Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/39

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sein Vieh sei verhext und die böse Person müßte ausfindig gemacht werden. In diesem Antwortschreiben war ein Mittel zur Ausfindigmachung der Hexe angegeben. Dem ersten Stück Vieh, welches verendete, sollte er das Herz ausschneiden, es abkochen und an der vor seiner Farm vorbeiführenden Landstraße aufhängen. Die erste Person, die vorbeigehe, sollte nach den Angaben des genannten Schreibens die Schuld an der Verhexung des Viehs treffen. Farmer Hosia tat, wie ihm verordnet war. Das Herz eines verendeten Pferdes wurde aufgehängt und der erste, der vorbeiging, war Charles Arhenburg, ein reicher Holzhändler von Milan.

Die Neger von Südkarolina vertreiben die Hexen, böse Geister, Muskitos und überhaupt alles, was eine Nase hat, mit alten Schuhen und brennendem Schwefel. Im Staate Georgia machen die Neger das Bild einer Hexe aus Teig, binden einen Faden darum und backen ihn, worauf die Teufelin während eines ganzen Jahres kein Unheil anstellen kann. Dort hängen sie auch ihren Kindern zum Schutze gegen das Stottern die Vorderfüße eines Maulwurfs um den Hals. Dieser Gebrauch steht mit folgender Sage in Verbindung;

„Eine faule, gefallsüchtige Negerin machte einst die Bekanntschaft einer Hexe, die ihr das schönste Seidenkleid der Welt gegen Bedingungen versprach, die sie ihr später mitteilen wollte. Nachdem sich nun die Negerin zu jedem Opfer bereit erklärt hatte, wurden ihr die Augen ausgestochen und dann mußte sie den Rest ihres Lebens in der Dunkelheit unter der Erde zubringen. Dort erhielt sie auch ein weiches Seidenkleid.“

Die Tlinkit-Indianer nennen die Hexen nakutsati. Sie sollen ihre Künste von Jelch, dem listigen und verschmitzten Rabengott, über den sich bei dem erwähnten Volke ein reichhaltiger Sagenkreis gebildet hat, erlernt haben. Wenn sie einen Menschen verderben wollen, so nehmen sie ein Haar oder den Speichel desselben und legen dies auf einen Leichnam, worauf der betreffende Mensch erkrankt. Die Schamanen haben nun die Pflicht, die Unheilshexe ausfindig zu machen, was sie, da sie dabei häufig an ihnen verhaßten Frauen Rache nehmen, zu gefürchteten Persönlichkeiten