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Hamilton – Hanna(ebene)


karthag. Feldherr, Vater Hannibals, fiel 229 v. Chr.

Hamilton, 1) St., mittleres Schottl., 40 000 E. 2) Kanadische St., Prov. Ontario, 114 000 E; Metall-, Textilind.

Hamilton, 1) Emma Harte, später Lady H., * um 1765, † 1815, Nelsons Geliebte. 2) Sir Jan, * 1853, 1915 engl. Oberbefehlsh. in Gallipoli und Saloniki. 3) Sir William Rowan, engl. Math. u. Astr., 1805 bis 1865. 4) Sir William, brit. Altertumsf., 1730–1803: Ausgrabung von Herculaneum und Pompeji.

Hamiten, Nachkomm. Hams, Sohn Noahs; Völker N- u. O-Afrikas, als Mischvölker zw. Negern u. Hellfarbigen angesehen.

Hamlet, sagenhafter dän. Prinz, Titelrolle einer Shakespeareschen Trag.; entschlußunfähiger Grübler.

Hamm, westfäl. St., südl. von Münster, 50 000 E; Eisen-, Maschinenind.

Hammann, Otto, 1852–1928, 1894–1916 Pressechef im Ausw. Amt.

Hammelsprung, Abstimmungsart im Dt. Reichstag: Verlassen d. Saales u. Wiederbetreten dch. Ja- bzw. Nein-Tür.

Hammer, 1) Werkzeug aus H.stiel u. H.kopf mit breiter Fläche (H.bahn) u. schneidenförm. Fläche (H.finne). 2) Sportl. Wurfgerät, 7,25 kg schwer, 1,22 m lang, besteht aus Kugel, Stahldraht od. Kette u. Griff.

Hammerfest, nördlichste Stadt der Erde (70° 40’), NO-Norw., 35 000 E.

Hammerschlag (Glühspan), von glühendem Eisen od. Kupfer unter d. Hammer abspringende oxydierte Teilchen.

Hammerstein-Equord, Gebh. Kurt, Frh. v., * 1878, 1930 Chef der dt. Heeresleitung.

Hammurabi, babylon. König (2123–2081); Gesetzsammlung in Keilschrift auf Obelisk.

Hämoglobin ↑ Blut.

Hämorrhoiden, Erweiterung der untern Mastdarmvenen innerhalb od. außerhalb des Afterschließmuskels.

Hampton Court Palace, Schloß westl. London; ehem. Wohnsitz der engl. Könige.

Hamster, Nagetier mit gespaltener Lippe und gr. Backentaschen, 25 cm, braungelb, aus asiat. Steppen nach Europa eingewandert; Pelz brauchbar.

Hamsun, Knut, norw. Dichter, * 1859; naturalist. Rom.: „Hunger“, „Redakt. Lynge“; dann naturmyth. Rom.: „Pan“, „Segen d. Erde“, „Das letzte Kapitel“, „Landstreicher“, „August Weltumsegler“.

Hanau, St. in Hessen-Nassau, 39 000 E; Bijouteriewaren.

Hand ↑ Taf. „Mensch“.

Handarbeiten, weibliche (↑ Taf. Sp. 264), textile Verzierungen, wie Sticken (Taf., 5–8), Stricken, Häkeln (4), Knüpfen, Netzen, Durchbrucharbeiten (1), Klöppeln (14), Spitzen (9–14), Frivolitäten (2), Nähen, Stopfen, Säumen, Aufnähen (Applikation; 3). Spitzen u. Weißstickereien (Schweizer Stickereien) durch Maschinenarbeit (15) nachgeahmt.

Handball, Kampfspiel: Ball darf nur mit Händen geworfen, geschlagen, gestoßen u. gefangen werden. Mannschaft, Spielfeld, Tore wie Fußball; Spieldauer: Männer 2 X 30, Frauen: 2 X 20 min.

