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Österreich-Ungarn – Oxford

hergestellt, kam 976 an die Babenberger (bis 1246 Herzöge). – Reichsbildung der Habsburger. 1282 kam Ö. an die Habsburger, die ihr Gebiet rasch ausdehnten. Albr. V. (1404–39) wurde Kaiser; bis 1740 verblieb die dt. Kaiserkrone beim eig. Hause Habsburg. Maximilian I. (1493–1519) begr. die habsburg. Weltherrschaft. Karl V. (1519–56) wurde König v. Spanien. Ferdinand I. (1521–64) gründete die österr. Linie Habsburg. Karl II. (1584–90) machte dem Protestantismus Zugeständnisse, aber Rudolf II. (1576–1612) förderte die Gegenreformation. Böhm. Wirren: Ferdinand II. (1619–37) abgesetzt, 1619 Friedrich V. v. der Pfalz böhm. König (8. 11. 1620 am Weißen Berge geschlagen). Leopold I. (1657–1705) kämpfte gegen die Türken, die 1683 Wien vergeblich belagerten. – Der Dualismus mit Preußen. Maria Theresia (1740–80) verteidigte Erbrecht u. Besitz gegen Friedrich II. v. Preußen (die drei Schles. Kriege) u. gegen Karl Albr. v. Bayern (Österr. Erbfolgekrieg). Joseph II. (1780–90) führte radikale, z. T. überstürzte Reformen durch. Franz II. (1792–1835) wurde 1804 erbl. Kaiser v. Ö., legte 6. 8. 1806 die dt. Kaiserkrone nieder. Metternich verschaffte Ö. durch den Wiener Kongreß 1814–15 Gebietszuwachs u. die Vormachtstellung im Dt. Bund u. in der europ. Politik. Märzaufstand 1848; Niederwerfung der aufrührer. Madjaren. 2. 12. 1848 trat Kaiser Ferdinand (1835–48) die Krone seinem Neffen Franz Joseph I. (1830–1916) ab. 1849 Verfassung f. Gesamt-Ö. Der Erwerb Schleswig-Holsteins 1864 gemeinsam mit Preußen verursachte den Krieg v. 1866. Im Prager Frieden (23. 8. 1866) verlor Ö. Venetien u. mußte aus dem Dt. Bund ausscheiden.

Sprengung des Staates durch den Nationalitätenkampf. Der Zus.bruch 1866 beeinflußte die innern Verhältnisse. 1867 Ausgleich mit Ungarn. Die Tschechen forderten Sonderstellung, die Polen Autonomie Galiziens, die Slowenen ein eignes Kgr. Der Gegensatz zu Rußland wirkte innerpolitisch verschärfend infolge der v. Rußland geschürten panslawist. Ideen. Die Einverleibung v. Bosnien u. Herzegowina (1908) verursachte eine internat. Krise. Der Weltkrieg brachte nur scheinbare Einigung. Im Okt. u. Nov. 1918 sagten sich Tschechen, Südslawen u. Ungarn los. Kaiser Karl (seit 1916) dankte 4. 11. 1918 ab. Deutsch-Ö. erklärte bereits 11. Nov. Anschluß an das Dt. Reich, doch zwang ihm der Vertrag v. Saint-Germain 1919 (↑ Friedensverträge) den Namen Ö. u. den Verzicht auf den Anschluß auf. Ö. mußte abtreten: den S v. Steiermark u. Kärnten an Südslawien, Südtirol an Italien, die Sudetenländer an die Tschechoslowakei. – Die Republik. In der Konstituierenden Nationalversammlung beschloß die soz.-dem.-christl.-soz. Mehrheit 1. 10. 1920 die Bundesverfassung. Bundespräs. Mich. Hainisch. 1922 Völkerbundsanleihe; Ö. wurde der Finanzkontrolle des Völkerbunds unterstellt (bis 1926). Nach den Neuwahlen 1927 bildete Seipel eine rein bürgerl. Reg., Schober schlug 15. Juli den marxist. Aufruhr in Wien nieder. 1928 wurde der Christlich-Soziale Miklas Bundespräs. Mai 1929 Koalitionsregierung aus Christlich-Sozialen, Großdeutschen u. Landbündlern unter Streeruwitz (christlich-sozial), an dessen Stelle 26. Sept. Schober; erbefriedigte die drängenden Forderungen der Heimwehren durch eine teilweise Verfassungsreform. Reg. Ender 4. 12. 1930, 23. 6. 1931 Reg. Buresch; Miklas wiedergewählt. Erfolgloser Heimwehrputsch 13. 9. 1931. Lit: Krebs, Die Ostalpen u. das heutige Ö. (19282).

