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Nichtigkeit – Nietzsche


Nichtigkeit, absolute Unwirksamkeit einer Rechtshandlung. Gründe: Geschäftsunfähigkeit, Nichtbeobachtung der für ein Geschäft (z. B. Testament) vorgeschriebenen Form, Verstoß gegen gesetzl. Verbot od. die guten Sitten. Das nichtige Rechtsgeschäft erlangt niemand gegenüber Wirksamkeit, bedarf also keiner Anfechtung.

Nichtmetalle = Metalloide.

Nickel, Schwermetall (↑ Elemente), silberweiß, schmilzt bei 1452°, spez. Gew. 8,8; zu Apparaten u. zu Hausgeräten, Vernicklung, Erzeugung v. N.stahl, Neusilber. ↑ Magnetkies.

Nicker = Genickfänger.

Nicodé, Jean Louis, dt. Komp., 1853–1919; Chorwerke.

Nicol, William, engl. Physiker, * um 1768, † 1851; erfand das N.sche Prisma.

Nicolai, 1) Christoph Friedr., aufklärer. Schriftst, u. Buchhändler, 1733–1811; 2) Otto, Komp., 1810–49; Oper: „Die lust.Weiber v. Windsor“.

Nicolsches Prisma, Kalkspatrhomboeder ABDC, diagonal HH’ so durchschnitten u. zus.gekittet, daß d. ordentl. Strahl bd an der Kittstelle c total reflektiert u. nur der außerordentl. bd’ bei c’ durchgelassen wird. ↑ Polarisation, ↑ Doppelbrechung, ↑ Kerr-Effekt.

Nicotiana = Tabak.

Nidaros, 1930 bis 6. 3. 1931 amtlicher Name von ↑ Trondhjem (Drontheim).

Niabergall, Ernst Elias, 1815–43; Lustsp.: „Datterich“.

Niebuhr, 1) Barth. Georg, Histor., 1776–1831, 1816 preuß. Ges. Rom; 2) Karsten, Reisender (Arab., Pers. usw.), 1733–1815.

Niederbayern, bayr. Regbez. an der Donau; 10 745 qkm, 755 800 E; Hptst. Landshut.

Niederdeutsch (Plattdt.) ↑ Deutsche Sprache.

Niederkalifornien = Baja California.

Niederlande, europ. Kgr., an der Nordsee, 34 186 qkm, 7,7 Mill. E; Außenbesitz etwa 2 030 400 qkm, 53 Mill. E. Residenzst. Haag, Hptst. Amsterdam. Vorherrschend durch Dämme geschütztes, durch Kanäle entwässertes Marschland. – Die N. sind weder ausgesprochen agrarisch noch industriell. Handel u. Verkehr von internat. Bedeutung, begünstigt durch geograph. Lage u. durch die Kolonien; Metall-, Textil- u. Nahrungsmittelind. Kolonialbesitz in Ostindien (seit 1603) u. im nördl. S-Amerika (gegr. 1613). – Seit 870 waren die N. Teil des dt. Reichs. Der prot. Norden erhob sich 1568 gegen Philipp II. v. Spanien (Alba 1567–73 Statthalter) u. wählte 1574 Wilhelm I. v. Oranien zum Statthalter; 1581 Republik der Ver. N., die südl. kath. Prov, blieben spanisch. Die frz. Rep. eroberte die N. 1794–95 u. errichtete 1795 die Batav. Rep. 1815 Kgr. der N. (Belgien, Luxemburg u. Holland). 1830 riß sich Belgien u. ein Teil Luxemburgs los. Seit 1890 Wilhelmine, wobei sich das übrige Luxemburg löste, da hier weibl. Erbfolge unzulässig. Im Weltkrieg waren die N. neutral. 1925 Finanzreform.

Niederländisch (Holländisch), westgerman. Sprache, Ende des 12. Jh. aus der niederfränk. Mundart entstanden; Schriftsprache seit 16. Jh.: Südholländisch. – Lit: Um 1250 Tierepos „Van den Vos Reinaerde“. Maerlant († 1300) Lehrdichtung. Im 15.–16. Jh. die Rederijkers (= dramat. Meistersinger). „Goldenes Zeitalter“: 17. Jh.: Vondel, Cats u. a. 18. Jh. Verfall, steigender frz. Einfluß. Ende 18. Jh. dt. Einfluß. Nach der Abtrennung Belgiens 1830 setzt die Fläm. Bewegung ein (Gegensatz zur frz. Lit.): Gezelle, Conscience, Pol de Mont. Bis 1880 Realismus: Potgieter. Seit 1880 Moderne; Lyrik wird feinnervig: Kloos, Verwey, Gezelle; die Erzählung ist sehr bunt: bei van Eeden psycholog., bei Couperus geschiehtl.; Streuvels schildert Bauern. Vermeylen ist Expressionist, Timmermans erzählt Legenden. Dramatiker ist Heijermans.

