Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/126

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„Mein bist du,“ rief er aus, „du sollst Männin heißen, denn du bist vom Manne genommen.“

Im Allgemeinen ist Lilith bis jetzt von den deutschen Dichtern wenig berücksichtigt worden.

In dem von dem Meßpfaffen Th. Schernbrek 1480 verfaßten und 1565 zu Eisleben gedruckten „Schön Spiel von Frau Jutten“, in welchem die Fabel von der Päpstin Johanna dramatisch behandelt wird, tritt außer einigen römisch-katholischen Würdenträgern, Christus, Maria nebst den Erzengeln Gabriel und Michael auch Lilith, die dort des Teufels Großmutter genannt wird, als flotte Tänzerin auf. Der alte Satanas hat nämlich sein ganzes Höllengesindel zusammengerufen, um ihm einen kühnen Plan zur Verspottung des Papsttums vorzulegen und seine Mithilfe zur Ausführung desselben zu erbeten. Ehe dies aber geschieht, vollführen gleichsam zur Weihe des Unternehmens die Höllengeister einen von lärmenden Gesang begleiteten Rundtanz. Plößlich springt nun Lilith unter sie und spricht:

„Hin laufe ich traun auch mit umher,
Und nimmt mich groß Wunder,
Weß ihr auch habt vermessen,
Daß ihr meiner habt vergessen,
Und kann ich doch gar höflich geschrecken,
Und will an den Reihen gelecken,
Und kann ich gar weidlich schwanzen,
Und mich verdrehen an diesem Tanzen,
Darum sollt ihr nicht mit mir grunzen,
Laßt mich auch schütteln die alten Runzen,
Und laßt mich auch helfen singen
Und meine rostige Kehle erklingen
Bei dem edlen guten Gesang,
Deß sollt ihr allweg haben Dank.“

Darauf wird ein zweiter Rundtanz aufgeführt und Satanas erklärt den Zweck der Versammlung.

Diese tanzlustige, vergnügungssüchtige Lilith, war vielleicht dieselbe, über die Dähnhardt in seinen „Natursagen“ (S. 121) einige Mitteilungen veröffentlicht. Adam war, wie es dort heißt, anfangs mit einem langen, biegsamen