,“ murmelte Hilmar zerstreut.

„Und doch,“ fuhr Hans fort, „ich fühle eine seltsame Befriedigung, und warum? Weil wir so viel Fische gefangen haben. Das ist doch ein greifbares Resultat einer Arbeit. Wenn ich einen fettm Dorsch halte, so weiß ich, was ich habe. Wenn

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Eduard von Keyserling: Wellen. S. Fischer, Berlin 1920, Seite 118. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Keyserling_Wellen.pdf/118&oldid=- (Version vom 1.8.2018)