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Taurus – Telegraphenbüros


5400 E. 30. 12. 1812 Konvention v. T. zw. Russen und Yorck, nach der dieser mit seinen Truppen zu den Russen übertrat (Beginn d. dt. Befreiungskriege).

Taurus, südl. Randgebirge Kleinasiens, bis 3960 m h.

Tauschwirtschaft (Verkehrswirtschaft), die gegenwärtige Wirtschaftsordnung der meisten Kulturstaaten; die Güter werden durch Tausch (Kauf und Verkauf) erlangt. Gegensatz: Verteilung durch den Staat nach einem v. Staat bestimmten Verteilungsschlüssel; wird v. Kommunismus gefordert.

Tausendblatt (Myriophyllum), Wasserpflanze, Blütenähren über dem Wasser, bis 2 m l., Blätter quirlig, in stehenden Gewässern; Aquariumspflanze.

Tausendfüßer, Gliederfüßer, Landbewohner, ungeflügelt, mit vielen Beinen, unter Steinen, Baumrinde, in der Erde, an dunklen, feuchten Orten. Gefürchtet sind die Skolopender, 25 cm l., räuberisch.

Tausendgüldenkraut, Enziangewächs, 30 cm, rosa; gibt magenstärkenden Tee.

Tausendjähriges Reich ↑ Chiliasmus.

Tausendschön, gefüllte Gartenformen des Gänseblümchens, mit weißen, roten bis dunkelroten Blüten.

Tausendundeine Nacht, arab. Rahmenerzählung mit Märchen (in heut. Form etwa 15. Jh.).

Taut, Bruno, moderner Architekt, * 1880; Großwohnsiedlungen in Berlin, farbenfrohe Flachbauten.

Tautologie, Wortschwall; Bestimmung, die nur wiederholt, was im zu Bestimmenden schon enthalten ist: weißer Schimmel.

Tauwerk, die Gesamtheit der Taue eines Schiffes.

Tavaststjerna, Karl Aug., finn.-schwed. Dichter, 1860–98.

Taverne, Schenke.

Tawasten ↑ Finnland.

Taxameter, Fahrpreisanzeiger an öff. Fuhrwerken; auch diese selbst.

Taxation, Wertermittlung. Taxatoren, Personen, z. T. v. Behörden vereidigt, die Taxen aufstellen. T.slehre, Schätzungslehre, bes. in der Landw.

Taxe, Würdigung, Wertschätzung einer Sache, sachkund. Angabe eines angemessenen Preises für nicht marktgängige Objekte; öffentlich festgesetzter Preis für Waren u. Leistungen, daher auch Bez. für Gebühren u. Verkehrssteuern.

Taxi, volksmundl. Abk. für Taxameter (Mietkraftdroschke).

Taxodium = Sumpfzypresse.

Taxus = Eibe.

Tay, größter schott. Fl., zum Firth of T. (Nordsee), 200 km.

Taygetos, grch. Gebirge, im Peloponnes, 2410 m.

Taylor, 1) Bayard, amer. Schriftsteller, 1825–78; übersetzte 1870–71 Goethes „Faust“. 2) Frederik Winslow, amer. Ingenieur, 1856–1915 (↑T.system).

Taylorsystem, v. F. W. Taylor eingeführtes Verfahren zur erhöhten Verwertung der Leistungsfähigkeit des Arbeiters: Unterweisung, wie die Arbeit mit geringstem Aufwand an Kraft erledigt werden kann; planmäßige Ruhepausen, Unterstützung der nichtbewegten Körperteile zur Herabdrückung der Ermüdung, reibungsloses Ineinandergreifen aller Einzelarbeiten. Die zur Ausführung jeder Arbeit nötige Zeit wird auf Grund vorausgegangener Zeitstudien vorgeschrieben. Mehrlohn und Prämiensysteme sollen zum Überschreiten dieses Pensums ermutigen.

Tazetten, Narzissenarten, bei denen der Schaft mehrere weiße od. blaßgelbe, wohlriechende Blüten treibt.

Team, (Sport-) Mannschaft.

Tebris, nordpers. St., 180 000E; bed. Handelsplatz.

Technik, Sammelbegriff aller Verfahren zum Hervorbringen eines Kunst- od. techn. Produkts. Techniker, ein der T. Kundiger, auf entspr. Schulen vorgebildet.

Technikum, techn. Fachschule.

Technische Hochschulen ↑ Hochschulen.

Technische Nothilfe, 1919 mit Unterstützung der Behörden geschaffene Einrichtung zur Inganghaltung „lebenswichtiger Betriebe“ (öff. Verkehrseinrichtungen, Wasser-, Gas-, Elektrizitätswerke) bei Streiks oder Störungen durch höhere Gewalt.

Technologie (Lehre von der Technik), Lehre v. der Gewinnung u. Verarbeitung der Roh- und Werkstoffe.

Teda = Tibbu.

Tedesco (ital.), deutsch, der Deutsche.

Tedeum, altkirchl. Hymnus; Anfangsworte: „Te deum laudamus“ („Dich, Gott, loben wir“), auch Ambrosian. Lobgesang genannt.

Tee (T.strauch; ↑ Taf. Sp. 209), bis 2 m hoher Strauch, in verschiedenen Abarten in China, Japan, Indien, Ceylon, Java.

Teepilz, Pilzgemeinschaft aus Bacterium xylinum u. verschiedenen Hefepilzarten, gallertartige Masse, gedeiht auf gezuckertem Teeaufguß, der durch Gärung weißbierähnl. Geschmack annimmt(„Teekwaß“).

