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Rennenkampf – Reseda

Rennenkampf, Paul v., russischer General, 1854–1918 (v. Bolschewisten erschossen); 12. 9. 1914 v. Hindenburg in Masuren geschlagen.

Renner, Karl, * 1870, 1919 österr. Staatskanzler (soz.-dem.), 1919–20 Außenmin.

Rennes, westfrz. St., 83 000 E.

Rennsteig, alte Bez. für Gebietsgrenzen; Fahrweg am Kamm des Thür. Waldes, 168 km.

Renntier (Ren), Art der Hirsche, mit Geweih, breiten Hufen, 2 m l., 1 m h., braun, Norwegen, Sibirien. Abb. ↑ Lappen.

Renntierflechte, Strauchflechte trockner Wälder u. Heiden, bis zum äußersten N häufig, Nahrung des Renntiers.

Rennwetten. Wettunternehmen für öff. Pferderennen bedürfen der Erlaubnis; R. werden am Totalisator od. bei konzessionierten Buchmachern abgeschlossen.

Rennwettsteuer: 162/3% bei Totalisator, 10% der Einsätze beim Buchmacher. 96% des Ertrags fließt an die Länder, die 2/3 für Zwecke der Pferdezucht verwenden müssen.

Renoir, Pierre Auguste, frz. Maler, 1841–1919; Hauptmeister des Impressionismus.

Renommee, (guter) Ruf; Renommage, Prahlerei; renommieren, prahlen; renommiert, geachtet, gelobt; Renommist, Aufschneider, Prahler.

Renovieren, erneuern, wiederherstellen.

Rentabilität, Einträglichkeit, Verhältnis v. Erfolg u. Kapital.

Rentamt, öff. Einnahmebehörde.

Rente, Einkommen, das aus angelegtem Kapital od. auf Grund eines Rechts bezogen wird, z.B. aus Haus, Grundstück (Grund-R.), Staatspapier. Im Versicherungswesen: Kranken-, Invaliden-, Alters-, Unfall-R.

Rentenbank, Deutsche, gegr. 1923 zur Stabilisierung der dt. Währung. Kapital u. Rücklage wurden zu gleichen Teilen v. Landw. einerseits, Handel, Gewerbe u. Ind. andrerseits aufgebracht. Durch Ges. v. 30. 8. 1924 wurde Liquidation eingeleitet; Rechtsnachfolgerin ist DeutscheRentenbankkreditanstalt.

Rentenbanken, zur Ablösung der bäuerl. Reallasten errichteten Bodenkreditbanken.

Rentenbankkreditanstalt, Deutsche, aus Mitteln der Deutschen Rentenbank 1925 mit 170 Mill. Rentenmark Kapital in Berlin gegr. Als landw. Zentralbank unter Aufsicht der Reichsregierung dient sie zur Abwicklung der v. der Dt. Rentenbank an die Landw. gewährten Kredite u. zur Weiterleitung v. (z. T. Auslands-) Krediten an die Realkreditinstitute.

Rentengut, Grundstück, das mit fester, nur mit Zustimmung beider Teile ablösbarer Geldrente od. Körnerabgabe an den Ausgeber belastet ist. Dient der Ansiedlung v. Bauern u. selbständ. Handwerkern auf dem Lande zum Zwecke innerer Kolonisation.

Rentenmark, wurde an Stelle der entwerteten Papiermark 1923 eingeführt (Umtauschkurs 1 R. = 1 Billion Mark) u. v. der Dt. ↑ Rentenbank ausgegeben. Die R. wurde 1924 durch die Reichsmark als neues gesetzl. Zahlungsmittel ersetzt; ihre Einziehung innerhalb von 10 Jahren bestimmt.

Rentier (Rentner) bezieht Rente od. lebt v. seinen Zinsen.

Rep. = repartiert, wegen Stückemangel nur beschränkt zugeteilt (v. Wertpapieren).

Reparationen nennt man die Summe aller Verpflichtungen, denen die Mittelmächte auf Grund der ↑ Friedensverträge durch die Siegermächte zum Zweck d. „Wiedergutmachung“ unterworfen wurden. Die Reparationsfrage hat ihre erstmal. Regelung im Versailler Vertrag v. 28. 6. 1919 gefunden. Der Verfall der dt. Währung, die unhaltbare Zuspitzung der Reparationsfrage führten schließl. auch im Ausland zu der Erkenntnis, daß die R. neu geregelt werden mußten. Ein am 30. 11. 1923 eingesetzter Sachverständigenausschuß arbeitete unter Vorsitz des Amerikaners Ch. G. Dawes das Dawesgutachten (Londoner Abkommen) aus, das zum Dawesplan führte. Nach diesem mußte Dtschl. vom 1. 9. 1928 ab (von 1924–28 Teilbeträge hiervon) jährl. bezahlen:

aus Erträgen d. ordentl. Reichshaushalts 1,25 Milliard. Gold-M.
Erträgen der Beförderungssteuer 0,29 Milliard. Gold-M.
Belastung der Reichsbahn 0,66 Milliard. Gold-M.
Belastung der Industrie 0,30 Milliard. Gold-M.
Insgesamt: 2,50 Milliard Gold-M.

