Seite:Keyserling Wellen.pdf/16

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ließen sich die einzelnen Wellenstimmen unterscheiden, wie sie einander riefen und sich in das Wort fielen. Klein und dunkel hockten die Fischerhäuser auf den fahlen Dünen, hie und da erwachte in ihnen ein gelbes Lichtpünktchen, das kurzsichtig in die aufsteigende Nacht hineinblinzelte. Auf der Veranda war es still geworden. Das seltsame Gefühl, ganz winzig inmitten einer Unendlichkeit zu stehen, gab einem jeden für einen Augenblick einen leichten Schwindel und ließ ihn stillehalten, wie Menschen, die zu fallen fürchten.

„Wer wohnt denn dort?“ begann Frau von Buttlär endlich und wies auf eines der Lichtpünktchen am Strande.

„Das dort,“ erwiderte die Generalin, „das ist das Haus des Strandwächters. Eine verwachsene Exzellenz hat sich bei ihm eingemietet. Du kennst ihn auch, den Geheimrat Knospelius, er ist bei der Reichsbank etwas, er unterschreibt, glaube ich, das Papiergeld.“

Ja, Frau von Buttlär erinnerte sich seiner: „So ein Kleiner mit einem Buckel. Recht unheimlich.“

„Aber so interessant,“ meinte Fräulein Bork.

„Und die anderen Häuser?“ fragte Frau von Buttlär weiter.

„Das sind Fischerhäuser,“ erklärte Fräulein

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Eduard von Keyserling: Wellen. S. Fischer, Berlin 1920, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Keyserling_Wellen.pdf/16&oldid=- (Version vom 1.8.2018)