Teer, Produkt der trocknen Destillation organ. Körper (bes. der Steinkohle), tiefbraun bis schwarz, dickflüssig, wirkt fäulniswidrig. Alle T.e geben bei Destillation Leicht-, dann Schweröle, als Rückstand pech- od. asphaltart. Massen. T.farben (T.farbstoffe), alle künstlich aus Steinkohlen-T. hergestellten Farbstoffe: Anilin-, Anthrazenfarbstoffe, künstl. Indigo usw.

Teerseife enthält Teerdestillationsprodukte; Waschmittel bei Hautkrankheiten.

Teerstraßen, Schotterstraßen mit Überzug v. Steinkohlenteer, auch Teermakadam, Gemisch v. Teer mit Feinschlag.

Tefillin, Gebetriemen der Juden.

Tegernsee, oberbayr. See, 9 qkm; am Ufer Dorf T., Luftkurort, 1800 E.

Tegetthoff, Wilhelm, Frh. v., österr. Admiral, 1827–71; besiegte 1864 die Dänen bei Helgoland, 1866 die Italiener bei Lissa.

Tegnér, Esaias, schwed. Dichter, ev. Bischof, 1782–1846; „Abendmahlskinder“, romant. Epos „Frithjofs Saga“.

Tegucigalpa, Hptst. v. Honduras (Mittelamerika),39 000 E.

Teheran, Hptst. Persiens, 210 000 E; Leder- und Metallgewerbe.

Tehuántepec, Isthmus von, 210 km breite Landenge zw. Golf v. Mexiko u. Gr. Ozean.

Teja, letzt. Ostgotenkönig, fiel 552 im Kampf gegen Narses.

Teichhuhn ↑ Rallen.

Teichrose ↑ Seerosen.

Teifun = Taifun.

Teilbau (Teil-, Halbpacht, Mezzadria), landw. Unternehmungsform, bei der der Grundbesitzer gegen Anteil am Rohertrag einem Dritten ein Grundstück zur Bewirtschaftung überläßt, sich selbst aber Oberleitung vorbehält (in Italien, Frankreich, Griechenland, Türkei usw.).

Teilungsklage, Klage auf Aufhebung einer Miteigentumsgemeinschaft.

Teint, Gesichts-, Hautfarbe; Haut.

Tejo = Tajo.

Teiresias, blinder Seher in Theben.

Tektonik, Bau der Gebirge u. der Erdkruste.

Tektonisch sind in der Baukunst Stile, in denen die tragenden u. lastenden Teile v. Bauwerken, die eig. Konstruktion, dem Dekorativen u. Ornamentalen übergeordnet sind.

Tektur, Deckstreifen, Ersatzblatt zum Aufkleben auf eine zu berichtigende Textstelle; Aktenumschlag.

Tel Awiw, größter jüd. Kolonieort Brit-Palästinas, 34 000 E.

Telegonie, bei Tieren angebl. Einfluß der ersten Begattung auf die Eigenschaften der später gezeugten Nachkommen.

Telegramm, telegraphisch beförderte Nachricht.

Telegrammadresse, auf Vereinbarung mit der Post festgelegte Kurzanschrift an Stelle der vollen Adresse; darf bei telegraph. Postanweisungen nicht benutzt werden.

Telegraph, Einrichtung zur Nachrichtenbeförderung dch. elektr. od. opt. Signale (↑ Semaphor). Bedeutung haben bes. elektr. T.en, die man nach Art der Zeichengebung unterscheidet: 1) T.en mit Mojsezeichen, wobei durch kurze od. lange Stromstöße die Buchstaben des Morse-Alphabets übertragen und am Empfänger durch elektromagnetisch angetriebene Schreibvorr. (älteste Form: Morseschreiber oder Morseapparat; jetzt moderne Schreiber) niedergeschrieben oder durch Telephone oder Klopfsysteme abgehört werden. 2) Am Empfänger werden gedruckte Buchstaben wiedergegeben; hauptsächlichste Ausführungen: T. v. Hughes, Siemens-Masch.-T. (T. höchster telegraph. Geschwindigkeit) und die Springschreiber (Morkrum-Kleinschmidt od. Siemens; Börsendrucker), wovon letztere den Vorzug haben, daß sie von Laien bedient werden können. 3) Bild-T.en, bei denen ein getreues Abbild der am Sender vorliegenden Vorlage, gleichgültig ob Schrift od. Zeichnung, telegraphisch übertragen wird (↑ Funktechnik). Die Übertragung der elektr. Signale geschieht durch Freileitung, dch. Kabel od. drahtlos (↑ Funktechnik). Rechtliches: Nach dem Ges. über Fernmeldeanlagen v. 14. 1. 1928 steht dem Reich das T.enregal zu, d. h. das ausschließl. Recht, T.en-, Fernsprech- u. Funkanlagen zu errichten u. zu betreiben. Öff.T.enanstalten sind zur Beförderung ordnungsmäßiger Telegramme gegen die festgesetzten Gebühren verpflichtet u. haben das T.engeheimnis zu wahren; ebenso in Österreich u. der Schweiz. Bestraft wird, wer den Betrieb einer öff. Fernmeldeanlage verhindert od. gefährdet.

Telegraphenbüros (Telegraphen-Agenturen), geschafft. Unternehmungen zur telegraph. Verbreitung v. Nachrichten an die Presse od. an sonstige Interessenten, z. B. Wolffs Telegraphisches Büro (WTB.), Telegraphen-Union.

Bild: Esaias Tegnér.

Bild: Teeplantage in Assam (Indien).

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 645–646. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0377.jpg&oldid=2964110 (Version vom 14.12.2016)