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Napoleondor – Naturaldienste


Dtschl.; 2. 9. bei Sedan gefangen, 4. 9. entthront.

Napoleondor, früheres goldnes 20-Franc-Stück, = 16,20 ℛℳ.

Narbada, vorderind. Fluß, 1300 km, zum Arab. Meer.

Narbe, in d. Botan., ↑ Taf., 2e, Sp. 73.

Narbonne, südfrz. St., 30 000 E.

Narenta, südslaw. Fl., aus der Herzegowina, zur Adria, 230 km.

Narew, Nbfl. des Bug in Polen, 424 km.

Nargile, oriental. Rauchgerät; Wasserpfeife: Tabakspfeife mit Wasserballon.

Narkissos (Narziß), verzehrte sich in Liebe zu seinem Spiegelbild (Narzißmus) u. wurde zur Narzisse.

Narkose, Betäubung, Gefühllosigkeit; in d. Chirurgie Ausschaltung d. Bewußtseins zwecks schmerzloser Operation.

Narkotisch, betäubend.

Narses, oström. Feldherr, um 478–573.

Narvik, Hafenst., im nördl. Norwegen, 8500 E.

Narwa, Hafenst., Estland (seit 1918), 26 000 E.

Narziß ↑Narkissos.

Narzisse, Zwiebelpflanze; Gelbe N., auf Bergwiesen, in Gebüschen; Weiße N., in Gärten, stammt aus den Mittelmeerländern.

Narzissenlilie = Amaryllis.

Narziß(is)mus, geschlechtl. Verliebtheit in die eigene Person.

Nasale, Nasenlaute.

Nasciturus, im Rechtssinn noch ungeborne Leibesfrucht, kann zur Wahrung ihrer künftigen Rechte einen Pfleger bestellt erhalten.

Nase, besteht beim Menschen (↑ Taf. Sp. 396) aus einem Knochenrahmen, an den sich ein Knorpelgerüst anschließt, innen erst knöcherne, dann knorplige N.scheidewand, mit Schleimhaut bekleidet; die N.höhle zerfällt beiderseitig in Muscheln, die sich durch die Choanen in den Rachen öffnen.

Nasenbär, Baumbewohner Amerikas, 1 m, Nase rüsselart.

Nasenschmuck, aus Holz, Knochen usw. in der Nasenscheidewand oder den Nasenflügeln; Amerika, Melanesien, Afrika, Asien.

Nashörner, Unpaarhufer: Indisches N., 3¾ m, m. 1 Horn, am Südfuß d. Himalaja; Sumatra-N., 2,10 m, m. 2 Hörnern, Sumatra, Malakka, Assam.

Nashville, Hptst. von Tennessee (USA), 138 000 E.

Nassau, bis 1866 Hzt., jetzt Regbez. Wiesbaden der pr. Prov. Hessen-N.

Naßfäule, durch Bakterien erzeugte Kartoffelkrankheit.

Natal, 1) östl. Prov. d. Südafrik. Union, 91 400 qkm, 1,43 Mill. E; Hptst. Pieter-Maritzburg. Ackerbau u. Viehzucht (Schafe, Ziegen); Kohlen, Eisen, Gold. 2) Hptst. des brasil. Staates Rio Grande do Norte, 31 000 E; Zucker, Webwaren.

Nathan, jüd. Prophet z. Z. Davids.

Nation, durch geschichtl. Schicksalsverbundenheit u. Gleichheit der Sprache zu geistiger Einheit verschmolzene sittl. Gemeinschaft.

National, zur Nation gehörig, vaterländisch.

Nationale, Zus.stellung wissenswerter Angaben über Namen, Alter usw. von Personen u. Pferden.

Nationalfesttage, in Monarchien die Geburtstage der Herrscher; im Dt. Reich der 11. 8. (Verfassungstag), Schweiz 3. Sonntag im Sept. (eidgenöss. Bettag), in Frankr. 14. 7. (Bastillensturm), Belgien 23. 7. (Unabhängigkeitstag), Ungarn 20. 8. (Tag des Nationalheiligen Stephan), USA 4. 7. (Unabhängigkeitstag).

Nationalhymne (Volkshymne), volkstüml. Gesang von nationaler Verbreitung u. Bedeutung.

Nationalismus, ausgeprägtes Nationalgefühl.

Nationalität, Zugehörigkeit zu einer Nation.

Nationalitätenfrage, die rechtl. Regelung des Selbstbestimmungsrechts der Kultur- u. Volksgemeinschaften in Nationalitätenstaaten.

Nationalitätenstaat, Staat mit Bevölkerungsteilen verschiedener Nationalität.

Nationalitätsprinzip, der von Napoleon III. zuerst vertretene Grundsatz, daß jede Nation das Recht habe, einen eignen Staat zu bilden.

Nationalkonvent, die frz. Volksvertretung 1792–95.

