Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/60

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der Teufel erfüllt denen, die sich ihm mit Blut verschrieben, alle Wünsche, wie die Märchen aller gläubigen Völker der Vergangenheit und Gegenwart beweisen. Welche fabelhafte Summen hat doch der französische Schalk Taxil, der unverschämteste Schwindler der Neuzeit, aus seinen Mitteilungen über die Teufelsanbeterei der Freimaurer geschlagen und wie beispiellos plump ist er dabei vorgegangen, die Hohe Geistlichkeit hinters Licht zu führen! Wenn irgend jemand jemals in überzeugender Weise die Wahrheit des Spruches „Die Dummheit der Gläubigen ist grenzenlos“ bewiesen hat, so hat es der genannte Eulenspiegel getan.[1]

In der Bibel spricht Gott der Herr klar und deutlich zu den Menschen: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“[2] Nun aber hat die Erfahrung überzeugend bewiesen, daß dem betenden Menschen gerade das, was ihn aus seiner augenblicklichen


  1. Bräunlich, Der neueste Teufelsschwindel. Leipzig 1897.
  2. Die Geschichte des alttestamentlichen Teufels, schreibt Hoensbroech, läßt sich auf die Handfläche schreiben und jedes unschuldige Kind darf sie lesen. Der Teufel des päpstlichen Christentums steht da als Riese, nicht Foliobände fassen seine Geschichte, und wer sie liest, dem wird die Schamröte ins Gesicht getrieben, ob der maßlosen Unflätigkeiten, die sie enthält, verbrieft und besiegelt durch Unterschrift und Siegel des Statthalters Christi.
         Das römische Zentralorgan der Jesuiten, die Civilta Catolica, hat im Jahre 1902 eine Serie von Teufelsartikeln gebracht, in denen von dem Treiben eines Turiner Flaschenteufels, eines Groschenteufels in Paris und Turin, eines Steinteufels in Paris, eines Hausgerätteufels in St. Petersburg, eines Klosterteufels in Turin usw. höchst drastische Geschichten erzählt werden.
         Professor J. Bautz in Münster hat in den beiden mit Genehmigung des bischöflichen Oridinariats von Mainz herausgegebenen Büchern „Die Hölle“ (Mainz 1882) und „Das Fegefeuer“ (1883) die denkbar albernsten Teufelserscheinungen[WS 1] berichtet und die körperliche Realität des bösen Geistes und seiner Hölle mit allen Waffen seiner „Wissenschaft“ verteidigt.
         Der Volkswitz hat den Teufel einfach mit der Priesterschaft in Verbindung gebracht, so in den Sprichwörtern: Was der Teufel nicht machen kann, gibt er einem Jesuiten in Verding. Kein Priesterrock ist so heilig, der Teufel schlüpft hinein. Läßt man den Teufel in die Kirche, sitzt er sicher auf der Kanzel. Wenn der Teufel zu alt wird, will er Mönch werden. Der Teufel erbaut selbst ein Gotteshaus, wer ihm seine Seele dafür gibt. Der Beste in der Not, sagte der Teufel, da ging er zwischen zwei Pfaffen.
  1. Vorlage: Teufelserscherscheinungen