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Kuhnau – Kurant


Kühlmaschinen oder Eisbehältern ausgerüstet, zum Transport leicht verderbl. Waren.

Kuhnau, Joh., Komp. und Musikgelehrter, 1660–1722.

Kühnemann, Eugen, Philosoph u. Lit.-Hist., * 1868.

Kuhpocken, an Kuh und Kalb örtl. Erkrankung mit Pusteln, deren Inhalt, auf Menschen überimpft, Schutz gegen die echten Pocken verleiht.

Kuhreigen, Alphornmelodie der Schweiz. Hirten.

k. u. k., in Österr.-Ungarn bis 1918: kaiserlich (österr.) und königlich (ung.).

Ku-Klux-Klan, seit 1865 Geheimbund in den nordamer. Südstaaten gegen die Neger; in der Nachkriegszeit chauvinistisch, antikath.

Kuku-nor, See in N-Tibet, 5000 qkm.

Kukuruz, Mais.

Kulak, Großbauer in der Sowjetunion; von der Regierung bekämpft.

Kulanz, geschäftliches Entgegenkommen.

Kuli („Kraftmensch“), Tagelöhner Vorderindiens u. Chinas.

Kulierware, Art v. Maschenware (Wirkerei).

Kulinarisch, auf die Küche, die Kochkunst bezüglich.

Kulisse, Teil der Bühnendekoration; Maschinenbau: Hebel mit verschiebbarem Drehpunkt.

Kulm, 1) (Kolm) abgerund. Berggipfel; 1) schiefrige Ausbildung des Unter-Karbon; 3) Stadt, im polnischen Korridor, 10 200 E.

Kulmbach, oberfränk. St., 12 000 E; Brauereien.

Kulmination ↑ Himmel.

Kulmsee, Stadt im poln. Korridor, 10 600 E.

Külpe, 1) Frances, Romanschriftstellerin, * 1862; 2) Oswald, Philosoph, 1862–1915.

Kultivatoren ↑ Bodenbearbeitung.

Kultur, Pflege; Gesamtheit der Lebensäußerungen eines Volkes.

Kulturamt, Behörde zur Förderung des Siedlungswesens.

Kulturgeographie behandelt Kulturlandschaft im Gegensatz zur Naturlandschaft.

Kulturgeschichte, Geschichte der sozialen u. geistigen Entwicklung der Menschheit gegenüber der polit. od. Staatengeschichte (Weltgeschichte).

Kulturkampf, Kampf zw. Staat u. kath. Kirche in Preußen seit 1872; „Maigesetze“, 11.–14. 5. 1873, bis 1887 wieder aufgehoben.

Kulturkreislehre, völkerkundl., stellt Verbreitung einzelner Kulturgüter fest.

Kulturmorphologie untersucht die verschied. Kulturen ihrem Aufbau u. biolog. Ablauf (Keimen, Blüte, Verfall) nach.

Kulturpolitik, Maßnahmen, bes. staatliche, zur Festigung u. Verbreitung der eignen nationalen Kultur gegenüber einer andern durch Kulturpropaganda.

Kulturtechnik, landw. Meliorationswesen: Bodenverbesserung, Moorkultur, Ent- u. Bewässerung usw.

Kult(us), relig. Verehrung (bes. öff. Gottesverehrung); in der Verwaltung alles, was die Geistesbildung eines Volkes betrifft.

Külz, Wilh., * 1875, 1926/27 Reichsinnenminister (Demokrat), 1931 Oberbürgermeister von Dresden.

Kum, St., Mittelpersien, 30 000 E.

Kuma, Fl., in N-Kaukasien, zum Kaspischen Meer, 640 km.

Kumanien, 2 Landschaften in Ungarn, Groß-K., östl. v. der Theiß, u. Klein-K., zw. Donau u. Theiß.

Kümmel, Doldengewächs, bis 1 m hoch, weiß od. rötlich, Futterkraut, Gewürzpfl.

Kümmelblättchen, Kartenglücksspiel, bei Bauernfängern beliebt.

Kummet, gepolsterter Bügel um Hals der Zugtiere.

Kumpan (unter den Bergarbeitern Kumpel), Genosse.

Kumpeln, Wölben v. Blechplatten.

Kumulation, Anhäufung; Zus.rechnung.

Kumulus (Mz. Kumuli), Haufenwolke.

Kumyß, gegorne Stutenmilch der asiat. Steppenvölker; ähnlich Kefir (vom Kaukasus) aus Kuhmilch.

Kunckel v. Löwenstern, Joh., Chemiker, 1638–1703; stellte zuerst Phosphor her, erfand Rubinglas (Kunckelglas).

Kündigung, einseit. Erklärung der Beendigung eines Dauerverhältnisses (z. B. Miete, Darlehn, Dienstvertrag).

Kundrie, Gralsbotin in Wolframs „Parzival“.

Kunene, Grenzfl. in S-Angola, 830 km.

Kunersdorf, D. bei Frankf. a. d. O., 1000 E; 1759 österr.-russ. Sieg über Friedr. d. Gr.

Kung(fu)tse (Konfutse, Confucius), chin. Religionsstifter u. Philos., 551–478 v. Chr.

Kunkel, Spindel, Spinnrocken.

Kunktator, Zauderer.

Künnecke, Ed., Operettenkomp., * 1885; „Der Vetter aus Dingsda“.

