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199 Gebirgsart – Geiser 200

d. Erdinnern stammenden tekton. u. vulkan. Kräften, teils aus der v. außen wirkenden ↑ Erosion, ↑ Denudation u. ↑ Deflation, die die Oberfläche formen. Als Ursache der v. innen wirkenden Gebirgsbildung galt früher Zus.ziehung infolge Abkühlung (Kontraktionstheorie); heute häufig auf ↑ Isostasie zurückgeführt. Formen: Plateau-G., Hügelländer, Kamm-G., Mittel-G. mit breiten, abgerundeten Gipfeln u. nicht höher als 1500 m, Hoch-G. (↑ Alpen) mit Anzeichen früherer oder gegenwärt. Vergletscherung, tertiärer Faltung, Auflösung in Grate, Spitzen, Hörner. ↑ Taf. Sp. 200.

[Taf. Sp. 200]
Gebirgsbildung

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1. Geneigte Schichten, das „Streichen“ und „Fallen“ zeigend.

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4. Geneigte (schiefe) Falte (a), die durch Zerrung des Mittelschenkels (b) zerreißt und in eine Überschiebung übergeht (c).

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6. Isoklinalfalten. Die Schenkel besitzen gleiche Neigung.

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2. Ungleichförmige (diskordante) Lagerung (Schema einer „Transgression“).
Die ungestörten, waagrechten Schichten des „Deckgebirges“ (D) „transgredieren“ (übergreifen) über das gefaltete „Grundgebirge“ (G). Innerhalb D und G herrscht „Konkordanz“.

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3. Aufrecht gefaltete Schichten.
A Antiklinale oder Sattel, S Synklinale oder Mulde, L Luftsattel (inf. Abtragung des Sattels). Die Faltung bewirkt eine Wiederholung der Schichten an der Erdoberfläche (a, b, c, d, b, a), die älteste Schicht (d) erscheint im Sattel, die jüngste (a) in der Mulde.

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5. Flexur (Abbiegung) von Schichten (a). Sie kann durch Zerrung (b) zu einem Bruch führen (c).

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9. Staffelbrüche mit Horst und Graben (Schollenstruktur).

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11. Eruptivgesteinsstock oder B atholith mit unregelmäßigen Verzweigungen (Apophysen).
Unterer Block: heutiger Zustand, oberer Block: der abgetragene Teil. E Eruptivgesteinskörper, K Kontakthof, N Nebengestein.

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7. Liegende Falte.

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10. Gang (quer zu den Schichten) und Lagergang (parallel zu den Schichten) von Eruptivgestein oder Erz.

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8. Überfaltungs- (Überschiebungs-) decken.
Punktiert: Junge Gesteine des Vorlandes, über welche die aus älteren Gesteinen bestehende Ü. hinweggewalzt wurden. D.Sch. Deckschollen, Reste der durch Abtragung zerstörten oberen Decke.

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12. Lakolith in Verbindung mit Gängen und Lagergängen.
Der Eruptivgesteinskörper liegt im wesentlichen als große Masse zwischen den Schichten und hat diese aufgeheult und aufgeblättert.

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13. Schichtvulkane.
A Aschenkegel, L Lavabänke, K Lavakern.

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17. Schichtquelle.
A durchlässig
B undurchlässig
Q Quelle

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14. Kaldera mit später entstandenem Vulkankegel im Innern.

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15. Artesischer Brunnen.

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16. Karstfluß und periodischer Karstsee.

Gebirgsart (Gebirge), bergmänn. Ausdruck für Gestein.

Gebläse, Vorr, zur Erzeugung v. gepreßten Gasen (meist Luft). Bauarten: Kolben-G., Kreisel-, Zentrifugal- oder Turbo-G., Kapsel-G.

Gebrauchsgraphik, Graphik für Reklame u. Buchschmuck.

GebrauchsmusterMusterschutz.

Gebühren, Abgaben für Inanspruchnahme bestimmter öffentl. Leistungen u. Einrichtungen.