Österreich-Ungarn (Österreichisch-Ungarische Monarchie), bis 1918 europ. Großmacht, 676 615 qkm, 52 523 000 E. .

Österreichisch-ungarischer Ausgleich ↑ Ausgleich.

Östersund, mittelschwed. St., 14 500 E.

Osteuropa, in Deutschland meist für die Sowjetunion, die Randstaaten u. Polen gebrauchter Landschaftsbegriff.

Osteuropäische Zeit (OEZ) ↑ Einheitszeit.

Ostfranken = Austrasien; später das fränk. Gebiet am Main.

Ostfriesische Inseln, zw. Ems- und Wesermündung.

Osthilfe bezweckt Linderung d. Not, in die die Gebiete des dt. Ostens durch die neue Grenzziehung geraten sind, durch Förderung der landw. Siedlung, des Eisenbahnbaus, durch Lasten- u. Frachtensenkung, Entschuldungsmaßnahmen usw.

Ostjaken, finn.-ugrisches Volk im russ. Uralgebiet.

Ostindien, Halbinseln Vorder- und Hinterindien nebst Inseln, im engern Sinn das Britisch-ind. Kaiserreich.

Ostlocarno, erstrebter endgültiger dt.-poln. Anerkennungsvertrag der bestehenden polit. Ordnung.

Ostmediterrane Rasse ↑ Menschenrassen.

Ostpreußen, östlichste pr. Prov., 37 047 qkm, 2 256 000 E; Hptst. Königsberg. Bodenschätze fehlen. Wirtschaftlich wegen Abgelegenheit benachteiligt; Agrarland mit viel Großgrundbesitz. Urspr. german., 300 n. Chr. slawisch (Preußen), 1283 Deutschordensland, 1618 kurbrandenburgisch.

Ostrazismus („Scherbengericht“), in Altgriechenland jährl. Volksgericht, das gefährl. Bürger durch geheime Abstimmung auf Tontäfelchen (ostraka) verbannte.

Oströmisches Reich = Byzantinisches Reich.

Ostrowo, westpoln. St., 16 000 E.

Ostrumelien, ehem. türk. Prov., zw. Balkan, Rhodopegebirge u. Schwarzem Meer, 1878–85 autonom, 1885 mit Bulgarien vereinigt; Hptst. Philippopel.

Ostsee, Meer in N-Europa, 406 720 qkm, hat durch Skagerrak natürliche, durch Kaiser-Wilhelm-Kanal künstl. Verbindung mit der Nordsee, mittlere Tiefe 55 m; im Winter d. Bottn. u. Finn. Busen eisbedeckt. Gezeiten gering. Bernstein an der Küste von Samland.

Ostseeprovinzen, früher gemeinsamer Name für Kurland, Livland, Estland.

Ostturkestan, chin. Landschaft im Tarimbecken.

Ostwald, Wilhelm, Chemiker, * 1853; physikal. Chemie, Farbenlehre.

Oszillation ↑ Schwingung; Ztw.: oszillieren.

Oszillator, Schwingungserzeuger.

Oszillograph, Apparat zur Aufnahme des zeitl. Verlaufs von Wechselströmen.

Otawi, Ort in SW-Afrika; Kupferbergbau.

