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173 Fistel – Fleißiges Lieschen 174


Fistel, regelwidrig entstand. Gang, der inneres Organ mit Haut, Schleimhaut oder and. Organ verbindet; künstl. F. zu Heilzwecken.

Fistelstimme ↑ Falsett.

Fit, fertig, tauglich; fähig zu Höchstleistungen.

Fittings, Formstücke aus Temperguß, zur Verlegung von Gas- u. Wasserleitungen.

Fiumaren, nur in regenreichen Jahreszeiten Wasser führende Flüsse, z. B. in den Karstgebieten SO-Europas.

Fiume, Hafenst, in NO-Italien, 49 000 E.

Five-o’clock (-tea), Fünfuhrtee.

Fixativ, Mittel zum Haltbarmachen v. Zeichnungen.

Fixe Kosten, feste, konstante Kosten.

Fixes Geld ↑ Tägliches Geld.

Fixgeschäft, (meist Börsen-) Geschäft, das genau zu best. Zeit zu erfüllen ist und mit Innehaltung dieses Zeitpunkts steht und fällt.

Fixieren, befestigen; festsetzen; anstarren.

Fixsterne, scheinbar unbewegl. Sterne, wegen sehr gr. Entfernung auch im stärksten Fernrohr punktförmig; nach Helligkeit in Größenklassen geteilt (6. Kl.: die schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren). Mit bloßem Auge etwa 5000 F. sichtbar; am hellsten Sirius. Sternhaufen sind Anhäufungen vieler kleiner F.; ähnlich, aber auch bei stärkster Vergrößerung nicht in einzelne F. auflösbar, sind best. Arten der ↑ Nebelflecke. Alle F., die Sternhaufen u. einige Nebel erfüllen einen linsenförmigen Raum, dessen Randpartie uns als Milchstraße erscheint. ↑ Taf. Sp. 265.

Fixum, festes Gehalt, Mindesteinkommen.

Fizeau, Armand H. L., frz. Physiker, 1819–96, bestimmte ↑ Lichtgeschwindigkeit.

Fl. (fl.) = Gulden (Florin).

Flachbau, niedr., meist eingeschoss. Bauweise.

Flachdruck, Druck v. Farbe annehmender Zeichnung, deren Hintergrund nach Anfeuchten die Farbe abstößt (Stein-, Offset-, Lichtdruck).

Flacheisen ↑ Walzeisen.

Flächenhelligkeit ↑ Photometrische Grundgrößen.

Flächenmaß, das Quadrat des Längenmaßes. Einheit: 1 qm. ↑ Übers. Sp. 416.

Flachkultur,6–15 cm tiefe Bodenbearbeitung.

Flachs (Lein), Nutzpflanze, bis 0,60 m, blau od. weiß, lief. Fasern, Leinsamen. ↑ Taf. Sp. 209.

Flachswerg, Abfall beim Schwingen u. Hecheln v. Flachs.

Flagellanten (Geißler [d. eignen Körpers]), Büßerscharen, im 13.–15. Jh., bes. 1348 (gr. Pest).

Flageolett, flötenart. Orgelstimme; bei Streichinstr.: flötenartige Töne.

Flaggen (Taf. Sp. 168),Erkennungszeich. u. Verständigungsmittel für Schiffe, im Staatsleben nat. Ehrenzeichen.

Flaggoffizier, höherer Seeoffizier, d. Flagge als Kommandozeichen führt: Admirale abwärts bis zum Kapitän zur See.

Flaggschiff, Kriegsschiff mit der Flagge e. Flaggoffiziers.

Flagrant, brennend; offenbar; in f. i, auf frischer Tat (ertappt).

Flaischlen, Cäs., optimist. Dichter, 1864–1920.

Flake, Otto, Schriftst. u. Kulturphilos., * 1882.

Flakon, (Riech-) Fläschchen.

Flamberg, mit 2 Händen geführtes Landsknechtsschwert.

Flamboyant, Flammenstil, spätgot. flammenförm. („Fischblasen“-) Ornamentik.

Flamen (Vlamen), niederfränk. Bev. in N-Belgien u. Frz.-Flandern. Sprache (Flämisch) geh. zum Niederländischen.

Fläming, Landrücken in S-Brandenburg, 201 m.

Flamingos, Storchvögel, in wärmern Gegenden, z.B. Roter F., 1¼ m, rosenrot, Mittelmeergebiet.

Flämisch ↑Flamen.

Flämische Bewegung will fläm. Sprache und Volkstum gegen den von den frz. Wallonen beherrschten belg. Staat (1920 in Belg. 43 % Flamen, 38,5 Frz.-, 13 % Doppeltsprachige) verteidigen. Im Weltkrieg entstand Rat v. Flandern. Der dt. Zus.bruch brachte d. Ende der F., d. meisten Führer wurden 1918 verhaft., Ende 1928 begnad., 1929 auch Borms. Febr. 1930 wurde Flämisch Unterrichts- u. Verwaltungssprache d. Univ. Gent.

Flämische Malerei, d. Malerei von Rubens, van Dyck, Jordaens und ihren Schülern u. Zeitgenossen.

Flamme wird erzeugt durch verbrennende Gase.