Nationalliberale Partei, 1866 durch Absonderung von der Fortschrittspartei gegründet, unterstützte die Bismarcksche Politik. Gesamthaltung: liberal, national, unitarisch. 1918 in die Dt. Demokrat. Partei u. die Dt. Volkspartei übergegangen.

Nationalökonomie (Volkswirtschaftslehre, Polit. Ökonomie, Sozialökonomie), Wissenschaft, die die gesellschaftl. Beziehungen des Wirtschaftslebens zum Gegenstand hat, erforscht Erscheinungen wie Markt, Preis, Geld, Zins, Lohn, Einkommensverteilung, Unternehmung. Man unterscheidet die theoret. u. die prakt. N.; letztere umfaßt Agrar-, Handels-, Gewerbe-, Verkehrs- u. Sozialpolitik.

Nationalpark ↑ Naturschutzgebiete.

Nationalrat, 1) in Österreich Volksvertretung, entsprech. dem Dt. Reichstag; Wahlfähigkeit mit 20 Jahren, Wählbarkeit mit 24 Jahren, Wahlzeit 4 Jahre. 2) In der Schweiz parlamentar. Körperschaft (Zweite Kammer), bildet mit dem Ständerat die gesetzgebende Bundesversammlung.

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (N.S.D.A.P.), 1918 von Österr. nach Deutschland verpflanzt. Ihr Führer Adolf Hitler wandte sich an die Frontkämpfer und die Arbeiter. Nov. 1923 Hitlerputsch (erfolglos). Die Partei hat seit 1929 einen durch straffe Organisation und durch die Verhältnisse geförderten gewaltigen Aufschwung genommen. Parteiprogramm: antisemitisch, antimarxistisch, Kampf gegen den Vertrag v. Versailles, „Brechung der Zinsknechtschaft“, Verstaatlichung der Trusts, ständische Verfassung, völk. Gewerkschaften, gesunder Mittelstand, Kampf gegen Warenhäuser u. Bodenspekulation.

Nationalstaat, von nur einer Nation bewohntes Staatsgebiet, z. B. Norwegen, Schweden, Dt. Reich. Gegensatz: Nationalitätenstaat.

Nationalversammlung, 1) 1848–49 Frankfurter Parlament; 2) 1919–20 in Weimar u. Berlin, mit den Wahlen vom 6. 6. 1920 durch den 1. Reichstag abgelöst.

Nativität, Geburtsstunde; Gestirnstand bei der Geburt, dadurch bestimmtes Schicksal.

Natorp, Paul, Philosoph u. Pädagog, 1854–1924; Neukantianer.

Natrium (in Zusammensetzungen auch Natron), Alkalimetall (↑ Elemente), bes. in Steinsalz, Chilisalpeter, Meerwasser, Pflanzenasche; weiß, schmilzt bei 97,5°, spez. Gew. 0,97, zersetzt Wasser. N.hydroxyd (Ätznatron), leicht löslich in Wasser (Natronlauge). Über N.Chlorid (Chlor-N.) ↑ Salz. N.-jodid (Jod-N.) u. N.bromid (Brom-N.) sind Arzneimittel. N.karbonat (kohlensaures Natron, ↑ Soda) gibt mit Kohlensäure N.bikarbonat (doppeltkohlensaures Natron, „Natron“); zu Brausepulver u. arzneilich. N.nitrat (salpetersaures Natron), als Chilisalpeter, zu Kalisalpeter, Salpetersäure, als Dünger, arzneilich. N.sulfat (schwefelsaures Natron, Glaubersalz), zu Glas, arzneilich. N.silikat (Natronwasserglas) zum Imprägnieren v. Holz u. Geweben u. Konservieren.

Natron ↑ Natrium.

Nattern, Schlangenfam., ungiftig z. B. Ringelnatter, 1½ m, am Kopf 2 gelbe Flecke, frißt Frösche; Äskulapschlange, größte dt. Schlange, 2 m, braun; Glatt- od. Kupfernatter, ¾ m, graubraun. Giftige N.: ↑ Brillenschlange; Uräusschlange, 2 m, gelb, N-Afrika; Seeschlangen, in trop. Meeren, z. B. Zweifarbige Seeschlange, 1 m, braun und gelb.

Natur, 1) Inbegriff alles Seienden, bes. des physisch Seienden; 2) Gegensatz zu Geist; durch das Christentum verschärft: zu Gott; 3) Wesen eines Dinges; 4) Gegenbegriff zu Kultur: das Gewordene im Gegensatz zu allem vom Menschen Gemachten, das Zeugnis des menschl. Geistes, also Gegenstand der Geisteswissenschaft ist. Daher die Teilung der Wissenschaften in Natur- u. Geisteswissenschaften.

Naturaldienste (Hand- u. Spanndienste) können von Gemeinden

Bild: Landschaft in Natal: Vorn Eingebornenhütten, hinten Phosphatberg.

Bild: Napoleon III.

Bild: Napoleon I. im Krönungsornat. (Gemälde von Gérard.)

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 431–432. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0258.jpg&oldid=2913922 (Version vom 10.10.2016)