Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/71

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Faust ist also gerettet und in den katholischen Himmel, in den er als Protestant schlecht paßte, geraten. Übrigens war er auch kein solcher, eher ein Pantheist, allein er war sich in seinem dunklen Drange stets des rechten Weges bewußt gewesen und hatte sich strebend bemüht und dadurch Anspruch auf Erlösung. Der Teufel war wieder einmal geprellt worden; wie hätte er auch den zum Schlusse herbeigeeilten Heiligen widerstehen können? An gebrochenem Herzen aber ist er deshalb doch nicht gestorben, und die gläubigen Christen und ungläubigen Dichter haben wacker dafür gesorgt, daß er heute am Leben geblieben ist. Zu bedauern ist nur, daß er durch die Abgewöhnung seiner früheren Freigebigkeit seinen Weltruf eingebüßt hat und wirklich nicht nur zum armen Teufel, sondern auch zum dummen Teufel herabgesunken ist. Auch ist er nachgerade so furchtsam geworden, daß er sich, wie ein deutsches Volkslied beweist, sogar vor einem Schneider fürchtet. Seine Drohungen werden verlacht. Als er einst vor Cuvier erschien und Miene machte, ihn zu verschlingen, sprach dieser Naturforscher spöttisch zu ihm: „Hörner und Huf! Du bist ein Pflanzenfresser und kannst mich nicht verdauen!“ worauf der Höllenfürst verdutzt den Rückzug antrat.

Auf die Frage, wie der Teufel aussieht, gibt es, da er in den verschiedensten Gestalten und Verkleidungen auftritt, auch ebenso verschiedene Antworten. Als er bei Gott erschien, um mit ihm wegen des frommen Hiob zu verhandeln, ist er sicherlich in anständiger Außenseite erschienen, denn das erforderte schon die gute Lebensart. Auch beim Erzengel Michael, mit dem er nach französischen Märchen freundschaftlich verkehrte, wird er sich nicht in einem schäbigen Kleide gezeigt haben, so auch nicht bei den Mönchen, bei denen er übrigens stets Unheil anrichtete, manchmal aber auch selber hinters Licht geführt wurde.

Görres, der sogenannte Geistesriese der Römlinge, sagt: „Der Teufel ist entweder schwarz, unsauber, stinkend, furchtbar, oder doch wenigstens verdunkelnd, dabei häßlichen Angesichts, mit schnabelartig gebogener oder glatter