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Griechisch – Gros

330 n. Chr. gehörte G. zum Byzantin. Reich. 1456 eroberten Türken Athen, Kirche und Sprache blieben griechisch. Unabhängigkeitserklärung 1822. Türken mit engl.-frz.-russ. Hilfe geschlagen. Graf Kapo d’Istrias Präs. (1831 ermord.). – 3. 2. 1830 souveränes Kgr. Otto v. Bayern 1832 König, 1862 abgesetzt, Prinz Wilh. v. Dänemark 1863 gewählt (Georg I.). Unglückl. Krieg 1897 gegen Türkei. 1912–13 ↑ Balkankriege. Auf Georg I. (1913 ermordet) folgte Konstantin I. (mußte 1917 abdanken). Sohn Alexander folgte. 1919 Krieg mit Türkei, Verlust O-Thraziens. 1920 Konstantin I. wieder König, nach unglückl. Krieg gegen die Türken abermals gestürzt; Gen. Plastiras riß Macht an sich. 25. 3. 1924 Rep., 1925 Diktatur des Gen. Pangalos; 1926 Konduriotis Staatspräs., 1929 wiedergewählt.

Griechisch, indogerman. Sprache, klangschön, formenreich. Fülle von Mundarten; aus attischem Dialekt seit 300 v. Chr. die Gemeinsprache (Koine) als internat. Sprache der Gebildeten im Röm. Reich (NT).

Griechische Kirche, kath. Kirche des Ostens; größtenteils 1054 von der abendländ. Kirche getrennt (grch.-orthodoxe Kirche; etwa 160 Mill.); mit Rom verein, ist die griech.-unierte Kirche.

Griechische Kunst (↑ Taf.Sp. 264). Älteste (dorische Wanderung): Im Heroenzeitalt Kyklopenmauern. Erste Blüte in ↑ Kretisch-myk. Kunst (ägäische Kunst).– Archaische Kunst (8.–6. Jh. v. Chr.): Dor. Tempel v. Olympia (Heraion), Selinunt, Paestum; ionische sind Artemision i. Ephesos, Heraion v. Samos. Steife Statuen (Apollon), bewegtere i. Attika (Athenestatuen, Dämon v. alten Burgtempel in Athen). – Klass. Kunst (Perserkriege bis Alexander d. Gr.): Zeustempel in Olympia, Parthenon, Niketempel, Propyläen in Athen (dorisch); Mausoleum in Halikarnassos (ionisch); Erechtheion, Denkmal d. Lysikrates in Athen (korinth. Stil). Ber. Bildhauer: Phidias (Goldelfenbeinstatuen v. Zeus u. Athene), Myron (Diskuswerfer), Polyklet (Doryphoros), Paionios (Nike), Praxiteles (Hermes), Lysipp (Apoxyomenos), Skopas (Mänade). Bek. Maler, aber Werke nicht erhalten: Polygnot, Zeuxis, Apelles; Mosaik d. Alexanderschlacht. – Hellenist. Kunst (300–30 v. Chr.), über alle Mittelmeerländer verbreitet: Prachtbauten (z. T. Bogenkonstruktion) in Alexandria, Pergamon (Altar), Priene. Plastik pathetisch-sentimental gesteigert in routin. Technik: Porträtbüsten, Nike v. Samothrake, Gigantenfries v. Pergamon, ebenda Sterbend. Gallier, Farnesischer Stier, Laokoon. Von ber. Wandmalerei nur spätere Kopie der Aldobrandin. Hochzeit erhalten u. Nachklang in Pompeji (↑ Taf. Sp. 585). – Alexandrin. Kunst: Erstarrung der Formen, Eindringen östl. Elemente, Ablösung durch islam. u. byzant. Kunst. – Vasenmalerei ↑ Vasen.

Griechische Liebe = Päderastie.

Griechische Literatur. I. Von Homer bis Perserkriege (etwa 900–500 v. Chr.). Aus den kleinasiat. Kol. übernimmt das Mutterland die Kunstformen. Angebl. Schöpfer des ritterl. Epos (Ilias, Odyssee u. a.), Homer (um 900?); im 7. Jh. die Elegie: Tyrtaios, Solon, Theognis; Xenophanes; der Iambus: Archilochos, Solon, Semonides; das Melos (gesungenes Einzellied): Alkäos, Sappho, Anakreon; der Choros: Alkman, Stesichoros, Simonides, Ibykos, Pindar, Bakchylides; der Dithyrambos (relig. Chorpoesie) geht auf Arion zurück. Tierfabel v. Äsop. II. Att. od. klass. Zeit (etwa 500–300 v. Chr.). Trag.: Äschylus, Sophokles, Euripides; Komöd.: Aristophanes. Prosa-Lit. :Herodot, Hippokrates, Heraklit, Anaxagoras. Demokrit; Lysias, Isokrates, Demosthenes; Thukydides, Xenophon; Sokrates, Platon, Aristoteles. III. Hellenist. Zeit (300–30 v. Chr.). Wissenschaft. Lit. bes. Alexandria (Alexandr. Zeitalter), auch i. Pergamon u. a. O.: Polybios (Gesch.), Straton, Archimedes, Eratosthenes (Naturwissensch.). Gelehrte Dichtungen; künstl. Nachahmung ält. Formen: Theokrit. IV. Röm. Periode 30 v. Chr. bis Justinian I. (529 n. Chr.). Reich entwickelte Prosa. Gesch.: Josephus, Plutarch. Geogr.: Strabo, Ptolemäos, Pausanias. Rhetorik: Lukian. Philos.: seit 3. Jh. die Neuplatoniker. Lit.: Nestle, Gesch. der grch. Lit. (1923 f.).

