Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/78

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Eh’ ich dir füllte deinen Sack.“
Der Bauer ob der Red erschrak
Und fürchtete des Teufels Zorn.
Derselbe fing an zu rumor’n
Und fuhr den Bauern grimmig an,
Zerkratzt’ ihm das Gesicht sodann
Mit seinen spitzen Klauen scharf,
Beim Haar ihn von der Scheuer warf.
Der Teufel, arg erzürnt, entwich,
Ließ üblen Stank noch hinter sich.
Der Bauer fiel vom Dach so hart,
Daß er sein Lebtag hinkend ward.
Auf fuhr alsbald der Bauersmann
Und klaubt’ das Geld zusammen dann,
Es in den Haberkasten tät
Und meint: „Nun werd ich fröhlich fett.“
Er lacht. „Obgleich ich worden lahm,
Ich doch zu großem Reichtum kam!
Ein End’ hat meine Ungeduld,
Nun kann ich zahlen meine Schuld,
Beim kühlen Weine sitzen auch,
Wie das bei reichen Bauern Brauch,
Werd nun gezogen auch herfür,
Brauch nicht zu sitzen hinter der Tür.“
So tät er aller Kurzweil walten
Und eine frohe Fastnacht halten
Mit seinem Schatz im Haberkasten.
Und als es nun war am Mitfasten,
Da ging zum Pfarrer er zu Beicht’,
Von Sünd’ sein Herz zu machen leicht.
Den Streich vom Teufel er erzählt’
Und von dem zugebrachten Geld,
Vom Sack, der keinen Boden hätt.
Der Pfarrer dann nachdenken tät
Und brauchte eine flinke List.
Sprach: „Bauer, wenn zu dieser Frist,
Du willst, daß ich dich absolvier,
So mußt du wahrlich geben mir
Zum Lohn den bodenlosen Sack.
Der Bauer ob der Red erschrak