Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/93

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Der Pfeifer blies stets hell und heller,
Die Tänzer flogen schnell und schneller
Rundum, hochauf, die Kreuz und Quer,
Die Hexen schwitzten immer mehr,
Bis ab sie warfen ihre Kleider
Und nun im Hemde tanzten weiter.

Wohlan, Tam, wären sie gewesen
Recht runde, volle, junge Besen,
Ihr Hemd, statt schmutziger Flanell,
Aus altem Linnen, rein und hell:
Die Hosen hier, mein einzig Paar,
Einstmals von Plüsch mit blauem Haar,
Ich zog sie ab vom Beine traun,
Könnt’ ich die hübschen Vöglein schaun.
Doch solche Hexen, alt und häßlich,
Zum Füllensäugen gut, so gräßlich,
An ihren Stall sich dreh’nd und schwingend,
O Tam, war ’s dir nicht ekelbringend!
Doch Tam was hübsch war, wohl verstund,
Ein hübsches[WS 1] Mädchen, nett und rund,
Sich heut’ zum erstenmal einfand.
Lang kannt’ man sie an Karricks Strand,
Denn manches Stück Vieh schoß sie tot,
Stürzt’ um so manches hübsche Boot,
Macht’ Korn- und Gerstenähren leer,
Das ganze Land sie scheute sehr. –
Ihr kurzes Hemd von Paisley-Arbeit,
Ob’s auch herniederging nicht gar weit,
Ihr bestes war’s und gern getragen:
Sie trug’s schon in den Mädchentagen.
Nicht dachte die Großmutter dein
Als sie kauft’ es der Enklin klein
Für zwei Pfund Schott’sch, ihre Habe ganz,
’s würd’ prangen einst beim Hexentanz’.
Doch hier die Muse senkt die Schwingen,
Denn nimmermehr würd’s ihr gelingen,
Zu singen, wie sie tanzt’ ohn’ Ende,
Denn kraftvoll war sie und behende
Und wie Tam dastand wie verzückt

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: hübches