Griechisch-orthodox ↑ Griechische Kirche.

Grieg, Edvard, norw. Komp., 1843–1907; Klavierstücke.

Griese, Friedr., niederdt. Erz., * 1890.

Griesheim, D. in Hessen-Nassau, am Main, 12 000 E.

Griesinger, Wilh., Nerven- u. Irrenarzt, 1817–68.

Grieß, zu Körnchen gemahl. Weizen, Reis, Mais.

Griffel, Schreibstift; bei Blüten ↑ Taf. Sp. 73.

Grignard, Victor, frz. Chemiker, * 1871; Aufbau organischer Verb.

Grill, Bratrost.

Grillen, Insektenfamilie, mit Zirp- u. Hörorganen. Feld-G., 25 mm, schwärzl., auf Feldern, Heide. Heimchen, 20 mm, hellbraun, in Häusern. Maulwurfs-G., 45 mm, erdfarben, in Gärten schädlich.

Grillparzer, Franz, österr. Dramat, 1791–1872; „Ahnfrau“, „Das goldne Vlies“, „Sappho“, „Des Meeres u. der Liebe Wellen“, „Traum ein Leben“, „Weh dem, der lügt“.

Grimm, 1) Hans, Kolonialerz., * 1875; „Volk ohne Raum“ (Rom.), „Dt. Südwesterbuch“. 2) Jacob, Begr. der dt. Philologie u. d. dt. Altertumswissenschaft, 1785 bis 1863; „Dt. Grammatik“, „Dt. Mythologie“, „Geschichte der dt. Sprache“, „Dt. Wb.“. 3) Wilh., 1786–1859, Bruder von G. 2); „Kinder- und Hausmärchen“, „Dt Heldensage“.

Grimma, St., südö. Leipzig, 11 000 E.

Grimmelshausen, Hans Jak. Christoffel v., Dichter, 1624–76; „Abenteuerlich. Simplicissimus“.

Grimsel, Hochgebirgspaß zw. Berner Oberland und Oberwallis, 2162 m.

Grind (Schorf), beim Abtrocknen nässender oder wunder Hautstellen gebildete Kruste. Erb-G. (Favus), Pilzkrankheit der behaarten Kopfhaut, führt zu Haarschwund.

Grindelwald, Schweiz. Luftkurort und Wintersportplatz am Fuß der Finsteraarhorngruppe, 3700 E.

Grinnell-Land, Teil eines Inselarchipels, nordw. von Grönland.

Grippe, epidemische, oft wiederkehrende Infektionskrankheit mit Fieber, Katarrh der Atmungsorgane, des Rachens, Magens und Darmes, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel, manchmal mit Gehirnentzündung (Kopf-G.).

Grisaillemalerei, Malerei Grau in Grau, bes. zu dekorativen Zwecken.

Grisar, Hartm., * 1845; Jesuit, Lutherforscher.

Grisette, in Paris Putzmacherin, Näherin, Verkäuferin, die mit Studenten oder Künstlern zusammenlebt.

Gródek, poln. St., westl. Lemberg, 10 500 E.

Grödner Tal, Seitental des Eisack, ital. Südtirol.

Grodno, nordpoln. St., 35 000 E.

Grogger, Paula, steiermärk. Dichterin, * 1892; „Das Grimmingtor“.

Gronau, westfäl. St., an niederländ. Grenze, 14 000 E.

Groener, Wilh., * 1867, 1918–19 Gen.quartiermeister, 20–23 Reichsverkehrs-, 28 Reichswehr-, 31 auch Innenminister.

Groningen, nordniederländ. St., 103 000 E; Agrarhandel.

Grönland, größte Insel der Erde, zw. Atl. Ozean u. Baffinbai, dän., 2 180 000 qkm; bis über 3000 m h., größtenteils v. Inlandeis bedeckt. An W-Seite breiterer Küstensaum, hier die 15 300 E (mongolenähnliche Eskimo). Robben-, Walspeck, Pelze. Abb. Sp. 232.

Groom, Reitknecht, auch junger Diener (Page).

Gropius, Walter, Architekt, * 1883; Gründer u. erster Leiter des Bauhauses.

Gros, 12 Dutzend, = 144 Stück.

Bild: Griechische Landschaft: Blick von der Akropolis des alten Sparta auf das Taygetos-Gebirge.

Bild: Walter Gropius.

Bild: Jacob Grimm.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 229–230. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0143.jpg&oldid=2867526 (Version vom 5.8.2016)