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Weingeist - Wels


v. Münzberg, Komponist, Dirigent, * 1863; Opern („Sakuntala“), symphon. Dichtungen, Chorwerke.

Weingeist = Alkohol.

Weinheim, bad. St., an der Bergstraße, 16&nsbp;000 E.

Weininger, Otto, Philosoph, 1880–1903 (Selbstmord); „Geschlecht u. Charakter“; Metaphysik der Geschlechter.

Weinlig, Theodor, Musiktheoretiker, Lehrer R. Wagners, Leipzig, 1780–1842.

Weinpalme, Palme im trop. W-Afrika u. östl. S-Amerika, mit riesigen, bis 15 m langen Blättern; der Stammsaft liefert Palmwein (Bourdon).

Weinpich, Franz Joh., kath. Schriftst., * 1897.

Weinsäure (Weinsteinsäure), bes. in sauren Früchten; Kristalle; zur Färberei, zu Brausepulver. Salze (Tartrate) werden in der Färberei verwendet, bes. der Weinstein (ein Kaliumsalz). ↑ Antimon.

Weinsberg, württ. St., 3700 E. Sage von den Weibern zu W. wird mit Konrads III. Belagerung 1140 in Verb. gebracht.

Weinschenk, Ernst, Mineralog u. Petrograph, 1865–1921.

Weinstein ↑ Weinsäure.

Weinsteuer, Steuer auf den Weinverbrauch; durch Steuermilderungsgesetz v. 31. 3. 1926 in Deutschl. aufgehoben, neuerdings im Rahmen der Getränkesteuer wieder eingeführt.

Weinstock (Rebe, Vitis), Klettersträucher, mit Ranken, einfachen, oft eckigen od. bandförmig gelappten Blättern, in Büscheln od. Döldchen vereinigten Blüten u. kugelrunden bis länglichen Beeren; 40 Arten, meist im subtrop. N-Amerika (Abb.) u. O-Asien. Der Echte W. wird in vielen Sorten angebaut. Krankheiten des W.: Gelbsucht, Laubrausch, die offenbar in Bodenverhältnissen ihre Ursache haben; Frostkrebsstellen od. Grind, Wirkungen des Frostes; echter Meltau oder Äscherich, falscher Meltau, Blattfallkrankheit od. Peronospora, roter u. schwarzer Brenner, Erdkrebs, Schwarz- und Weißfäule, alle dch. Pilze erzeugt; Edelfäule ist erwünschte Pilzkrankheit. ↑ Reblaus.

Weipert, böhm. Stadt, im mittleren Erzgebirge, 12&nsbp;500 E.

Weisel, die Bienenkönigin.

Weiskopf, Franz Karl, dt.-tschech. Dichter, * 1900.

Weismann, 1) Aug., Zoolog, 1834–1914; Deszendenztheorie, Keimplasma, Vererbung. 2) Julius, Komponist, * 1879; Opern: „Schwanenweiß“, „Gespenstersonate“, Chorwerke.

Weismantel, Leo, neukath. Dichter, * 1888; Rom.: „Mari Madlen“, „Das alte Dorf“, Novellen, Legenden, Dramen, Laienspiele, kulturpädagog. Schriften.

Weiß, Farbe, die sämtl. Licht unter Zerstreuung zurückwirft.

Weiß, 1) Christian, Mineralog, 1780–1856. 2) Emil Rudolf, Graphiker u. Maler, * 1875; Buchkünstler. 3) Ernst, kath. Dichter, * 1884; Romane: „Mensch gegen Mensch“, „Boëtius v. Orlamünde“; Dramen.

Weißbinder= Böttcher; in Hessen: Anstreicher.

Weißblech ↑ Blech, ↑ Verzinnen.

Weißbuch ↑ Buntbücher

Weißdorn (Crataegus), Rosengewächs, Blüten weiß, in Gärten auch rote Formen (Rotdorn).

Weiße Garde, 1917 die Regierungstreuen in Finnland, die gegen die bolschewist. „Roten Garden“ kämpften.

Weißenfels, pr. St, südw. Leipzig, 37&nsbp;000 E.

Weißer Adlerorden, höchster poln. Orden.

Weißer Fluß (Weißfluß), schleimart. od. eitriger Ausfluß aus Scheide od. Gebärmutter.

Weißer Löwe, tschech. Orden, nur an Ausländer verliehen.

Weißer Sonntag, 1. Sonntag nach Ostern.

Weißes Haus, Wohnung des Präs. der USA in Washington.

Weißes Kreuz auf christl. Grundlage errichteter Bund zum Kampf gegen die Unsittlichkeit.

Weißes Meer, Teil des Nördl. Eismeers zw. Kanin u. Kola; Fischfanggebiet.

Weißfische, mehrere Arten einander ähnl. Karpfenfische, in langsamfließenden Gewässern.

Weißmetalle, Zinn-Antimon-Legierungen mit Kupfer u. Blei; meist als Lagermetalle.

Weißrussen, ostslaw. Volk, in Weißrußland; weiße Trachten u. helle Haut- u. Augenfarbe.

Weißrußland, 1) Landschaft in O-Europa, umfaßt den NO Polens und den Rätestaat W.; 2) Rätestaat im westl. O-Europa, Gliedstaat d. Sowjetunion, 126&nsbp;792 qkm, 4,9 Mill. E; Hptst. Minsk; gr. Wälder, Seen, Sümpfe; Ackerbau (Roggen, Hafer, Flachs).

Weißstein, westschles. D., 17&nsbp;000 E; Steinkohlenbergbau.

Weißwasser, preuß. D., nordw. Görlitz, 12&nsbp;000 E; Braunkohlenbergbau.