Flammenzwirn ↑ Taf. Sp. 184.

Flammöfen: Brennstoff u. zu erhitzende Körper in 2 getrennten, durch Öffnung verbundenen Räumen.

Flammrohr, Heizrohr beim F.kessel.

Flandern, Landschaft zw. Nordseeküste, der Scheide u. Bergland von Artois, belg., niederl. u. frz. Hinter 2½ km breitem Dünenstreifen Marschgebiet, im S Hügelland. Berühmte Tuchind. (Ypern, Gent, Antwerpen, Löwen), Flachsbau, Schafzucht. – Dezemberin Frz.-F. 14.–24. 12. 1914; ⚔ in F. 27. 5 –3. 12. 1917; Abwehr⚔ 28. 9.–17. 10. 1918.

Flanell, weicher, doppelseitig gerauhter Baumwoll- od. Wollstoff.

Flaneur, Pflastertreter; flanieren, bummeln.

Flansch(e), Ansatz an Rohren, zu ihrer Verbindung.

Flapper, „modernes“ (mit Flirt, Putz, Sport, Studium usw. „beschäftigtes“) junges Mädchen.

Flaschenzug, Lasthebevorrichtung aus Oberflasche (Kloben) und Unterflasche mit Lasthaken. Abart: Differential-F. Elektro-F., F. mit eingebautem Elektromotor.

Flatow, St., Grenzmark Posen-Westpr., 5500 E.

Flaubert, Gust., frz. realist. Romandichter, 1821–80; „Madame Bovary“, „Salammbô“, 1869; dt.

Flaus(ch), dicker, weicher, gerauhter Wollstoff.

Flaute, Windstille; flaue od. faule Brise.

Flavier, röm. Kaiserhaus, 69–96 n. Chr.

Flaxman, John, engl. Klassizist, Bildh. u. Zeichner, 1755–1826; Taf. I Sp. 376.

Flechte, volkstüml. f. chron. Hautausschläge.

Flechten, Vereinigungen (Symbiosen) v. Fadenpilzen mit blaugrünen od. grünen Algen. Isländisches Moos, Strauch-F.; Renntier-F., handhohe Strauch-F.; Korallen-F., kleine Säulchen mit roten Knöpfchen; Bart-F., v. d. Zweigen d. Waldbäume herabhängend.

Flechten, im Textilgewerbe: mindestens 3 Fäden werden so durcheinandergeworfen, daß sie, sich senkrecht kreuzend, abwechselnd über- und untereinanderliegen; mechan. auf Flecht- (Klöppel-) Maschinen.

Fleckenreinigung, bei Fett: mit Benzin, Äther, Magnesiumkarbonat oder Bolus, in Breiform aufgetragen; für Säuren: mit Salmiakgeist; für Tinte: mit Oxalsäure, Zitronensäure; für Obst-, Färb- u. Weinflecke: mit Bleichflüssigkeit; für Laugen: Befeuchten mit Essig (Essigsäure).

Fleckfieber ↑ Typhus.

Fledermäuse, Säugetiere, Hände in gr. Flugwerkzeuge umgewandelt, hängen zur Ruhe kopfabwärts, Nacht- u. Dämmerungstiere. Fruchtfresser: Fliegende Hunde, ostind. Inseln; Insektenfresser die einheim. F.: Ohren-F., 8 cm, graubraun, ¼ m klafternd.

Fleet, Zweigkanal von Hafen nach Speicher usw.

Fleetwood, St. in NW-Engl., 19  000 E.

Fleiner, Fritz, Schweiz. Staatsrechtslehrer, Zürich, * 1867.

Fleiperverkehr, Flug-Eisenbahnverkehr für Personen u. Gepäck, gestattet Fortsetzung der Flugreise durch Eisenbahn.

Fleisch, Muskelmasse der Wirbeltiere, enthält Muskelsubstanz, Binde- u. Fettgewebe, Blut, F.saft, besteht aus Eiweißstoffen, leimgebender Substanz, Fett, Mineralstoffen nebst sogen. Extraktivstoffen. Mageres Ochsen-F. enthält 76,5 % Wasser, 20 Eiweiß, 2 Fett, 1,5 Mineralstoffe ; fettes Ochsen-F. bis 30, Gans bis 45 % Fett. Reich an leichtverdaul. Eiweißstoffen.

Fleischbeschau, amtl. Untersuchung des zur menschl. Nahrung best. Fleisches vor u. nach Schlachtung durch Tierärzte od. geprüfte F.er.

Fleischextrakt, halbtrocken eingedampfte Fleischbrühe.

Fleischgeschwulst, bösartige fleischige Neubildung vom Bindegewebe aus.

Fleischmehl, getrocknetes u. gepulvertes Fleisch.

Fleißiges Lieschen (Impatiens sultani), Balsaminengewächs aus dem tropischen Afrika,

Bild: Flandrische Ebene in der Umgebung von Brügge.

Bild: Maßwerk im Flamboyantstil.

Bild: Flagellanten: Nach der Konstanzer Chronik (15. Jh.) in der Staatsbibliothek zu München.

Bild: Einfacher Flaschenzug.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 173–174. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0108.jpg&oldid=3343263 (Version vom 1.8.2018)