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Füllort – Funktechnik

Aluminium-Magnesiumsilikat; Entfärbungsmittel für Öle u. Fette.

Füllort, bergmänn.: erweiterter Raum vor dem Förderschacht.

Füllung, von Rahmen od. Friesen eingefaßte Platte.

Fulminant, blitzend; „geharnischt“.

Fumarolen, in vulkan. Gebieten Ausströmungen v. Gasen.

Funchal, Hptst. der portug. Insel Madeira, 24 000 E; Hafen.

Fund verpflichtet bei Wert über 3 ℛℳ zu polizeil. Anzeige u. berechtigt zu Finderlohn.

Fundament, Bauwesen: in der Erde liegender Unterbau.

Fundieren, gründen, versorgen.

Fundierte Staatsschulden, langfristige Anleihen.

Fundus, Grund und Boden; Theater: Bestand an Kostümen, Requisiten, Beleuchtungsapparaten.

Fünen, dän. Insel, 2990 qkm, 280 000 E.

Fünfjahresplan ↑ Sowjetunion.

Fünfkampf: Laufen, Springen, Werfen (keine Übungsart darf mehr als 2 X vertreten sein).

Fünfkirchen, südwestung. St., 50 000 E.

Fungible (vertretbare) Waren, Gegenstände gleicher Güte, v. denen eine Teilmenge die andre ersetzen kann.

Fungieren, tätig sein, verrichten.

Funkenstrecke, Stelle im elektr. Stromkreis, an der Funken überspringen.

Funker, im Funkdienst tätige Person.

Funkie, Liliengewächse, Blüten trichterförm., weiß, bläulich und lila.

Funkpeilung (-ortung), nautische Ortsbestimmung d. Funktechnik.

Funkröhre (Kathoden-, Elektronenröhre). Je nach Verwendungszweck: Sende-, Hochfrequenz-, Niederfrequenz-, Widerstandsverstärkerröhre sowie Gleichrichter u. Audionröhre. In luftleerem Glaskolben befinden sich 3 metall. Elektroden (Abb. 1), Kathode H, ein Draht, der durch Heizstrom erhitzt wird, wodurch die Kathode Elektronen ausschleudert; Anode A dient zum Auffangen der Elektronen u. die durchlöcherte Elektrode G (Gitter) zum Steuern der Elektronen. Anode ist nicht geheizt, gibt deshalb keine Elektronen ab, wodurch Strom nur in einer Richtung fließen kann (Ventil- oder Gleichrichterwirkung). Mit Hilfe des Gitters ist es möglich, durch Anlegen von Spannung (Gitterspannung) den Anodenstrom (H–A) so stark zu beeinflussen (Abb. 2), daß die F. eine etwa 10fache Stromverstärkung ermöglicht. Dadurch ist Verstärkung (↑ Taf., 2 u. 3, Sp. 184) sowie bei geeigneter Schaltung (↑ Taf., 4, Sp. 184) Erzeugung von Schwingungen möglich. Bei Senderöhren steigen die Ausmaße mit der Leistung (größte F. bisher: 1000 kW). Die meisten Sender verwenden F. von etwa 50 kW, deren Anode einen Teil der Gefäßwand bildet u. von außen gekühlt wird.

Funkspruch, Ferngespräch auf drahtlosem Weg.

