Seite:Löhe, Wilhelm Die bayerische Generalsynode vom Frühjahr 1849 und das lutherische Bekenntnis.pdf/16

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bloß erlaubt, sondern sogar streng geboten, so daß die Gemeinden, welche nach Beßerem greifen wollten, aus Uniformitätsgründen zu dem Schlechten zurückgewiesen werden würden.

 6) Eine andere Folge der unirten Gestaltung des Kirchenregiments und der confessionellen Unentschiedenheit im Allgemeinen ist das Bestehen eines baierischen Centralvereins für protestantische Missionen verschiedener Confessionen. Derselbe Geist, welcher allenthalben in unsern Tagen durch gemeinsame Werke zu uniren sucht, und allenthalben traurige Verwirrung verbreitet hat, spricht sich auch in der Zusammensetzung und dem Wirken dieses die ganze bayerische Kirche umfaßenden Vereins aus.

 7) Im engsten Zusammenhang mit der gerügten Laxheit im Bekenntnis steht die allgemein verbreitete Laxheit im Leben, und aus diesem doppelten Uebel stammt die fast durchgreifende Zuchtlosigkeit in Betreff des Bekenntnisses, der Lehre und des Lebens, wie sie unsre Landeskirche so schwer verschuldet hat. Die größte ja fast unerträgliche Gewißensbeschwernis treuerer Seelsorger, das gründlichste Aergernis vieler, gerade beßerer Gemeindeglieder hat hier seinen Ursprung.

 8) Gleichfalls zusammenhängend mit confessioneller Laxheit und dem lutherischen locus de ministerio in so ferne zu nahe tretend, als es Befugnisse, die nur dem schriftgemäßen, geweihten Presbyterium der Gemeinden eignen, gewählten Vertretern der Gemeinden mittheilen will, und mittheilt, ist das Institut weltlicher