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Freiligrath – Friedrichshall

Malerei.

Freiligrath, Ferd., Dichter, 1810–76; exot., polit., zuletzt patriot. Gedichte.

Freimaurerei, Lebenskunst des rechten „Bauens“ an Ich u. Menschheit zu geist. u. sittl. Veredlung; organisiert im Freimaurerbund: viele selbständige Großlogen (-Oriente) unter Großmeistern; die kleinern Logen unter Meistern vom Stuhl. 3 Grade: Lehrling, Geselle, Meister; meist keine relig., nationalen u. rass. Schranken. Entstanden aus den ↑ Bauhütten.

Freisasse, Freibauer.

Freising, oberbayr. St., 15 000 E; Gerbereien.

Freisinnige Partei, Deutsche, hervorgegangen 1884 aus der Dt. Fortschrittspartei; parlamentarisch, antisozialistisch. 1893 Spaltung in Freisinnige Volkspartei u. Freisinn. Vereinigung, 1910 zur Fortschrittl. Volkspartei.

Freistaat = Republik.

Freital, sächs. St., bei Dresden, 37 000 E.

Freiübungen, körperl. Übungen ohne Geräte.

Freiwillige Gerichtsbarkeit ↑ Gerichtsbarkeit.

Freiwirtschaft, Wirtschaftsprogr. unter den Schlagwörtern „Freiland, Freigeld, Freiwirtschaft“ (FFF); Beseitigung aller Monopole von Grund- u. Geldbesitz; v. Silvio Gesell.

Freizeit, Form gemeinschaftl. verbrachter, berufsfreier Erholungszeit: für gemeins. Aussprache, Sport usw.; auch Veranstaltung zu relig. Vertiefung.

Freizügigkeit, Recht der freien persönl. u. wirtschaftl. Bewegung, bes. Aufenthalts- u. Niederlassungsfreiheit.

Fremantle, westaustr. Hafenst., 31 000 E.

Fremdenlegion, frz. (zuerst 1831 in Algerien), auch span. Truppe aus Angeworbenen aller Nationen.

Fremdwörter, stammen aus andern Sprachen, haben ihre fremde Form fast od. ganz unverändert beibehalten.

French, John, Earl of Ypres of High Lake, 1852–1925,1914–15 engl. Oberbefehlsh. in Frankr.

Frenetisch, rasend, tobend.

Frenssen, Gust., Schriftsteller, *1863; Rom.: „Jörn Uhl“, „Hilligenlei“, „Peter Moors Fahrt nach Südwest“.

Frequenz, Häufigkeit, Besucherzahl, Andrang; Techn.: Zahl der Wellen bei Wechselstr. i. 1 sek; Physik: ↑ Schwingung.

Fresenius, Karl Remigius, Chemiker, 1818 bis 1897, verd. um d. Analyse.

Freskomalerei (al fresco) Wandmalerei mit Wasserfarben auf feuchter Kalkfläche.

Fresnel, Augustin Jean, frz. Physiker, 1788–1827, bewies durch Interferenzversuche Wellennatur des Lichts.

Frettchen, blaßgelbe Spielart des Iltis; zur Kaninchenjagd.

Freud, Sigm., *1856, Wien, Begr. der Psychoanalyse.

Freudenstadt, württ. St. u. Höhenkurort, im Schwarzwald, 11 000 E.

Freundschaftsinseln = Tongainseln.

Freyer, Hans, Philos. u. Soziolog, Leipzig, *1887.

Freyja, altnord. Liebesgöttin, Schwester d. Freyr, Gott d. Fruchtbarkeit u. des Lichts.

Freytag, Gust., realist.Schriftst., 1816–95; Schausp., Lustsp.: „Die Journalist.“, Rom.: „Soll u. Haben“, kulturhist. Erz. „Die Ahnen“, „Bild, aus d. dt.Vergangenh.“.

Freytagh-Loringhoven, 1) Axel, Frh. v., *1878, Prof., Breslau, dt.-nat, M.d.R. 2) Hugo, Frh. v., 1855–1924,1915 Gen.-Quartiermeist., Militärschriftst.

Friaul, ehem. Hzt. i. nordö. Teil d. Venezian. Tiefebene. Meist italienisierte Bew. (F.er, Furlaner) m. roman. Mundart.

Frick, Wilh., nat.-soz. Polit., *1877, Jan. 1930 bis 1. 4. 1931 thür. Innenmin., M.d.R. (seit 1924).

Friedberg, altertüml. oberhess. St., 11 000 E.

Friedberg, Emil, Kirchenrechtslehrer, 1837–1910.

Friedensabkommen, arbeitsrechtl. Bestimmung, daß nach beend. Arbeitskampf Maßregelungen unterbleiben u. Entlassene wied. eingestellt werden.

Friedensbewegung = Pazifismus.

Friedenspflicht, arbeitsrechtl. Verpflichtung zw. Arbeitgeber- u. Arbeitnehmerverbd., alles zu unterlassen, was geg. Tarifvertrag verstößt u. wirtsch. Frieden stör. könnte.