Funktechnik (↑ Taf. Sp. 184) dient zur Übermittlung v. Nachrichten, Gesprächen, Vorträgen, Konzerten, photogr., gedruckten und lebenden Bildern mittels elektromagnet. Wellen, die sich durch Luftraum u. alle schlechten elektr. Leiter (Steinwände, Holz usw.) ungehindert fortpflanzen. Dabei kommt bes. im Rundfunk Streuwirkung d. Funksender nach allen Richtungen in Betracht. Ein elektr. Stromkreis mit Spule (Induktivität; Abb. 1: L) u. Kondensator (Kapazität, C) stellt elektr. Schwingungskreis (Oszillator) dar. Wird in der Spule v. außen herein kurzer Stromstoß erzeugt, dann ladet dieser erst den Kondensator auf. Hört der Stromstoß u. somit Aufladung auf, so entladet sich der Kondensator über die Spule. Die Selbstinduktion d. Spule verlängert diesen Entladungsstrom u. ladet dabei den Kondensator umgekehrt wie vorher wieder auf. Nach Beendigung dieser Aufladung beginnt abermals eine Entladung; die Ladung schwingt über die Spule hin und her. Durch Widerstands- und andre Verluste im Stromkreis hört die Schwingung nach u. nach auf (gedämpfte Schwingung; Abb. 2 b). Wird von außen immer neue Energie zugeführt, so daß die Schwingung gleichmäßig fortbesteht, nennt man sie ungedämpft (Abb. 2 c). Die sekundl. Schwingungszahl ergibt sich aus Größe der Induktivität u. Kapazität. Das Maß Hertz (Hz) und Kilohertz (kHz; auch Kilocycle = 1000 Hertz) gibt die Frequenz an, d. h. wie oft je sek die Ladung eine volle Hin-und Herschwingung (Wellenbewegung; Abb. 2 a), ausführt. Niederfrequenz bis 100 Hz, Mittel- od. Tonfrequenz 100–10 000 Hz, Hochfrequenz 10–1000 kHz, Höchstfrequenz über 1000 kHz. Die Wellen pflanzen sich mit Lichtgeschwindigkeit (300 000 km je sek) fort. Der . Begriff Wellenlänge (der von einer vollen Schwingung zurückgelegte Weg; Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit: Frequenz) wird vorwiegend bei kurzen Wellen (unter 100 m) benutzt. Diese teilt man in Zehner- (10–100), Einer-(1–10) u. Deziwellen (0,10–1 m) ein. Einer- u. Deziwellen und die noch kürzern (bis zu den ultraroten Strahlen herab) bezeichnet man als ultrakurze Wellen. Eine Gruppe von benachbarten Wellen heißt Wellenband. Schaltet man in ungedämpft schwingenden Kreis veränderl. Widerstand ein, z. B. Mikrophon, das seinen Widerstand im Rhythmus d. auftreffenden Sprachschwingungen ändert, so werden die Schwingungen zeitweise eingeengt u. wieder freigegeben (Modulation, modulierte Schwingungen; Abb. 2d). Schwingungen wurden früher durch elektr. Funken erzeugt, später durch Lichtbogen u. Maschinensender. Die meisten Funksender sind als Röhrensender (↑ Taf., 4, Sp. 184) ausgebaut. Durch Antennenkopplung werden d. so erzeugten Schwingungen auf Antenne (↑ Taf., 5) übertragen. Die Ausstrahlung der Schwingungen erfolgt durch offene Schwingungskreise in der Art, daß d. Kondensator nach Abb. 3 gleichsam aufgeklappt wird. Die „Platten“ werden immer weiter voneinander entfernt, wobei man sie zu Drahtgebilden umwandelt. Die Antennen strahlen i. allg, nach allen Richtungen aus. Bei kurzen Wellen kann man der Ausstrahlung best. Richtung geben, indem man in best. Entfernung hinter den Antennen gleichlange Drähte aufhängt, die als Spiegel wirken (Strahlwerfer-, Beam-Antennen; Abb. 4). Bes. Funkanlagen lassen Funkwellen an Draht entl. z. Empfänger hin laufen (Drahtfunk, Hochfrequenztelegraph, und -telephon.) beim Zugfunk (Abart des Drahtfunks) erhält d. fahr.

Abb. 2. Formen elektromagnetischer Schwingungen.

Abb. 1. Schwingungskreis.

Abb. 4. Strahlwerferantenne. (Telefunkengesellschaft, Berlin.)

Abb. 1. Funkröhre.

Abb. 2 Röhrenkennlinie

Abb. 3. Schema der Antenne.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 189–190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0119.jpg&oldid=3343271 (Version vom 1.8.2018)