Seite:Keyserling Wellen.pdf/148

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„Wir sind alle Sünder, wenn Exzellenz gestatten,“ erwiderte Klaus, ohne die Miene zu verziehen.

„Aber da sind doch Unterschiede,“ warf Knospelius ein.

Klaus zuckte kaum merklich mit den Schultern: „Die einen fürchten sich nicht davor Sünder zu sein und wir anderen fürchten uns davor.“

„So, so, ich verstehe,“ versetzte der Geheimrat und ging zum Strande hinab.

Unten machte er sich eifrig an das Begrüßen der Anwesenden, ging zu der Gruppe der Generalin, fragte, wie man geschlafen hatte, nannte Lolo „unsere tragische Colombine“, wandte sich dann zu Hilmar und Doralice, die noch beieinander standen, rieb sich die Hände, tat, als sei er der Hausherr des Meeres und habe seine Gäste zu begrüßen. Er winkte Hans Grill zu, der langsam heranschlenderte. „Guten Morgen, Meister, was? heute nacht auf Fischfang und jetzt wieder bei den Booten, das heißt ja im Schweiße seines Angesichts leben.“ Ja, Hans Grill wollte hinausrudern, er lachte: „Das Meeer hat mich jetzt, wenn ich nicht was mit ihm zu tun habe, werde ich unruhig. So was wie Säuferdurst. Fährst du mit, Doralice?“

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Eduard von Keyserling: Wellen. S. Fischer, Berlin 1920, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Keyserling_Wellen.pdf/148&oldid=- (Version vom 1.8.2018)