Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/14

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besonders gekocht, und ein Bäuerlein, das einst neugierig in den betreffenden Kessel blickte, erhielt vom Küchenmeister des Teufels einen solch’ kräftigen Schlag auf den Mund, daß er die Vorderzähne der oberen und unteren Kinnlade einbüßte.

Um die Hexen zu verhindern, auf ihrer nächtlichen Fahrt unterwegs Schaden anzurichten, machte man mit Kreide Kreuze an Haus, Scheune und Stall, zündete Feuer auf hohen Bergen an und läutete die Kirchglocken. Letzteres war ihnen ebenso zuwider, wie Goethe im zweiten Teile des „Faust“ spricht:

„Vom verfluchten Bimbambimmel
Umnebelnd heitern Abendhimmel,
Mischt sich in jegliches Begebnis
Vom ersten Bad bis zum Begräbnis,
Als wäre zwischen Bein und Baum
Das Leben ein verschollner Traum.“

In Böhmen, woselbst es die Hexen hauptsächlich auf die Verheerung der Felder abgesehen haben, wird in der ersten Mainacht fleißig geschossen, „damit der Brand nicht hinein komme“. Zuweilen wird auch ein Feuer angezündet und eine weibliche Figur hineingeworfen. In Oberösterreich pflegen Mägde und Knechte allerlei zur Reinigung des Hauses und Hofes gebrauchte Geräte, wie Rechen, Gabeln, Schaufeln und Besen umgekehrt in den Boden zu stecken, damit die Hexen daran hängen bleiben. Oft wird auch am ersten Mai das Vieh ausgetrieben und mit geweihten, aus Birkenreisern bestehenden und mit Blumen geschmückten Ruten geschlagen.

Eine drastische Beschreibung des Hexensabbathes findet man im „Simplizissimus“; doch fügt der Verfasser am Schlusse ironisch hinzu, daß dieselbe entweder auf einen Traum oder auf Aufschneiderei beruhe.

Von einem merkwürdigen Hexenritt berichtet das folgende isländische Märchen:

„Es war einmal ein Pfarrer, ein vortrefflicher und tüchtiger Mann. Als diese Geschichte sich zutrug, war er noch nicht lange verheiratet und hatte eine junge, hübsche Frau, die er sehr liebte; sie zeichnete sich aber auch in jeder Hinsicht vor allen anderen Frauen in jener Gegend