Geburt (Entbindung), Austreiben der Leibesfrucht aus mütterl. Körper, durch Wehen, Erweiterung des Muttermundes u. Platzen der Fruchtblase (Blasensprung) eingeleitet; dann unter starken Wehen Austreibung der Frucht, meist Kopf voran (Kopf-, Stirn-, Gesichtslage), seltener umgekehrt (Beckenendlage), bei der zuerst Füße od. Steiß (Steißlage) heraustreten. Endlich wird Mutterkuchen losgelöst u. mit zerriss. Fruchthüllen (Eihäuten) ausgestoßen (Nach-G.).

Geburtenregelung, Maßnahmen, die die Geburt von Kindern dem Willen der Eltern überantworten, wird durch Empfängnisverhütung erreicht.

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Geburtshelferkröte.

Geburtshelferkröte, 4 cm, graugrünl., im Bergland; Mittel-, W-Europa; Männchen wickelt sich die Eierschnüre um die Schenkel.

Geburtsziffer, Zahl der Lebendgeborenen, bezogen auf 1000 E.

Gebweiler, seit 1918 frz. St., Oberelsaß, 12 000 E.

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Geckonen. Mauergecko.

Geckonen, Eidechsen, mit Haftapparaten an Zehen, z. B. Mauergecko, Mittelmeerländer.

Gedag = Gesamtverband Deutscher Angestellten-Gewerkschaften.

Gedämpfte WelleFunktechnik.

Gedankenlesen schöpft aus dem Ober- oder Unterbewußtsein andrer.

Gediegen, ehem. nicht an andres Element gebundenes Metall in der Natur.

Gedinge, dt. Ausdruck für Akkord.

Geelong, südäustr. Hafenst, 43 000 E.

Geest, in NW-Deutschland höher als die Marsch gelegenes Land.

Geestemünde, seit 1925 Teil von Wesermünde.

Gefährdetenfürsorge, für Heimlose, Rechtsbrecher, sittlich Gefährdete, Prostituierte, Alkoholsüchtige u. a., geregelt durch Fürsorgepflicht-VO. v. 13. 2. 1924.

Gefälle, absolutes; Höhenunterschied zw. 2 Punkten; relatives G.: l:1000 z. B. bedeutet l m G. auf 1000 m Strecke.

Gefechtsmast, Stahlrohrmast großer Kriegsschiffe; zu Ausguck, Übermittlung von Signalen usw.

Gefle = Gävle.

GeflechtFlechten.

Geflügelkrankheiten: verheerendste ansteck. Seuchen sind Geflügelcholera (Gänse, Hühner, Enten), mit Durchfall, u. Hühnerpest, mit Schlafsucht. Weiße Kückenruhr (Hühnertyphus, Pullorumseuche) häufig unter künstlich erbrüteten Kücken. Weniger gefährlich: Geflügeltuberkulose, Diphtherie der Kopfschleimhäute u. Pocken (Hautknoten). Tier. Schmarotzer verursachen Darmkokzidiose (Durchfall), Filarienseuche (im Entenmagen) u. Luftröhrenwurmseuche. Pips ist Entzündung der Nasen- u. Mundschleimhaut, Darre chron. Darmkatarrh. Kalkbein (Fußgrind) ist Fußräude.

Geflügelte Worte, oft angeführte Aussprüche; Sammlung v. Büchmann.

Gefreite, Mannschaften, die Unteroffiziersdienste tun.

Gefrieren, Festwerden (Erstarren) von Flüssigkeiten, meist bei bestimmter Temperatur (Gefrierpunkt)

Gefrierfleisch, bei -12 bis -15° eingefror. Fleisch.

GefrittetFrittung.

Gegenreformation, im 16.—17. Jh. innere Erneuerung (Restauration) des Katholizismus u. Versuch der Eindämmung der Reformation.

Gegenstromprinzip beruht darauf, daß bei Kühlern das zu kühlende Mittel entgegen dem kühlenden Mittel bewegt wird. Gegenteil: Gleichstromprinzip: Kühlmittel u. zu kühlender Stoff haben gleiche Strömungsrichtung.

Geheimbünde, Vereinigungen, die ihre kultischen od. sozialen Zwecke u. Gebräuche geheimhalten.

Geheimdiplomatie, Geheimverhandlungen, geheime Verträge, Bündnisse zw. Staaten.

Geheimmittel, Heil-, Schönheits- u. ähnl. Mittel, deren Zusammensetzung bei Verkauf nicht angegeben wird.

