Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/136

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die Mutter der vielen Allzuvielen, die zu Sklaven auf der Kultur Galeere bestimmt sind und in dieser Rolle ihre Befriedigung finden.

Gott hatte Adam erschaffen, doch als er ihm die Schönheiten der Erde zeigte und dafür einen Psalm des Lobes erwartete, streckte sich der Stammvater, nachdem er die Blumen berochen und in den Aether geblinzt hatte, müde und teilnahmslos in die Veilchen und überließ sich einem Schläfchen.

„Da kehrt ins irdische Gefild
Der Herr mit dem lieblichsten Wunderbild;
Wie er’s erschuf, ist uns verborgen.
Es strahlt wie Paradiesesmorgen,
Vom Scheitel fließt ihm Sonnengold,
Zwei Flüglein hat’s, noch aufgerollt.
Wie junge Blätter unentfaltet.
Als Adam dies Gebild erschaut
Springt er vom Boden mit Jubellaut,
Begreifend, daß dies Wonnewesen
Ihm zur Gefährtin auserlesen.
Und stracks hebt er zu tanzen an,
Just wie ein balzender Auerhahn,
Den Hals gereckt, auf Zehen schwebend,
Die Arme wie zwei Flügel hebend.
So turnt er vor ihr auf und nieder
Und zeigt die Pracht ihr seiner Glieder,
Kreist immer näher um die Neue,
Die an den Herrn sich schmiegt mit Scheue.
Doch mählich wird auch sie beherzt.
Ein Schalk aus ihren Augen scherzt,
Sie schwebt ihm entgegen, flieht und kehrt
Um ihn, der wie ein Kreisel fährt;
Dann plötzlich hinter des Meisters Rücken
Entzieht sich listig Adams Blicken,
Der in ein Jammerbild erstarrt;
Bis sie zur Genüge ihn genarrt
Und wieder kommt. – Da in Ekstasen
Wirbelt er auf, und unterm Rasen
Schlägt er zur Erde, umfaßt ihr Knie,
Und Lilith, Lilith! nennt er sie.“