Handel, gewerbsmäßiger Ein- u. Verkauf von Waren, Grundstücken, Häusern, Geld, überhaupt alles dessen, was Gegenstand eines Kaufvertrags sein kann.

Händel, Georg Friedr., Komp., 1685–1759, lebte in Engl.; Oratorien: „Messias“, „Judas Makkabäus“; Opera: „Xerxes“ u. a.

Handel-Mazzetti, Enrica, Freiin v., kath, österr. Dichterin, * 1871; Rom.: „Jesse u. Maria“, „Die arme Margaret“, „Stephana Schwertner“.

Handelsattaché, Sonderberichterstatter bei Konsulaten über Handelseinrichtungen des betr. Auslands.

Handelsbilanz, Verhältnis d. Gesamtwerts der Wareneinfuhr eines Landes zu dem seiner Ausfuhr. Erweiterte H. führt zur ↑ Zahlungsbilanz.

Handelsbrauch, die im Handelsverkehr übl. Anschauungen über Vertragsbedingungen.

Handelsflaggen ↑ Taf. Sp. 168.

Handelsfreiheit = Freihandel.

Handelsgesellschaften betreiben Handelsgewerbe unter gemeinschaftl. Firma, z. B. Offene H., Kommandit-, Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung.

Handelsgremium, örtl. Unterabteilung der Handelskammern in Bayern.

Handelskammern (Industrie und H., Handels- und Gewerbekammern), meist amtl. Berufsvertretungen der Handel-, auch der Gewerbetreibenden eines Bezirks zur Förderung der allg. Interessen von Handel, Ind., Gewerbe (ohne Handwerk u. Landw.) u. Verkehr. 1918 Zus.schluß der dt. H. zum Dt. Ind.- u. Handelstag.

Handelskompanien, meist i. 17. Jh. gegr. Kolonialgesellschaften. Wichtigste: Holländ.- Ostind. Komp. (gegr. 1602), engl. Ostind. Komp. (gegr. 1600)

Handelsmakler, selbständ. Kaufmann, der gewerbsmäßig Verträge für andre über Lieferung von Waren oder Wertpapieren (Waren-, Effektenmakler) u. a. Handelsgeschäfte vermittelt.

Handelspolitik erstreckt sich überwieg, auf Handelsverträge, Zollpolitik und Eisenbahntarifpolitik.

Handelsrecht, im Dt. Reich geregelt durch Handelsgesetzbuch (HGB.) v. 10. 5. 1897, in Kraft seit 1. 1. 1900.

Handelsregister, öffentl. Register beim Amtsgericht über Verhältnisse (Firma, Inhaberschaft, Prokura) der Vollkaufleute und Handelsgesellschaften.

Handelsrichter, ehrenamtlicher Laienbeisitzer bei den Handelsgerichten, auf 3 J. ernannt.

Handelsschulen, kaufm. Fachschulen mit 2jähr. Lehrgang für Volks- und Mittelschüler.

Handelstag, Deutscher, ↑ Handelskammern.

Handelsverträge, Vereinbarungen zw. Staaten über rechtl. Grundlagen der gegenseitigen Handelsbeziehungen, meist Zölle betr.

Handfeuerwaffen (↑ Taf. Sp. 245), von einem Mann getragene Feuerwaffen: Gewehr hat langen Lauf, Karabiner kürzern; Hptteile: Lauf, Verschluß (mit Schloß), Schaft, Beschlag, Zubehör. Verschluß und Schloß bewirken Abschluß des Laufs nach hinten, Zuführen, Abfeuern der Patrone, Ausziehen und Auswerfen der Patronenhülse. Mehrladegewehre haben Magazine: Patronen unter dem Lauf oder im Kolben oder im Mittelschaft. Selbstladegewehre sind nach Art der Browningpistole gebaut (Rückstoßlader), oder ein Teil der Pulvergase bewirkt Ladetätigkeit (Gasdrucklader). Auf Gewehrlauf sitzt Visiereinrichtung: an der Mündung Korn, hinten verstellbares Visier mit Kimme. Jagdgewehre: Flinten haben dünnwand. Lauf ohne Züge; aus ihnen wird mit Schrotpatronen von 12,75–18,5 mm Durchmesser geschossen. Büchsen haben gezogenen Lauf u. Mehrladeeinrichtung (Repetierbüchsen). Arten: Doppelbüchse, -flinte, Bockbüchsflinte, Drilling u. a. Faustfeuerwaffen: Pistole, kurze, einhändige H., im 19. Jh. durch ↑ Revolver u. ↑ Selbstladepistole verdrängt. ↑ Browningpistole.

