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Klänge aus den Tropen.
Von Friedrich Gerstäcker.[1]
Abfahrt von einer Südsee-Insel, in einem offenen Boot. 1851.

„Joranna, Joranno, auf Nimmerwiedersehn!“
Und siehst du das Mädchen noch dort am Ufer stehn?
Sie winkt und sie schwenket hoch in der Luft das Tuch.
„Laß ab!“ klagt der Eine – „mich schmerzt’s ja schon genug.

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Ich muß dich verlassen, und liebe dich so –

Joranna, Joranna, nun werd’ ich nimmer froh.“

Doch fort die Gedanken, hier hilft kein Träumen mehr,
Das Boot ist gerüstet und dorten liegt das Meer.
Die Brandung der Riffe, da wälzt sie schon heran,

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Nun wahre dein Steuer mein wackrer Schiffersmann.

Da kommt sie – da rauscht sie – nun schäumt sie wild vorbei,
Jetzt auf mit der Leinwand! Hinaus, die Bahn ist frei!

Hei sieh’ wie er tanzet und wie er springt, mein Kahn,
Er fühlt, wie lebendig, den starken Gegner nahn.

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Hinaus in die Wogen – hin schießt das Boot im Flug,

Die Wellen sie brausen, hoch spritzt der Gischt am Bug.
Hinaus in die Wogen! hinaus! die Segel blähn,
Joranna, Joranna, auf Nimmerwiederseh’n!“


Der Steppenritt vom Atlantischen zum Stillen Ocean.

Wo der La Plata rauschend floß,
Auf üpp’ger Pampas weichem Grund
Vor der Estancia stampft das Roß,
Das Steppenroß, den Rasen wund.


  1. Die nachfolgenden, bisher unveröffentlichten poetischen Schilderungen sandte uns der liebenswürdige Dichter kurz vor seinem Tode. Wir glaubten diese farbenreiche Tropenpoesie unseren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen.
    Die Red.
Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Gerstäcker: Klänge aus den Tropen. A. H. Payne, Leipzig 1876, Seite 89. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Kl%C3%A4nge_aus_den_Tropen-Gerstaecker-1876.djvu/1&oldid=- (Version vom 1.8.2018)