Geheimrat, landläufige Abk. für Geheimer Regierungsrat usw.

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Rechte Großhirnhemisphäre. Außenseite.

Gehirn (↑ Taf. Sp. 396), bei den Wirbeltieren der im Kopf gelegene Teil des Nervensystems, besteht aus Großhirn (Hemisphären), beim Menschen 6/7 der G.masse (Mann: 1400 g, Weib: 1300 g) u. das übrige G. überdeckend, Mittelhirn, Kleinhirn (Hinterhirn) u. Nachhirn (verläng. Mark), das ins Rückenmark übergeht. Groß- u. Kleinhirn zerfallen in zwei Hälften mit Hirnwindungen, bestehen aus grauer Rinden- und weißer Markschicht. Das G. ist außen von der harten Hirnhaut umgeben, darunter Hirnzelt, die zarte Spinnwebenhaut, u. zuinnerst die blutgefäßreiche weiche Hirnhaut. Funktionen: Die G.teile sind untereinander, mit dem Rückenmark u. durch die Rückenmarksnerven mit Muskeln, Hautorganen usw. verbunden. Von den G.zentren gehen die für die Organfunktionen (Muskelaktion, Drüsensekretion) nötigen Erregungen aus; in ihnen werden die zugeleiteten Erregungen zu bewußten Empfindungen. Im verlängerten Mark: Atmungszentrum u. Zentren f. d. Kreislauforgane, für vegetative Funktionen (Magen, Darm, Drüsen, Lungen usw.), im Kleinhirn: Gleichgewichtssinn, in der Großhirnrinde: die motor. Sphären (willkürl. Bewegungen), Seh-, Hör-, Riech-, Tastempfindungssphäre (Abb.), Sprachzentren.

Gehirnanhang = Hirnanhang.

Gehirnentzündung, akute, selten, meist schnell tödl.; als Gehirngrippe meist epidemisch, häufiger und weniger ernst.

Gehirnerschütterung, gekennzeichnet durch Bewußtseinstrübung, Kopfschmerz, Erbrechen. Behandl.: Ruhe.

Gehirnerweichung, Erweichung der Gehirnsubstanz bei Gefäßverstopfung od. Schädelverletzung.

Gehirnhautentzündung, Entzündung der harten od. weichen Hirnhaut; am wichtigsten die meist epidem. Genickstarre, zu 50% tödl.

Gehirnschlag, plötzl. Störung d. Gehirntätigkeit, meist durch Blutung aus einem Gehirngefäß (Gehirnblutung) od. durch Gerinnselbildung in solchem. Genesung mögl., oft lähmungsart. Schwächezustände.

Gehirnwassersucht (Wasserkopf, Hydrozephalus), angeboren od. später (z. B. durch Gehirnhautentzündg.) erworben, Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Schädelhöhlen od. zw. Schädeldecke u. Gehirnoberfläche.

Gehör, musikalisches, Fähigkeit, erklingende Töne zu unterscheiden u. nachzusingen.

Gehrung (Gehre), Abschrägung zweier im Winkel zusammenstoßender Stäbe.

Geibel, Emanuel, 1815-84, Hpt. d. Münchner Dichterschule.

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Geier: Kondor.

Geier, Raubvögel, Aasfresser:

1) Neuwelt-G., in Amer.; Kondor, 2 3/4 m klafternd, schwarz, Anden.
2) Altwelt-G.; Kutten-G., über 2 l/2 m klafternd, braungrau, S-Europa. Gänse-G., 2 l/2 m klafternd, braun, fast nackter Hals, S-Europa, Salzburger Alpen. Lämmer-G.Bartgeier.

GeigeVioline.

Geijer, Erik Gustaf, schwed. Histor. und Dichter, 1783-1847.

Geijerstam, Gustaf af, schwed. Schriftst., 1858-1909.

Geikie, engl. Geologen:

l) Archib., 1835-1924.
2) James, 1839-1915, Eiszeitforscher.

Geiler von Kaisersberg, Johs., scholast. Theol., 1445-1510, Reformpredig., Straßburg.

Geisel, Bürge, d. mit seiner Person haftet.

Geiser (isländisch Geysir), heiße, in

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 199–200. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0124.jpg&oldid=3343275 (Version vom 1.8.2018)