Handgeräte ↑ Geräteübungen.

Handgranaten, mit Hand geworfene Geschosse für Nahkampf, benutzt seit 16. Jh.

Handikap, Pferderennen: ungleiche Chancen werden durch Gewichtsverrechnung ausgeglichen.

Handlesekunst (Chiromantie) schließt aus Form und Linien der Hand auf Charakter und Schicksal.

Handlungsbevollmächtigter, Vertreter eines Kaufmanns mit Vollmacht zu bestimmten Geschäften, hat keine ↑ Prokura; davon Handlungsvollmacht.

Handlungsgehilfe, Angestellter in einem Handelsgewerbe: Buchhalter, Kassierer, Reisender, Prokurist usw.

Handpferd, das im Gespann rechts gehende Pferd.

Handschuhleder (Glacéleder), aus Ziegen-, Zickel-, Lamm-, Reh-, Hirsch-, Renntier-, Kalbfellen.

Hand- und Spanndienst, bäuerliche Arbeitsleistung mit Stellung eines Gespanns.

Handwerk, v. Meister unter Mitwirkung v. Gesellen ausgeübtes Gewerbe, das ohne Vermittlung des Zwischenhandels seine Produkte an best. Kunden od. auch am Markt absetzt.

Handwerkskammern (Handwerks- u. Gewerbekammern), durch Novelle zur GewO, vom 26. 7. 1897 geschaffen; Mitgl. werden auf 6 J. v. den Innungen gewählt. Den H. liegt Regelung des Lehrlingswesens, Errichtung v. Fachschulen u. dgl. ob.

Handwerksrolle, Verzeichnis der ansäss. Handwerker.

Haenel, Albert, Staatsrechtslehrer, 1833–1918.

Hanf, Maulbeergewächs. Gemeiner H., 1–5 m, enthält stark narkot. Stoffe; Faser- u. Ölpfl. Ind. H. liefert betäubend wirkenden Stoff, der mit Honig u. Butter zu ↑ Haschisch verarbeitet wird.

Hänfling (Blut-H.), Singvogel, 13 cm, Scheitel karminrot.

Hangar, (Flugzeug-) Schuppen.

Hängebahn, Bahn mit hängenden Wagen auf einer Laufbahn aus T- und U-Eisen (Schienen-H., Einschienenbahn) oder Drahtseil (Drahtseilbahn). Die Wagen werden durch Zugseil oder elektrisch angetriebenes Fahrwerk bewegt (Elektro-H.).

Hangende, das, Nebengestein über der Lagerstätte abbauwürdiger Mineralien; Gegensatz: das Liegende.

Hängewerk, Tragwerk, bei dem der Brückenbalken von oben getragen wird (Abb. Sp. 245).

Hang-tschou, chines. Vertragshafen am Ostchines. Meer, 892 000 E; Seidenind.

Han-kou, chin. St., in ↑ Wu-han eingemeindet.

Hann, Jul v., Meteorolog, 1839–1921.

Hanna(ebene), Lößlandschaft

Bild: Hanf. Männliche Pflanze.

Bild: Deutsche Stielhandgranate.

Bild: Georg Friedrich Händel.

Bild: Knut Hamsun.

Bild: Hammer: 1 Kreuzschlaghammer, 2 Schlägel, 3 gewöhnl. Vorschlaghammer.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 241–242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0149.jpg&oldid=2868411 (Version vom 7.8.2016)