Seite:Löhe, Wilhelm Die bayerische Generalsynode vom Frühjahr 1849 und das lutherische Bekenntnis.pdf/50

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ihn brauchen wollen, stehen gelaßen wäre. Es gehört also der Beschluß über die Agendensache in eine Kategorie mit dem über das Gesangbuch und man kann sagen mit allen übrigen unsre Petition berührenden Beschlüßen. Confessionelle Entschiedenheit ist nirgends.




 In Betreff der Nr. 10. p. 14. unserer Petition beantragten Herstellung der Kirchengemeinschaft hatte sich der I. und II. Ausschuß in dem Beschluß vereinigt, „Einer hochwürdigen Generalsynode vorzuschlagen, dieselbe wolle das k. Oberconsistorium bitten, daß es die erste zur Verbindung der einzelnen evangelisch-lutherischen Landeskirchen Deutschlands zu einer allgemeinen Kirchengemeinschaft sich darbietende Gelegenheit ergreifen, sodann unverzüglich die Zusammenberufung einer außerordentlichen Generalsynode veranlaßen und durch Vorlage weiterer dahin bezüglicher Vorschläge diese hochwichtige Angelegenheit ihrem Ziele entgegenführen möge.“ – Nach den vorausstehenden und nun noch folgenden Beschlüßen hat dieser Beschluß, auch wenn er durch die Synode selbst zu voller Geltung gekommen wäre, keinen Werth. Denn in welchem Sinne und mit wem zunächst Kirchengemeinschaft hergestellt werden würde, dafür gibt das Verhalten der Synode denen keine Bürgschaft, welche Kirchengemeinschaft mit solchen wollen, die „mit uns auf gemeinsamem Grunde des Bekenntnisses ruhen und das Bekenntnis nicht bloß in thesi, sondern, fern vom heuchlerischen Schein, auch in praxi haben.“ Wäre es über diesen Punkt zu weitläufiger Debatte gekommen, so würde sich hier mehr, als an allen andern Punkten, gezeigt haben, in welchem Sinne die Generalsynode oder die bei ihr überwiegenden Männer das „lutherisch“ nehmen.




 Alle die bisher erwähnten Beschlüße wurden von der Synode ohne Berücksichtigung unsrer Petition und bevor sie zur Verhandlung kam, gefaßt. Auch 4, a. wurde als abhängig