Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/61

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schlimmen Lage hätte befreien können, entschieden verweigert wurde, sodaß er also in seiner Verzweiflung sich an eine andere Macht, nämlich den Teufel, um Hilfe wandte und ihm dafür seine Seele verschrieb. Und die Mären der alten Zeiten berichten auch einstimmig, daß Mephistopheles den einzelnen Bedingungen des Kontraktes, und war ihre Ausführung auch noch so schwierig, stets gewissenhaft nachkam, manchmal aber auch um den Preis seiner Opfer schmählich betrogen wurde, sodaß ihm mit der Zeit das Geschäft des Seelenfangs gründlich verleitet worden ist. Auch braucht er sich zur Füllung seiner Hölle jetzt schon deshalb nicht mehr in große Unkosten zu stürzen, weil, sofern es noch mit rechten Dingen zugeht und jeder nach Verdienst im Jenseits seinen Lohn erhält, vielleicht mehr Höllenkandidaten sich bei ihm einfinden, als er beherbergen kann. Jetzt kann sichs der Teufel bequem machen und ein Herrenleben führen, wo er früher oft genug gezwungen war, sich sklavisch in die Launen seines Verbündeten zu fügen und sich zu den verächtlichsten Handlangerdiensten zu erniedrigen. So ändern sich Zeiten und Menschen. Zu den zahlreichen Bedingungen, welchen sich der Teufel unterwarf, um die Seele des „Welt berufenem“ Herzogs von Luxemburg zu gewinnen, gehörten unter anderen folgende:

„Sollte ihm der Satan sobalden baar zehntausend Reichstaler an Geld liefern. Sollte solches Geld nicht falsch oder betrüglich, noch von einem solchen Materia seyn, welches unter der Hand entweder verschwindet oder zu Steinkohlen werde, sondern es soll deshalb von solchem Metall seyn, welches von Menschenhänden geprägt worden und in allen Orten und Landen, wo es auch hinkommen mag, gültig und gangbar sey. – Solle er ihn weder an seinem Leib, noch an seinen Gliedmaßen beschädigen, noch an seiner Gesundheit angreiffen, sondern ihm dieselbe ohne einige menschliche Schwachheit und Gebrechen 36 Jahre lang unversehrt erhalten. – Soll er ihn beym König wie auch bey allen vornehmen Herrn, in Summa bey Großen und Kleinen, Hohen und Niedern, Manns- und Weibs-Personen beliebt machen, sodaß er ihrer Gunst und Gewogenheit allezeit versichert sey und sie ihm in