Weißwurm, getrocknete Eintagsfliegen (Vogelfutter).

Weistritz, 1) zwei Nebenflüsse der Glatzer Neiße, 22 bzw. 30 km; 2) Nbfl. der Oder, 110 km.

Weitsichtigkeit ↑ Brille.

Weizen, Gräser mit scharf gekielten Hüllspelzen (↑ Taf. Sp. 217); viele Spielarten und Rassen angebaut.

Weizmann, Chaim, * 1874; 1920–30 Präs. der Zionisten.

Weizsäcker, Karl, prot. Theolog, 1822–99; Übersetzer des NT.

Wekerle, Alexander, 1848–1921; 1892–94, 1906–10, 1917–18 ung. Min.-Präs.

Welfen, dt. Fürstengeschlecht: 1137 Heinrich der Stolze, Herzog von Bayern und Sachsen. Heinrich der Löwe verlor 1180 Sachsen u. Bayern und behielt nur Braunschweig und Lüneburg. Seit Mitte des 12. Jh. zw. W. (ital. Guelfen) u. dem König offene Feindschaft. Linie Braunschweig-Lüneburg erhielt 1692 Kurwürde, bestieg 1714 den engl. Thron, erlangte 1814 für Hannover die Königswürde, 1866 entthront; 1913–1918 Prinz Ernst August v. Cumberland Herzog v. Braunschweig.

Welfen, Bez. der Deutsch-Hannoverschen Partei, entstand 1866, erstrebt Wiedererrichtung eines selbständigen Hannover. Fortsetzung seit 1919 in den Deutsch-Hannoveranern.

Welfenfonds, Vermögen Georgs V. v. Hannover, 1868 von Preußen beschlagnahmt, 1892 in eine Schuldbuchforderung d. Herzogs v. Cumberland an den pr. Staat umgewandelt (60 Mill. ). Der W. diente d. Bekämpfung der staatsfeindlichen Presse (dafür Spottname Reptilienfonds).

Welfenschatz, dem Herzogshaus v. Braunschweig gehörige Sammlung kostbarer kunstgewerbl. Gegenstände (11.–13. Jh.), 1931 zum Teil von nordamerikan. Museen angekauft.

Welhaven, Joh. Seb., norw. Dichter, 1807–73; für Gemeinsamkeit der dänisch-norweg. Kultur.

Wellandkanal, Kanal in Kanada, vom Erie- zum Ontariosee, umgeht die Niagarafälle, 64 km.

Wellblech, gewelltes verzinktes Eisenblech.

Welle, drehbar gelagerter zylindr. Maschinenteil zum Übertragen v. Drehkräften.

Wellenbewegung, Fortpflanzung schwingender Bewegung, wobei jedes folgende Teilchen seine Schwingung später beginnt. Von einer selbständigen Welle (Wellenberg u. Wellental) eingenommene Strecke heißt Wellenlänge. Bei Longitudinalschwingungen (oder -wellen) finden die Schwingungen parallel, bei Transversalschwingungen senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung statt. Durch Übereinanderlagerung (Interferenz) v. Wellen od. eines zurückgeworfenen Wellenzugs über den vorwärtsschreitenden entstehen stehende Wellen mit Stellen ohne Bewegung (Knoten, Schwingungsknoten) u. solche mit stärkster Bewegung (Bauch, Schwingungsbauch). Die Zahl der Schwingungen pro sek (Frequenz) mal der Wellenlänge ist gleich Fortpflanzungsgeschwindigkeit. Für „Schwingungen pro sek“ als Einheit d. Frequenz sagt man auch Hertz. Bei der W. braucht es sich nicht um mechan. Bewegung im eig. Sinn zu handeln; man spricht auch v. elektromagnet. Wellen, bei denen die „schwingenden“, d. h. schwankenden Größen die elektr. u. magnet. Feldstärke sind.

Wellenbrecher, Steindamm vor einem Hafen zum Schutz gegen Seegang.

Wellensittich ↑ Papageien.

Wellesz, Egon, Komponist u. Musikforscher, Wien, * 1885; Schüler v. A. Schönberg; Opern, Ballette, Orchester- und Kammermusik, Klavierstücke, Lieder.

Wellington, Hptst. v Neuseeland, 105&nsbp;000 E; Fleischkonserven, Gerberei. Abb. ↑ Neuseeland.

Wellington, Sir Arthur Wellesley, Hzg. v., 1769–1852; britischer Oberbefehlshaber in Spanien, besiegte 1815 mit Blüchers Hilfe Napoleon bei Waterloo, 1828–30 Min.-Präs., 1834–35 Außenmin., 1841–46 Min. ohne Portefeuille.

Wellrad, mit Welle fest verbund. Rad, als Lasthebemaschine (ähnlich wie ↑ Hebel) benutzt.

Wells, Herb. George, engl. Schriftsteller, * 1866; zuerst techn. Zukunftsphantasien, dann Gesellschaftsdarstellungen.

Wels, oberösterr. St., 16&nsbp;400 E; Getreide- u. Viehmärkte.

Wels, Otto, * 1873; seit 1912 M. d. R., seit 1919 Vors. der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Wels, Knochenfisch, nackt, weites Maul, 3 m, schwärzlich, sehr gefräßig.

Bild: August Weismann.

Bild: Weinfeld in Kalifornien.

Bild: Herbert George Wells.

Bild: Kraft Last Wellrad.

Stichwörter, die unter V… vermißt werden, schlage man unter W… nach.
Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 723–724. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0421.jpg&oldid=2967197 (Version vom 24.12.2016)