Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/144

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Den Schleier Liliths wieder mit,
Der jeglich Ding, das er umwebt,
Verklärt in lichte Farben hebt.
Und wenn die Menschheit, spät erleuchtet.
Sich näher zur Vollendung ringt,
Vom Segen ist’s, den er ihr bringt,
Mit Schweiß und oft mit Blut befeuchtet.
Sein Fußtritt wird der Schlange Haupt zerbrechen
Sie aber wird ihn in die Ferse stechen;
Denn Evas Kinder, die ins Joch gebeugten,
Hassen von Mutterleib den Lichterzeugten,
Sie werden ihn fesseln, den Weg ihm sperren,
Ihn auf den Pranger, die Schlachtbank zerren,
Vergeblich doch! Weil nach dem letzten Schluß
Der Lilith Blut auf Erden herrschen muß.
So oft Gott will, daß der Gang der Erde
Um einen Ruck gefördert werde,
Erweckt er unter dumpfem Troß
Einen, der Liliths Blut entsproß.
Und immer wird er wiederkehren,
Verfolgung, Marter schreckt ihn nicht.
Als Forscher sucht er in den Sphären
Der Wahrheit unertrüglich Licht.
Er kommt als Held, wenn Völker bluten,
Als Seher, wenn der Glaube schwand.“

Als Adam gestorben, drängt sich um die abseits stehende grollende Eva die sie verehrende Schar und spricht:

Hör unsern Eid:
Wir stehn bereit
Ihn zu verfolgen mit Dolch und Gift,
Mit Verrat, der schwärzer trifft,
Über seiner Asche ihn noch zu lästern.
So oft der Lilith Sohn erscheint,
Empfangen werd’ er als dein und unser Feind.
Gegen ihn gerüstet,
Stehen wir alle vereint,
Ihn wegzuziehen von seinem Ziele.
Tröste dich Mutter,
Er ist einer, und wir sind viele“.