Seite:Löhe, Wilhelm Die bayerische Generalsynode vom Frühjahr 1849 und das lutherische Bekenntnis.pdf/58

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Kirchenversammlung unisono stimmen soll, abgestimmt. Die Bischöfe zu Würzburg begannen mit einem Credo, das ohne Hörner und Klauen war: wir haben es zum unisono der wahren Kirche und zur Gemeinschaft des Bekenntnisses, – geschweige des Glaubens, – nicht gebracht. – Was wollte diese Synode? Bau der Kirche auf ihre Gründe? Nein. Nur Bau, so gut es geht, – Zusammenhalt dessen, was beisammen ist, – Vermeidung der unvermeidlichen zeitlichen Noth. Sie will den Bruch erleiden, aber sie will ihn nicht selbst vornehmen, auch nicht, wo Apostel ihn befehlen. Selbst wo es gilt, gegen die Gotteslästerungen eines Ghillany und Consorten aufzutreten, hat sie nichts als unfruchtbare Indignation und Hoffnung der Umkehr.

 Was sollen nun die thun, welche diese Zustände für „unerträglich“ erkannten? Diese Zustände, welche durch die Beschlüße der Synode kaum angerührt werden? Die Synode ist trotz vielen Redens von „unserer lutherischen Kirche“ doch als Synode unirt, und zwar nicht bloß mit den Reformirten, sondern auch mit den Rationalisten in ihrer Mitte. Was hilfts, daß sie den Pfälzer den Balken nachwies und ihnen ein etwas ernsteres Angesicht zeigte, da sie den wohlbewußten Splitter (oder Balken?) im eigenen Auge schonte? Wenn wir bei ihr und ihrer Genossenschaft bleiben, können wir allerdings sporadische Vortheile gewinnen, vielleicht dringen wir durch unsere Beständigkeit ihr und den Behörden noch manch freundlich Wort für Lutheraner, noch manche Concession ab, vielleicht thut und läßt man uns aus Furcht – denn es ist doch Furcht zur Rechten, wie zur Linken – noch dies und das. Aber was ist’s? Wir bleiben in einer.Gemeinschaft, die wieder mit Irrlehrern Gemeinschaft hat (man denke an die unverholenen Aeußerungen des Decans Würth!), wo Decane gemäß Beschlußes zu 4, b unsrer Petition visitiren sollen, die selbst Visitation bedürfen, wo die Irrlehre auch ferner durch Lehre, Gesangbuch und Agende wuchern kann, wo die Zucht nicht einmal am letzten