Otium, Muße; o. cum dignitate, ehrenvolle Muße.

Otomi, Volk in Mexiko; hatten 1400 Reich auf Hochland von Anahuac.

Otranto, südostital. St., an den Straße von O., zw. Adriat. u. Ion. Meer, 3000 E.

Ottaverime, 8zeil. Strophe, Stanze.

Ottawa, 1) Nbfl. des Sankt-Lorenz-Stroms, 1300 km, mündet bei Montreal; 2) Hptst. v. Kanada, am O., 119 000 E; Holzhandel u. -industrie.

Otte, Bernhard, seit 1929 Vorsitzender des Gesamtverbandes d. christl. Gewerkschaften, * 1883.

Ottern (Vipern), Schlangenfamilie m. Giftzähnen und -drüse: ↑ Kreuzotter; Aspisschlange (↑ Taf. „Zoologie“), 60 cm, S-Europa; Puffotter, 1,5 m, der Kreuzotter ähnlich, Afrika; ↑ Buschmeister;Klapperschlange. ↑ Fischotter.

Otto, 1) röm.-deutsche Kaiser: O. I., der Große, 912–73; 936 König, 962 Kaiser, gründete das dt. Reich; O. II., der Rote, 955–83, 967 Kaiser; O. III., 980–1002, 996 Kaiser; O. IV., 1182–1218, 1198 Gegenkönig Philipps v. Schwaben, 1209 Kaiser, 1215 durch Friedr. II. verdrängt. – 2) O. v. Wittelsbach, * um 1120, † 1183, Stammvater des bayr. Fürstenhauses.

Ottokar II. Přemysl, König v. Böhmen, 1253–78; fiel 1278 im Kampf gegen Rudolf v. Habsburg.

Ottomane, türk. Sofa.

Otto-Peters, Luise, 1819–95, Begründerin der dt. Frauenbewegung.

Ötztal, Seitental des Inn in Nordtirol; Ö.er Alpen, Gebirgsstock zw. Reschenscheideck u. Brenner, 3774 m.

Oudh, nördl. brit-ind. Landschaft.

Ourcq, Nbfl. der Marne, 80 km; 5.–9. 9. 1914 am O. Teil der Marne⚔.

Ourthe, Nbfl. der Maas, von den Ardennen, 166 km.

Outsider = Außenseiter.

Ouvertüre, Instrumentaleinleitung zur Oper.

Oval, eirund.

Ovarium = Eierstock.

Ovation, Huldigung.

Overbeck, Friedr., Maler, 1789–1869; Nazarener.

Ovid(ius Naso), Publius, röm. Dichter, * 43 v.Chr.,† 17 n. Chr.; „Metamorphosen“.

Oviedo, nordwestspan. St., 75 000 E; Ind.

Ovulation, Austritt einer Eizelle aus dem Eierstock.

Ovum, Ei.

Owambo, Bantustamm in SW-Afrika, den Herero verwandt.

Owen, Rob., engl. Industrieller, Soz., 1771–1858; gründete 1825 in Indiana (USA) mißglückte kommunist. Gemeinde.

Owen-Stanley-Gebirge, Gebirge im Osten Neuguineas, bis 4010 m.

Oxalate, Salze der ↑ Oxalsäure.

Oxalsäure (Kleesäure), in vielen Pflanzen (bes. Sauerklee), gift. Kristalle; in Färberei u. als Putzmittel. Von den Salzen (Oxalaten) beseitigt Kleesalz Rost- u. Tintenflecke.

Oxenstierna, Axel, Graf, 1583–1654; 1612 schwed. Reichskanzler.

Oxford, mittelengl. St., 57 000 E; berühmte Univers. (gegr. 13. Jh.).

Oxford,

Bild: Wilhelm Ostwald.

Bild: Friedrich Overbeck: Erweckung des Lazarus.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 459–460. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0274.jpg&oldid=2915468 (Version vom 14.10.2016)