Unter dem Dawesplan hat Dtschl. tatsächl. vom 1. 9. 1924 bis 31. 8. 1929 5470 Mill. Goldmark gezahlt. Eine neue Kommission v. Sachverständ., die vom 11. 2. bis 7. 6. 1929 unter dem Vorsitz d. Amerikaners Owen D. Young tagte, einigte sich auf den Youngplan. Dieser Neue Plan sieht u. a. vor: 1) Youngzahlungen als 59 Jahresraten (Annuitäten) im Gesamtbetrag v. 110  736 Mill. ℛℳ (letzte Jahresrate März 1988). 2) Zahlungen an die USA im Rahmen eines bes. dt.-amer. Abkommens: 52 Jahresraten zu 40,8 Mill. ℛℳ u. 37 Besatzungskosten-Erstattungsraten zw. 16,4 u. 35,3 Mill. ℛℳ. 3) Zahlungen an Belgien auf Grund bes. Abkommens (607,6 Mill. ℛℳ). 4) Zinsendienst der Dawes-Anleihe bis 15. 10. 1950. Gesamtbelastung aus dem Youngplan 116  047,4 Mill. ℛℳ. – Die Zahlungen sind an die B.I.Z. (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Sitz: Basel) monatl. zu leisten. Die Youngannuitäten zerfallen in einen aufschiebbaren u. einen unaufschiebbaren Teil; letzterer beträgt jährl. 612 Mill. ℛℳ u. ist auf jeden Fall in ausländ. Währung zu entrichten. Angesichts der zunehmenden dt. u. internat. Wirtschaftskrise erwies sich auch der Youngplan bereits um Mitte 1931 als nicht durchführbar. Zunächst wurde Dtschl. durch den Hooverplan ein einjähr. Moratorium für den aufschiebbaren Teil der Youngzahlungen gewährt. Die Revision des Youngplanes ist damit eingeleitet.

Reparatur, Wiederherstellung; Ausbesserung.

Repartieren, (Kosten) auf alle gleichmäßig verteilen.

Repartitionssteuer, Steuer, bei der Gesamtertrag festgelegt ist u. auf die einzelnen Steuerzahler umgelegt wird. Gegensatz: Quotitätssteuer.

Repatriierung, Wiederverleihung d. Staatsangehörigkeit an Personen, die sie verloren hatten.

Repelen-Baerl, Dorf im nördlichen Rheinland, 14 000 E.

Repertoire, Verzeichnis der aufzuführenden Bühnenstücke (Spielplan); Rollenliste eines Bühnenkünstlers.

Repertorium, Nachschlagewerk.

Repetieren, wiederholen.

Repetitio est mater studiorum, „Wiederholung ist die Mutter der Studien“.

Repetitor, Wiederholer; „Einpauker“.

Repin, Ilja, russischer Maler, 1844 bis 1930; ↑ Taf. III Sp. 377.

Repko = Reparationskommission, zur Festsetzung und Überwachung der vom Dt. Reich zu zahlenden ↑ Reparationen.

Replik, Erwiderung, Wiederholung.

Report, Bericht; Tagesneuigkeit für Zeitungen; Reporter, Berichterstatter; Reportage, Berichterstattung.

Reportgeschäft, Spekulationsgeschäft an der Börse.

Repositorium, Bücherbrett; Aktenschrank.

Repräsentant, Vertreter, bes. Volksvertreter; R.enhaus, Volksvertretung in USA.

Repräsentation, Stellvertretung; standesgemäßes Auftreten.

Repräsentativ, auf Vertretung beruhend, vertretend, darstellend.

Repräsentativsystem, Verfassungsform, in der das Volk dch. Volksvertreter (Repräsentanten) die Staatsgewalt ausübt.

Repräsentieren, etwas vorstellen; Würde der eignen Stellung, bes. gesellschaftlich, wahrnehmen.

Repressalien, Druckmittel, Gewaltmaßnahmen. Im Völkerrecht (Retaliation) Vergeltungs-, Gegenmaßregeln.

Repressiv, hemmend, hindernd. R.maßregeln, Maßregeln zur Unterdrückung v. Gefährdungen.

Reprise, Wiederaufnahme, z. B. eines Theaterwerks in den Spielplan; Mus.: Wiederholung.

Reproduktion, „Wiederhervorbringung“, Vervielfältigung einer Schrift, eines Bildes usw.

Reptilien = Kriechtiere.

Reptilienfonds = Welfenfonds.

Republik, Mehrherrschaft (Volksherrschaft) im Gegensatz zur Einzelherrschaft (Monarchie); R.aner, Bürger einer R.; Anhänger der republikan. Staatsform.

Repudiation, formelle Erklärung eines Staates, seine Schulden nicht mehr zu verzinsen od. zurückzuzahlen; Form des Staatsbankrotts.

Repuls, Ab-, Zurückweisung (eines Gesuches).

Repunze, Gehalt v. Edelmetallwaren beglaubigender Stempel.

Reputation, (guter) Ruf, Ansehen; reputierlich, ansehnlich, ehrbar.

Requiem, katholische Totenmesse.

Requiescat in pace ↑ R. I. P.

Requirieren, herbeischaffen, beschlagnahmen (für Heereszwecke).

Requisiten, Theatergeräte.

Requisition, Ersuchen um Rechtshilfe; Anforderung von Heeresbedarf durch Wegnahme bei der Bevölkerung als Kriegsmaßnahme.

Res, Sache; r. dubia, zweifelhafte Sache; r. publica, Staat, Gemeinwesen; r. sacrae, Kirchensachen.

Reschenscheideck, Paß (1513 m) zw. Österr. u. Ital., westl. der Ötztaler Alpen.

Reschitza, St. im rumän. Teil des Banat, 17 000 E (11 000 dt).

Rescht, nordwestpers. St., 50 000 E.

Reseda, Pfl.gattung. Gelbe R., 50 cm, gelbl., auf Äckern, Wegen; Färberwau (Gelbkraut), 1,50 m, geruchlos, hellgelb,

Bild: Auguste Renoir: Dame im Park.

Bild: Renken: Große Maräne.

Bild: Karl Renner.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 521–522. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0311.jpg&oldid=2950134 (Version vom 7.11.2016)