Seite:Kinder und Hausmärchen (Grimm) 1812 II 222.jpg

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„Nein, sprach er, ich sehe wohl, es geht mit dem Haspeln nicht,“ erzählte ihr, was ihm im Walde begegnet war, und ließ sie von nun an damit in Ruhe.

Bald hernach fing der Mann doch wieder an sich über die Unordnung im Hause zu ärgern und es lief bei ihm über: „Frau, sagte er, es ist doch eine Schande, daß das gesponnene Garn da auf dem Klauel liegen bleibt.“ „Weißt du was, sprach sie, weil wir doch zu keinem Haspel kommen, so stell dich auf den Boden und ich steh unten, da will ich dir den Klauel hinaufwerfen und du wirfst ihn herunter, so gibt’s doch einen Strang.“ „Ja, das geht, sagte der Mann; also thaten sie das und wie sie fertig waren, sprach er: „das Garn ist nun gesträngt, nun muß es auch gekocht werden.“ Der Frau ward wieder Angst; sie sprach zwar: „ja, wir wollen’s gleich morgenfrüh kochen,“ dachte aber bei sich auf einen neuen Streich. Frühmorgens stand sie auf, machte Feuer an, und stellte den Kessel bei, allein statt des Garns legte sie einen Klumpen Werg hinein und ließ es so zukochen. Darauf ging sie zum Manne, der noch im Bette lag, und sprach zu ihm: „ich muß einmal ausgehen, steh derweil auf und sieh nach dem Garn, das im Kessel über’m Feuer steht, aber du mußt’s bei Zeit thun, gib wohl Acht, denn wo der Hahn kräht und du sähest nicht nach, wird das Garn zu Werg.“

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Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1815). Berlin 1815, Seite 222. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_(Grimm)_1812_II_222.jpg&oldid=- (Version vom 18.8.2016)