Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/24

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

wie ein Hase kam und die Euter aller Kühe der Reihe nach leerte. Am nächsten Morgen nahm er seine Hunde mit, und als der Hase wieder erschien, vertrieben sie ihn und verfolgten ihn bis in die Nähe eines Farmhauses, woselbst ihn einer ins Bein biß. Am folgenden Tage hinkte die Bewohnerin jenes Hauses. Als sie später starb und zum Grabe gefahren werden sollte, erschraken auf einmal die Pferde und liefen ohne anzuhalten eine Meile fort. Da es das zweite Gespann ebenso machte, so blieb nichts anderes übrig, als die Leiche der Hexe auf den Kirchhof zu tragen. Die Pferde sollen die Nähe des Teufels gespürt haben.

Zu Empire, einer Vorstadt von Wilkensbarre in Pennsylvanien, wohnte einst ein gewisser George Evans, der sehr unschuldig aussah, aber doch ein gefährlicher Zauberer war. Einst wollte er dem Bergmann John Caffrey eine Kuh abkaufen, und als dieser nicht darauf einging, sagte der Zauberer, er solle das alte Tier nur behalten und er wolle schon sorgen, daß ihm keiner einen Cent dafür gebe.

Von Stund an gab die Kuh keine Milch mehr. Nun eilte Caffrey eines Tages zu Evans und fragte ihn, weshalb er ihm die Kuh behext habe. Dieser machte ihm darauf ein neues Angebot, aber dasselbe wurde entschieden zurückgewiesen. Darauf erkrankten die Frau und Kinder des Bergmannes, jedoch glücklicherweise nicht gefährlich. Caffrey machte nun alle Nachbarn mit seinen Erlebnissen bekannt und Evans verließ lange Zeit sein Haus nicht, aus Furcht, totgeschlagen zu werden.

In Pennsylvanien legen die Bauern den behexten Kühen Jungfernhaare ins Futter, worauf sie wieder Milch geben.

Von einer Tyroler Hexe wird berichtet, daß sie die Milch der Kühe in Bäume oder Steine zauberte; wenn sie später Milch brauchte, so molk sie einfach einen Zweig oder drückte auf einen Stein. Die bestohlenen Kühe aber gaben inzwischen Blut anstatt Milch. Diese Hexe, die allerlei erstaunliche Zauberkünste verstand, wurde später gefangen und zum Scheiterhaufen geführt; doch sie fror so lange im Feuer, bis man geweihte Kräuter hineinwarf. Erst dann verbrannte sie.