Friedensverträge 1919–22. Friedenskonferenz von Paris begann 18. 1. 1919 in Versailles; Vertr. d. Hauptmächte: Clemenceau f. Frankr., Lloyd George Großbrit., Wilson USA, Orlando (zeitweil. Sonnino) Ital. (Rat der Vier); Vertr. d. Dt. Reichs: Brockdorff-Rantzau. Der „Friedensvertrag“, unterzeichnet am 28. 6. 1919 in Versailles u. 10. 1. 1920 in Kraft getreten, hat seine „moral. Grundlage“ in d. Anerkennung d. dt. Alleinschuld am Weltkrieg durch das Dt. Reich; der Form nach Vertrag, dem Inhalt nach Diktat, umfaßt 440 Artikel in 15 Teilen. Der 1. Teil enthält die Völkerbundssatzung, der 2. Teil bestimmt die Grenzen des Dtsch. Reichs, der 3. Teil setzt in polit. Bestimmungen über Europa die vom Dt. Reich abzutretenden u. die vom Völkerbund zu besetzenden Gebiete fest, der 4. Teil nimmt d. Dt. Reich seine Kolonien, d. 5.Teil seine militär. Machtmittel, der 6. Teil verschiebt die Auslieferung der dt. Kriegsgefangenen bis nach Inkrafttreten d. Vertrags. Im 7. Teil wird d. Auslieferung d. Kriegsverbrecher gefordert, der 8. Teil verlangt Wiedergutmachungen, der 9. u. 10. Teil enthält finanz. u. wirtschaftl. Bestimmungen, der 11. Teil verleiht den alliierten Luftfahrzeugen im Dt. Reich bis 1923 gleiche Rechte wie den dt. der 12. Teil bestimmt Internationalisierung der Elbe, der Moldau, der Oder, des Njemen, der Donau, der 13. Teil betrifft das Internat Arbeitsbüro in Genf. Teile 14 u. 15 enthalten verschied. Bestimmungen. Der „Friedensvertrag“ von Saint-Germain, unterzeichnet 10. 9. 1919, machte Österr. zum Rechtsnachfolger der ehem. österr.-ung. Monarchie u. zum lebensunfähigen Torso. Der „Friedensvertrag“ von Trianon v. 4. 6. 1920 mit Ungarn u. der von Neuilly mit Bulgarien v. 19. 9. 1919 enthalten ähnl. brutale Bedingungen. Die Türkei wurde im Vertrag von Sèvres (10. 8. 1920) als Staatswesen auf Innerkleinasien beschränkt; sie sicherte sich aber im Vertrag von Lausanne 24. 7. 1923 europ. Gebiet.

Friedenthal, Hans, Physiol., *1870; Nachw. der Blutsverwandtschaft zwischen Affe und Mensch,

Friederici, Carl Georg Ed., Ethnol., *1866.

Friedland, nordböhm. St, 6200 E; ehem. Wallensteinsches Schloß.

Friedländer, Max J., Kunsthistoriker., *1867, General-Direktor der preußischen Staatlichen Museen.

Friedliche Durchdringung, einseitige wirtschaftl. Ausbreitung eines Staates in ein wirtschaftlich passives Gebiet durch Gewinnung seiner Rohstoffquellen.

Friedrich, Kasp. Dav., Maler, 1774–1840; romant Landschaften (↑ Taf. Sp.376).

Friedrich, 1) Deutsche Könige u. röm. Kaiser: F. I., Rotbart (Barbarossa), 1123–90, 5 Züge nach Italien, ertrank auf Kreuzzug; schläft nach Volkssage im Kyffhäuser. F. II., 1194–1250, 1215 König, 1220 Kaiser. F. (III.), der Schöne, Gegenkönig Ludwigs des Bayern, 1286–1330. – 2) Dt. Kaiser: F. III., *1831, † 15. 6. 1888 (Kehlkopfkrebs), 9. 3. 1888 Kaiser, 1858 mit Prinzessin Viktoria (Kaiserin F., 1840–1901) v. Engl, vermählt. – 3) F. Wilh., d. Gr. Kurfürst (Brandenburg), 1620–88, begr. preuß. Beamtentum u. Heer. – 4) F. V., Kurfürst v. d. Pfalz, 1596–1632, Haupt der prot. Union, 1619 König v Böhmen („Winterkönig“), verlor 1620 den Thron dch. ⚔ bei Prag. – 5) Preußen: F. I., als Kurfürst v. Brandenburg F. III., 1657–1713, machte sich 18. 1. 1701 zum König. F. Wilh. I., 1688–1740, 1713 König. F. II., d. Gr., 1712–86, 1740 König, erob. 1740–41 Schlesien, das er sich im 7j. Krieg (1756–63) sicherte, organisierte Verwaltung, verbesserte Heer u. Rechtspflege. F. Wilh. III., 1770–1840, 1793 mit Luise v. Meckl.-Strelitz verh., 1797 König F. Wilh. IV., 1795–1861, 1840 König, lehnte 1849 die dt. Kaiserkrone ab, seit 1857 gehirnleidend. Prinz F. Karl, Neffe Wilh. I., 1828–85, 1866 u. 1870 Heerführ. – 6) Sachsen: F. I., d. Streitb., 1369–1428. F. III., der Weise, 1463–1525, schützte Luther. F. Aug. I. (d. Starke) ↑ Aug.

Friedrichroda, St. u. Kurort, am N-Fuß d. Thür. Wald, 6000 E.

Friedrichshafen, württ. St, a. Bodensee, 11 000 E; Luftschiffbau Zeppelin.

Friedrichshall, Saline b. Koburg;

Bild: Friedrich Wilhelm I.

Bild: Friedrich Wilhelm III.

Bild: Friedrich der Große. (Nach dem Reiterstandbild von Chr. Rauch.)

Bild: Gustav Frenssen.

Bild: Friedrich Wilhelm IV.

Bild: Sigmund Freud.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 185–186. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0117.jpg&oldid=3343269 (Version vom 1.8.2018)