Niederländische Kunst, Sammelbezeichnung für die Kunst der Niederlande u. der german. Teile Belgiens v. der Gotik bis 1809; v. 17. Jh. ab in fläm. u. holl. Kunst geschieden; höchste Blüte u. führend in der Malerei im 15. Jh. (Eyck, Weyden), 16. Jh. (Massys, Brueghel, Mabuse) u. 17. Jh. (fläm.: Rubens, Dyck; holl.: Rembrandt, Terborch, Metsu, Hooch, Ruisdael, Vermeer). Lit.: Heidrich, Die altniederl. Malerei (1928); Friedländer, Die niederl. Malerei des 17. Jh. (1923).

Niederländisch-Guayana, zw. Britisch- u. Frz.-Guayana, 129 100 qkm, 147 800 E. Klima ungesund, gr. Fruchtbarkeit (Mais, Reis, Zuckerrohr, Kakao, Kaffee, Bananen); Bergbau: Gold.

Niederländisch-Ostindien: Sumatra mit Nachbarinseln, Java, Madura, Bali, Lombok, Sumbawa, Flores, Sumba, Timor (z. T.), die Molukken, Celebes, S-Borneo u. das westl. Neuguinea, 1,9 Mill, qkm, 52 824 500 E (208 000 Europ., 959 000 Chin.); Reg.-Sitz Buitenzorg. Klima heiß, feucht. Üppige Pflanzen-, reiche Tierwelt. Hptausfuhr: Zucker, Kautschuk, Erdöl, Kopra, Tee, Tabak, Zinn, Kaffee, Pfeffer.

Niederländisch-Westindien: Niederl.-Guayana u. Curaçao.

Niederösterreich, österr. Bundesland, ohne Wien; 19 301 qkm, 1 480 500 E; Hptst. Wien. Vorwiegend Ackerland (Roggen, Weizen, Hafer, Gerste; Wein).

Niederrhein, Gegend von Bonn abwärts.

Niedersachsen, der zw. der untern Weser u. Elbe liegende Teil des alten Sachsen.

Niedersächsisch, die in N-Deutschland östl. v. Niederrhein bis zur Insel Usedom herrschenden Mundarten.

Niederschlag (Fällung), aus Lösung durch Zusatz ausgeschiedener Stoff.

Niederschlesien, westl. Teil der frühern pr. Prov. Schlesien, seit 1919 selbständ. Prov., 26 616 qkm, 3 132 328 E; Hptst. Breslau. Ind. fast nur in den Städten, das Flachland ist agrarisch (viel Großgrundbesitz), im Gebirge Hausindustrie.

Niederspannungsanlagen, elektr. Anlagen mit Betriebsspannung unter 1000 Volt.

Niederwald, südw. Taunusvorstufe, 349 m; Nationaldenkmal von Schilling, zur Erinnerung an 1870/71.

Nielloarbeit, Herst. schwarzer Verzierungen auf Silber dch. Gravieren u. nachfolg. Einbrennen v. N.masse (Schwefelverb.) in d. Vertief.

Nielsen, Asta, dän. Schausp.,* 1881, erste Filmdarstellerin v. Weltruf.

Niemann, 1) Albert, Heldentenor (Wagner), 1831–1917; 1866–87 Mitgl. der Kgl. Oper Berlin; 2) Walter, (Klavier-) Komp. u. Musikschriftsteller, * 1876.

Njemen, Fl. in Polen u. Litauen, fließt als Memel bei Tilsit ins Kurische Haff, 900 km.

Nienburg, hannov. St., an der Weser, 10 000 E.

Nieren, Organe zur Ausscheidung stickstoffhaltiger Endprodukte des Stoffwechsels. Beim Menschen (↑ Taf. Sp. 396) bohnenförmig.

Nierenkolik, Schmerzen infolge v. Nierensteinen.

Nierensteine ↑ Harnsteine.

Nierstein, hess. D., am Rhein, 4600 E; Weinbau.

Niesky, niederschles. D., 2900 E; Herrnhuter Kolonie.

Nießbrauch (Nutznießung), dingl. Recht, eine fremde Sache unter Schonung der Substanz auf Zeit oder lebenslänglich zu nutzen.

Nieswurz, Hahnenfußgewächse, z. B.: Schwarze N. (Christrose), weiß od. rötlich, blüht um Weihnachten, giftig.

Niet, Metallbolzen mit zylindr. Schaft (Abb., a), Setzkopf (b) und angestauchtem Schließkopf (c) zur Verbindung von Blechen.

Nietzsche, Friedr., Philosoph, 1844–1900 (seit

Bild: Litauische Landschaft am Njemen.

Bild: Niet.

Bild: Asta Nielsen.

Bild: Polarisation: Nicolsches Prisma.

Bild: Niagara: Links der 330 m breite amerikanische Fall, rechts der wesentlich stärkere, 578 m breite kanadische Fall.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 439–440. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0262.jpg&oldid=2914763 (Version vom 12.10.2016)