Kunst, 1) Fähigkeit, einen geist. Inhalt (Erdachtes, Erlebtes, Empfundenes) ästhetisch befriedigend zu gestalten od. vorhandne Form (z. B. Natur) frei nachzuschaffen od. einem Gebrauchsgegenstand durch Formveränderung ästhet. Reiz zu verleihen (K.gewerbe); 2) im Bergbau = Maschine (Fahr-K., Wasser-K.).

Kunstakademien sind seit 19. Jh. staatl. Kunstschulen.

Kunstbaumwolle, durch Zerfasern gebrauchter Baumwollstoffe hergest.

Kunstdruckpapier ist mit Kreideschicht überstrichen u. meist hochglänzend satiniert.

Kunstdünger, künstl. ↑ Düngemittel.

Kunstfehler (Berufsfehler) eines Arztes, fahrlässig fehlerhafte Behandlung, ist strafbar.

Kunstgewerbe (↑ Kunst 1) umfaßt Keramik, Metallkunst, Textilkunst, Möbel, Buchkunst, Reklame u. dgl.

Kunstharze, harzähnl. Produkte, z. B. aus Phenol od. Harnstoff u. Formaldehyd hergestellt; in Lack- u. Isoliertechnik, zu Gebrauchsgegenständen.

Kunstleder, selten aus Lederabfällen, meist Baumwollgewebe m. Überzug aus Kunstmasse.

Künstlerdruck, Erstdruck v. Stich u. Radierung.

Kunstmarmor, gefärbter Stuckgips u. Leimwasser.

Kunstseide, aus durch feine Düsen gespritzter Zelluloselösung hergestellte Fäden. Hauptarten: Kupfer-, Viskose-, Azetatseide.

Kunststeine sind meist dch. Abbinden eines Breis v. Sand, Schlacken, Steinschlag, Kork, Sägemehl, Torf (als Füllmittel) mit einem Mörtel erhärtete Massen: Kalk- od. Hydrosandstein, Kunstmarmor, Zement-K.

Kunstwolle, Faserstoff, aus Lumpen durch Zerfasern od. aus Garnabfällen gewonnen.

Kunze-Knorr-Bremse, Luftdruckbremse f. Eisenbahnzüge.

Kuomintang („Reichsvolkspartei“), 25. 8. 1912 v. Sunyatsen gegr. dem.-nationale chin. Partei; radikaler Flügel versuchte 1927 vergebl. die Bewegung in kommunist. Bahnen zu leiten.

Kuopio, mittelfinn. St., 23 500 E.

Küpe, in Färbereien Bad, mit gewissen Farbstoffen (K.nfarbstoffen) bereitet.

Kupfer, Schwermetall (↑ Elemente), in der Natur gediegen und in Form von Sauerstoff- u. Schwefelverbindungen, bes. K.-kies. K. ist rot, sehr dehnbar, spez. Gew. 8,9, schmilzt b. 1064°. Schwefelsaures K. (K.sulfat, K.vitriol); blau, in Färberei, Galvanotechnik, zum Konservieren v. Holz, Schädlingsbekämpfungsmittel. Kohlensaures K., natürlich als Malachit (grün) u. K.lasur (blau), auf K.blech u. Bronze als edler Grünspan (K.rost, Patina). Grünspan ist essigsaures K. Sehr wichtig die K.legierungen: mit Zink Messing, mit Zinn Bronze, m. Zink u. Nickel Neusilber.

Kupferdreh, D., im Rheinland, bei Essen, 13 000 E.

Kupferdruck, Handpressendruck v. Kupfer-, Stahlstich, Radierung u. Heliogravüre.

Kupferschiefer, schwarzer Schiefer m. feinverteilten Kupfererzen, in Zechsteinformation zw. Harz u. Thür. Wald.

Kupferseide ↑ Kunstseide.

Kupferstich entsteht durch Eingravieren einer Zeichnung in Kupferplatte mittels Grabstichels u. nachfolgendem Abdruck. Bei d. Radierung (Ätzung) überzieht man das Metall mit Wachs od. anderem säurefesten Grund, durchritzt d. Schicht u. läßt Säure einwirken, bis d. Striche od. Punkte gewünschte Stärke u. Vertiefung zeigen. Bei d. Kaltnadelradierung ritzt man mit Nadel, Diamant od. dgl. das Bild in die Platte.

Kupieren, (ab)schneiden.

Kupol-(Kuppel-)ofen, Schachtofen in der Gießerei zum Schmelzen von Roheisen.

Kuppel, halbkugelförmige Überdeckung eines Raumes.

Kuppelei, Förderung fremder Unzucht durch Vermittlung, Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit.

Kuppelstange, Verbindungsstange v. Maschinenteilen, der Triebräder v. Lokomotiven.

Kupplung, Vorr. zum Verbinden 2er Wellen. K. der Eisenbahnfahrzeuge erfolgt durch Sicherheitsschrauben-K.

Kur, Wahl.

Kura, Fl. in Transkaukasien, zum Kasp. Meer, 1300 km.

Kurant (K.münzen)

Bild: Kupferbergwerk in Utah (USA).

Bild: Kupplung: Sicherheitsschraubenkupplung.

Bild: Oswald Külpe.

Stichwörter, die unter K… vermißt werden, schlage man unter C… oder Z… nach.
Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 339–340. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0202.jpg&oldid=2899643 (Version vom 3.9.2016)