Seite:Löhe, Wilhelm Die bayerische Generalsynode vom Frühjahr 1849 und das lutherische Bekenntnis.pdf/34

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4. Ferner erblicke ich in diesem Bekenntnis lediglich ein Zeugnis von der evangelischen Freiheit der Forschung in der heiligen Schrift, welche letztere auch mir als Urquelle des christlichen Glaubens gilt. Eben im Vollgefühle dieser evangelischen Freiheit erkläre ich,
5. Daß ich auf dem Fundamente der evangelisch-lutherischen Bekenntnisse stehe."

 Das war von Seite Buchers eine authentische Erklärung seines Bekenntnisactes vom 5. Februar. Es ist das jeden Falls eine ganz neue Art, sich zum lutherischen Bekenntnis zu bekennen. Man thut dem Bekenntnis Gewalt an, indem man es umfaßt.

 Durch den Muffel’schen Protest angeregt ließ Decan Maier von Rügheim den folgenden Protest circuliren: „die Unterzeichneten protestiren feierlich gegen den von dem Abgeordneten v. Muffel eingelegten Protest bezüglich der Benennung evangelisch-lutherische Kirche und erklären, daß sie sich diese Bezeichnung ihrer Kirche nicht werden nehmen laßen.“ Während dies geschah, erklärte der gewandte Dirigent, die Kirche heiße gegenüber den Römischen protestantisch, in Berücksichtigung ihres Grundes evangelisch, gegenüber den Reformirten lutherisch, die Sache könne also füglich beruhen. Mit dieser Erklärung erklärten sich sofort 25[1] Abgeordnete beruhigt, 16 schloßen sich der Maierischen Protestation an, 13 gaben ihre Unterschrift zu einer von dem Abgeordneten Hommel unter den Maierischen Protest gesetzten Erklärung[2], welche ganz im kirchlichen Sinne gegeben war, und zwei trugen auf Verständigung mit v. Muffel an. Die größere Hälfte der Synode betheiligte sich also am Maierischen Protest gar nicht, die kleinere Hälfte that es in verschiedenem Sinn. Und nun, konnte man doch, 10 Tage nach dem ersten Bekenntnis, nicht mehr von Ueberrumpelung reden: etwas hätte die schweigende Hälfte doch jeden Falls – von Muffel und Maier


  1. [26]
  2. [26]